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Regionale Kulturdirektionen
Die Regionalen Kulturdirektionen (Norden, Zentrum, Alentejo und Algarve), dekonzentrierte Dienststellen des Staates mit Befugnissen zum Schutz des Kulturerbes…
Die Regionalen Kulturdirektionen (DRC) waren zwischen 2006 und 2023 die dekonzentrierten Dienststellen des portugiesischen Staates, die für die kulturelle Tätigkeit und für den Schutz des Kulturerbes auf regionaler Ebene zuständig waren. Als Außenstellen der unmittelbaren Verwaltung, ausgestattet mit administrativer Autonomie, gewährleisteten sie vor Ort das, was die Zentralverwaltung in Lissabon festlegte: die Begleitung von Arbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden, die Förderung des kulturellen Schaffens und die Verwaltung einer Vielzahl von der Öffentlichkeit zugänglichen Denkmälern. Ihr Bestehen verkörperte einen der seltenen Versuche, die Denkmalpolitik in einem Land mit stark zentralistischer Tradition zu regionalisieren.
Vier Direktionen, vier Regionen
Das Festlandgebiet wurde in vier Bezirke unterteilt, die der Ebene NUTS II entsprachen: die Regionale Kulturdirektion des Nordens mit Sitz in Vila Real; die des Zentrums in Coimbra; die des Alentejo in Évora; und die der Algarve in Faro. Die Gebiete Lissabon und Tejotal erhielten nie eine gleichwertige autonome DRC — ihre Schutzbefugnisse wurden nach 2012 von der Zentralverwaltung übernommen, insbesondere von der Generaldirektion für Kulturerbe.
Durch das Gesetzesdekret Nr. 215/2006 vom 27. Oktober geschaffen, traten die DRC die Nachfolge früherer regionaler Strukturen an und wurden 2012 im Zuge der Reform der Denkmalverwaltung umorganisiert. Sie reihen sich somit in die lange Kette von Einrichtungen ein, die auf der Seite zur Geschichte der Institutionen des Kulturerbes untersucht wird.
Schutzbefugnisse
Im Bereich des Kulturerbes spielten die DRC eine unverzichtbare bürgernahe Rolle. Es oblag ihnen, in erster Linie die Stellungnahmen zu Eingriffen an denkmalgeschützten Gebäuden und deren jeweiligen Schutzzonen vorzubereiten und zu begleiten, in Abstimmung mit den Gemeinden und den Bauträgern. Sie wirkten an der Vorbereitung des Verfahrens zur Klassifizierung eines Gutes, an der Festlegung von verwaltungsrechtlichen Dienstbarkeiten des Kulturerbes und an der Überwachung der Einhaltung der Schutzvorschriften mit.
Außerdem verwalteten sie Dutzende von Denkmälern und Stätten — Burgen, Klöster, Konvente und archäologische Stätten — und sorgten für deren Erhaltung, Öffnung für die Öffentlichkeit und kulturelle Programmgestaltung. Sie waren in der Praxis das regionale Gesicht des Staates in Sachen Kultur und Kulturerbe, der nächste Ansprechpartner für all jene, die in der Nähe eines geschützten Gutes wohnten oder an ihm Eingriffe vornahmen.
Auflösung und Übertragung der Befugnisse
Die Dezentralisierungsreform kehrte dieses Modell um. Im Rahmen der Strategie zur Stärkung der Kommissionen für regionale Koordinierung und Entwicklung (CCDR) beschloss die Regierung die Übertragung der Gesamtheit der kulturellen Zuständigkeiten auf diese Einrichtungen. Die Regionalen Kulturdirektionen wurden am 31. Dezember 2023 aufgelöst, und ab dem 1. Januar 2024 übernahmen die CCDR die regionalen Aufgaben in den Bereichen Kultur und Kulturerbe und gliederten deren jeweilige personelle, finanzielle und vermögensrechtliche Ressourcen ein.
Parallel dazu schuf die Neuordnung des Sektors das Património Cultural, I.P. und die unternehmerische Einrichtung Museus e Monumentos de Portugal, E.P.E., auf die ein Teil der Schutzbefugnisse und die Verwaltung der großen Denkmäler aufgeteilt wurden. Die Auflösung der DRC war nicht unumstritten: Stimmen aus dem Sektor warnten vor der Gefahr, den Schutz des Kulturerbes zu schwächen, indem ein über fast zwei Jahrzehnte angesammeltes regionales Fachwissen verwässert werde, dessen Erbe in der heutigen Verwaltungsarchitektur der Kultur weiterhin sichtbar ist.
Häufige Fragen
- Wie viele Regionale Kulturdirektionen gab es?
- Es gab vier: die des Nordens (Sitz in Vila Real), die des Zentrums (Coimbra), die des Alentejo (Évora) und die der Algarve (Faro). Die Ballungsräume Lissabon und Tejotal verfügten über keine eigene DRC, sodass diese Befugnisse bei der Zentralverwaltung verblieben.
- Wann wurden die Regionalen Kulturdirektionen geschaffen und aufgelöst?
- Sie wurden durch das Gesetzesdekret Nr. 215/2006 vom 27. Oktober geschaffen und am 31. Dezember 2023 aufgelöst, im Rahmen der Übertragung der Zuständigkeiten auf die Kommissionen für regionale Koordinierung und Entwicklung (CCDR), die am 1. Januar 2024 in Kraft trat.
- Welche Stelle übernahm die Befugnisse der DRC?
- Der Großteil der Zuständigkeiten ging an die jeweiligen CCDR über. Der Schutz und die Klassifizierung von Gütern wurden fortan mit dem Património Cultural, I.P., abgestimmt und die Verwaltung von Denkmälern und Museen mit der Museus e Monumentos de Portugal, E.P.E.