Epochen & Stile

Epochen und Stile der portugiesischen Architektur

Die portugiesische Architektur ist keine bloße Abfolge importierter Stile, sondern eine Reihe lokaler Antworten auf gemeinsame Probleme des christlichen Europas. Manchmal übernimmt und adaptiert Portugal; manchmal erfindet es eine eigene Sprache. Dieser Hub ordnet diese großen Epochen und Stile, von der Romanik der ersten Kathedralen bis zur Moderne, und verknüpft sie mit Seiten, die sie detailliert untersuchen.

Vom mittelalterlichen Stein zur eigenen Erfindung

Die ersten drei Epochen bilden die Grundlage des nationalen Bauerbes. Die Romanik, über die Jakobswege und die Klosterorden eingeführt, ist schlicht und massiv: Die Kathedralen von Coimbra, Braga und Lissabon erheben sich wie Festungen, passend für ein Land, das noch in Grenzkriegen steht. Die Gotik, von den Bettelorden gebracht, erreicht ihren Höhepunkt im Kloster Batalha, bleibt aber stets gedämpfter in der Höhe als die Kathedralen Nordeuropas. Es folgt der Manuelinische Stil, der erste wirklich portugiesische Stil, der auf eine spätgotische Struktur eine maritime Ornamentik aufpfropft, die vom Reichtum der Expansion finanziert wurde.

Die Stärke der portugiesischen Architektur liegt weniger in einem einzelnen Stil als in der Art und Weise, wie sie diese in ein und demselben Gebiet überlagerte – ein Kloster wie das von Tomar vereint in einem einzigen Bereich Romanik, Gotik und Manuelinik.

Vom Klassizismus zur Moderne

Die Gegenreformation bringt zunächst den zurückhaltenden Klassizismus des „estilo chão“ und später die Üppigkeit des Barock – die vergoldete Schnitzerei und die erzählenden Azulejos, die die Innenräume der Kirchen verkleiden. Das Erdbeben von 1755 erzwingt einen Bruch: Der Pombalinische Stil ist rational, erdbebensicher und seriell und verleiht Lissabon sein orthogonales Raster. Das 19. Jahrhundert bringt den Neoklassizismus, die Historismen und das Eisen der Bahnhöfe und Märkte; das 20. Jahrhundert die Moderne und die sogenannte Schule von Porto. Für einen durchgehenden narrativen Rundgang durch diese Entwicklung siehe die Seite zu den Architekturepochen.

Nach Epochen und Stilen erkunden

Jeder dieser Stile überlebt in den folgenden, und keiner verschwindet ganz. Portugiesische Architektur zu lesen heißt vor allem, zu lernen, diese überlagerten Schichten in ein und demselben Gebäude oder in ein und derselben Stadt zu erkennen.

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Häufige Fragen

Welches sind die Hauptepochen der portugiesischen Architektur?
Die großen Epochen sind die Romanik (11.–13. Jh.), die Gotik (13.–15. Jh.), der Manuelinische Stil (ca. 1490–1540), der Manierismus und Barock (16.–18. Jh.), der Pombalinische Stil (nach 1755) sowie die Stile des 19. und 20. Jahrhunderts, vom Historismus bis zur Moderne.
Ist der Manuelinische Stil ein ausschließlich portugiesischer Stil?
Ja. Der Manuelinische Stil gilt als erste genuin portugiesische Architektursprache: Er veredelt eine spätgotische Struktur mit maritimer und naturalistischer Ornamentik, die mit der Expansion verbunden ist, und hat keine direkte Entsprechung in anderen Ländern.
Was kennzeichnet den Pombalinischen Stil?
Der Pombalinische Stil entstand beim Wiederaufbau Lissabons nach dem Erdbeben von 1755. Er zeichnet sich durch Rationalität, standardisierte Fassaden und die 'pombalinische Käfigbauweise' aus, eine Holzkonstruktion, die erdbebensicher ist.

Quellen

  1. Arquitetura de Portugal — Wikipédia
  2. História da arquitetura em Portugal — Wikipédia
  3. Direção-Geral do Património Cultural (DGPC)