Denkmäler

Amoreira-Aquädukt (Elvas)

Das Amoreira-Aquädukt in Elvas: eine monumentale Arkade des 16. Jahrhunderts, die die Festungsstadt im Alentejo versorgte, Teil des Welterbestätte.

Amoreira-Aquädukt (Elvas)
Alvesgaspar, CC BY-SA 3.0 — Wikimedia Commons

Das Amoreira-Aquädukt erhebt sich westlich von Elvas und durchschneidet die hügelige Landschaft des Hohen Alentejo mit seiner endlosen Folge von Quaderbögen. Erdacht, um den chronischen Wassermangel der Festungsstadt zu beheben, ist es eines der ehrgeizigsten öffentlichen Bauwerke des Portugals des 16. Jahrhunderts und noch heute eines der größten Aquädukte der Iberischen Halbinsel.

Ein Werk von fast einem Jahrhundert

Der Wassermangel, der Elvas plagte, veranlasste König João III., 1537 den Bau einer Leitung anzuordnen, die das Wasser der Amoreira-Quelle, mehrere Kilometer westlich gelegen, in die Stadt bringen sollte. Der Entwurf wurde Francisco de Arruda anvertraut, dem Werkmeister des Alentejo, der kurz zuvor das Água-de-Prata-Aquädukt in Évora entworfen hatte. Nach seinem Tod ging das Bauwerk in andere Hände über — darunter die von Afonso Álvares — und zog sich über Generationen hin, beschränkt durch die Kosten und den Umfang des Projekts.

Erst 1622 galt das Werk als vollendet, mit der Einweihung der Fonte da Misericórdia im Inneren der Stadt. Fast ein Jahrhundert trennt somit die Grundsteinlegung von dem Augenblick, in dem das Wasser endlich in den Brunnen von Elvas sprudelte.

Ingenieurkunst und Ausmaß

Das Aquädukt erstreckt sich über etwa 8,5 Kilometer und verbindet unterirdische Abschnitte mit der berühmten oberirdischen Arkade. An den tiefsten Stellen des Geländes staffelt die Struktur mehrere Bogenordnungen übereinander und erreicht nahezu 31 Meter Höhe, getragen von kräftigen viereckigen Pfeilern, die durch halbkreisförmige Strebepfeiler verstärkt sind. Man zählt eine beeindruckende Zahl von Bögen — mehrere hundert —, teils aus dem ursprünglichen Bau, teils das Ergebnis späterer Verstärkungen und Erweiterungen.

Die Monumentalität des Ganzen ist nicht grundlos: Die Sicherung der Wasserversorgung war eine wesentliche Bedingung dafür, dass eine Grenzfestung einer langwierigen Belagerung standhalten konnte.

Die architektonische Sprache ist nüchtern und der Renaissance verpflichtet, ohne überflüssige Verzierung, was die utilitaristische Bestimmung des Bauwerks widerspiegelt. Gerade diese Zurückhaltung, verbunden mit dem Maßstab, verleiht dem Aquädukt seine bildnerische Kraft.

Teil eines Grenzsystems

Das Amoreira-Aquädukt lässt sich nicht für sich allein verstehen. Es gehört zu jenem Gefüge, das Elvas zur gewaltigsten Festungsstadt der portugiesisch-kastilischen Grenze machte, neben der mittelalterlichen Burg, den bastionierten Mauern und den Forts, die die umliegenden Hügel krönen. Ohne es hätten die Garnisonsstadt und ihre Befestigungsanlagen die langen Belagerungen der Restaurationskriege und der folgenden Konflikte kaum überstanden.

Aus diesem Grund ist das Aquädukt als einer der sieben Bestandteile jener Stätte eingebunden, die die UNESCO 2012 in die Welterbeliste aufnahm und damit Elvas als die größte bastionierte Befestigungsanlage mit Trockengraben der Welt anerkannte. Wenige Schritte entfernt erhebt sich auch die Kathedrale von Elvas, die von Francisco de Arruda, demselben Architekten wie dem des Aquädukts, errichtete Mutterkirche.

Seit 1910 als Nationaldenkmal klassifiziert, bleibt das Amoreira-Aquädukt eines der wiedererkennbarsten Wahrzeichen von Elvas und ein beredtes Zeugnis der portugiesischen Wasserbaukunst der Neuzeit. Es fügt sich ganz selbstverständlich in die lange Tradition der großen Aquädukte ein, die in Portugal errichtet wurden, um die Entfernung zwischen dem Wasser und den Städten zu überwinden.

Häufige Fragen

Wann wurde das Amoreira-Aquädukt erbaut?
Die Arbeiten begannen 1537 auf Befehl von König João III. und zogen sich fast ein Jahrhundert hin; vollendet wurde es 1622 mit der Einweihung der Fonte da Misericórdia im Inneren von Elvas.
Wer war der Architekt des Amoreira-Aquädukts?
Der Entwurf fiel Francisco de Arruda zu, dem Werkmeister des Alentejo und Schöpfer des Água-de-Prata-Aquädukts in Évora. An dem Bauwerk wirkten später Meister wie Afonso Álvares mit.
Ist das Amoreira-Aquädukt Weltkulturerbe?
Ja. Es ist einer der sieben Bestandteile der Stätte Garnisonsgrenzstadt Elvas und ihre Befestigungsanlagen, die 2012 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde (Nr. 1367).

Quellen

  1. Aqueduto da Amoreira — Wikipédia
  2. Garrison Border Town of Elvas and its Fortifications — UNESCO World Heritage Centre
  3. Aqueduto da Amoreira — Município de Elvas