Denkmäler

Burg von Evoramonte

Die Burg von Evoramonte, ein einzigartiger Renaissance-Bergfried bei Estremoz im Alentejo, Schauplatz der Konvention, die 1834 die Liberalen Kriege beendete.

Burg von Evoramonte
Joseolgon, CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons

Auf der Höhe einer Anhöhe, die die Ebene des Alentejo zwischen Estremoz und Évora beherrscht, erhebt sich eines der unklassifizierbarsten Bauwerke des portugiesischen Militärerbes. Die Burg von Evoramonte ist in ihrer heutigen Gestalt keine typische mittelalterliche Festung: Sie ist ein Renaissance-Bergfried von quadratischem Grundriss, robust und geometrisch, der eher einem auf den Hügel gesetzten steinernen Würfel gleicht als einem herkömmlichen Wehrbau. Diese Eigenart machte sie zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen und zu einem der meistfotografierten Denkmäler des Alentejo-Hinterlands.

Von den mittelalterlichen Mauern zum Renaissance-Bergfried

Die Besiedlung des Ortes ist alt und reicht bis in die Vorgeschichte zurück, doch die belegte Geschichte der Burg beginnt mit der Reconquista. Die Siedlung wurde wohl um 1160 den Mauren entrissen, und ihre Befestigungen wurden später von der Krone ausgebaut: Dom Afonso III. verlieh ihr 1248 einen Freibrief, und 1306 ließ Dom Dinis die mittelalterliche Ringmauer errichten, von der noch Mauerabschnitte und Spitzbogentore erhalten sind.

Das Bauwerk jedoch, das den Besucher heute beeindruckt, ist späteren Datums. Ein Erdbeben um 1531 zerstörte den alten Bergfried. Unter der Leitung des alcaide-mor (Burghauptmanns) wurde die Burg um 1532 in Gestalt eines italienisch inspirierten Wehrturm-Palastes wiederaufgebaut, dessen Entwurf häufig dem Umkreis der königlichen Architekten Diogo und Francisco de Arruda zugeschrieben wird. Das Ergebnis ist ein Bau von drei gewölbten Geschossen mit vier dicken zylindrischen Ecktürmen, mehr befestigter Palast als Kriegsburg.

Die große Neuerung des Bergfrieds ist seine Renaissance-Sprache in einer Region, in der noch die Gotik vorherrschte: Die Innengewölbe und die geometrische Klarheit des Grundrisses nehmen tief im Alentejo eine architektonische Empfindsamkeit vorweg, die sich erst viel später durchsetzen sollte.

Über die Fassade läuft, in Stein gehauen, eine Knotenschnur — das Wappenzeichen des Hauses Bragança, mit dem die Herrschaft des Ortes verbunden war. Dieses Motiv manuelinischen Ursprungs zählt zu den meistgerühmten Schmuckdetails des Denkmals und unterstreicht seinen Charakter als herrschaftliche Residenz mehr denn als Bollwerk.

Schauplatz des Endes der Liberalen Kriege

Der nationale Ruhm Evoramontes verdankt sich vor allem einem entscheidenden Ereignis der jüngeren portugiesischen Geschichte. Hier wurde am 26. Mai 1834 die Konvention von Evoramonte unterzeichnet, die die Liberalen Kriege beendete — den Bürgerkrieg, der sechs Jahre lang die Anhänger des Absolutismus Dom Miguels den Verteidigern der konstitutionellen Monarchie Dom Pedros und Dona Marias II. gegenüberstellte. Das Abkommen besiegelte die Niederlage der Miguelisten und das daraus folgende Exil Dom Miguels und festigte das liberale Regime in Portugal.

Dieses Ereignis verwandelte eine Burg an der inneren Grenze in einen Ort des politischen Gedenkens, an den heute das ummauerte Dorf selbst erinnert, das sich zu Füßen des Bergfrieds erstreckt.

Besuch und Einordnung

Die Anlage wurde 1910 zum Nationaldenkmal erklärt und fügt sich in das Netz von Befestigungen ein, das den Alentejo durchzieht, nahe der Burg von Estremoz, in derselben Region, in der sich weitere militärische und höfische Juwelen wie der Herzogspalast von Vila Viçosa und die imposante Burg von Marvão befinden. Wer die Burgen Portugals bereist, findet in Evoramonte ein untypisches Exemplar, das den Übergang von der mittelalterlichen Festung zum Renaissance-Palast dokumentiert.

Das Dorf Evoramonte mit seinen engen Gassen innerhalb der Mauern und der restaurierte Bergfried bilden gemeinsam einen der geschlossensten historisch-monumentalen Kerne des Alentejo und belohnen den Aufstieg mit einem weiten Blick über die Ebene und in der Ferne auf die Serra de Ossa.

Häufige Fragen

Warum unterscheidet sich die Burg von Evoramonte so sehr von anderen portugiesischen Burgen?
Weil das, was man heute sieht, keine gewöhnliche mittelalterliche Festung ist, sondern ein um 1532 nach einem Erdbeben wiederaufgebauter Wehrturm-Palast mit quadratischem Grundriss, vier zylindrischen Ecktürmen und drei gewölbten Geschossen italienischer Renaissance-Prägung.
Was war die Konvention von Evoramonte?
Es war das am 26. Mai 1834 unterzeichnete Abkommen, das die Liberalen Kriege beendete, den Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Absolutisten, der Dom Miguel ins Exil führte und die konstitutionelle Monarchie festigte.
Wo liegt die Burg von Evoramonte?
Sie befindet sich im Ort Evoramonte, einer Gemeinde des Kreises Estremoz im Distrikt Évora im Alentejo, auf einer Anhöhe, die die umliegende Ebene beherrscht.

Quellen

  1. Castelo de Évora Monte — Wikipédia
  2. DGPC / SIPA — Património Cultural