Denkmäler

Burg von Portel

Die gotische Burg von Portel im Distrikt Évora: eine Festung mit siebeneckigem Grundriss, im 13. Jahrhundert von João de Aboim im Alentejo errichtet.

Burg von Portel
Carlos Vieira Romão, CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons

Die Burg von Portel erhebt sich auf einer Anhöhe, die das Städtchen Portel im Distrikt Évora, mitten im Herzen des Alentejo, beherrscht. Sie ist eine der ungewöhnlichsten Befestigungen der portugiesischen Gotik und zeichnet sich durch ihren siebeneckigen Grundriss aus, eine im Land unübliche Verteidigungslösung. Seit dem 23. Juni 1910 ist sie als Nationaldenkmal klassifiziert.

Ursprung und Gründung

Der zur Zeit Alfons’ III. überlieferte Ortsname Portel Mafomede zeugt von der früheren muslimischen Präsenz in diesem Gebiet, das zur Zeit der Reconquista zum ausgedehnten Bezirk von Évora gehörte. Vor 1257 schenkte der Monarch diese Ländereien dem Adligen João de Aboim, einem der einflussreichsten Mitglieder des Hofes. Nach der Festlegung der Gerichtsbarkeit genehmigte Alfons III. im Jahr 1261 den Bau einer Burg, die den Interessen seines Vasallen besser dienen sollte.

Am 1. Dezember 1262 verlieh João de Aboim, begleitet von seiner Frau und seinem Sohn, den Siedlern der Burg von Portel einen Freiheitsbrief (foral) mit ähnlichen Bestimmungen wie jenen von Évora. Die Festung entstand somit als Instrument der Besiedlung und der herrschaftlichen Behauptung in einem erst kürzlich in das Königreich eingegliederten Alentejo. Im Jahr 1289, bereits unter König Dionysius, fiel die Herrschaft an die Krone zurück und wurde Teil der Politik zur Verstärkung der königlichen Befestigungen.

Architektur und Entwicklung

Der siebeneckige Grundriss, verstärkt durch runde Türme an den Ecken, verleiht der Burg einen in der portugiesischen mittelalterlichen Militärarchitektur seltenen Verlauf, der mitunter dem Vorbild der französischen Burg von Angers angenähert wird. Der Bergfried und der Mauerring bilden ein Ensemble, das auf die aktive Verteidigung ausgelegt ist und mit dem Stadtmauerring verbunden ist, der die Ortschaft schützte. Diese Verbindung von Befestigung und Wohnkern steht in der Tradition der gotischen Burgen des Alentejo, ähnlich anderen Festungen der Grenze und des Binnenlandes.

Während der Dynastiekrise von 1383–1385 wurde die Festung von den Truppen eingenommen, die mit dem Konstabler Nuno Álvares Pereira verbündet waren. Bereits unter der Herrschaft Manuels I. erscheint die Burg in der Darstellung von Duarte de Armas im Livro das Fortalezas (um 1509), einem bildlichen Zeugnis ihres Zustands am Vorabend umfangreicher Arbeiten. Im Jahr 1510 wurde die Anlage unter der Obhut des Hauses Bragança umgebaut, um einen herrschaftlichen Palast aufzunehmen, und mit einer Barbakane versehen; die Arbeiten wurden dem königlichen Architekten Francisco de Arruda anvertraut, einer zentralen Gestalt der gotischen Architektur in Portugal im Übergang zur Manuelinik.

Bedeutung und Besuch

Im Laufe des 19. Jahrhunderts geriet das Ensemble mit dem Verlust seiner militärischen Funktion in zunehmenden Verfall, der durch Konservierungsmaßnahmen im Laufe des 20. Jahrhunderts behoben wurde. Heute ist die Burg eines der Wahrzeichen des Baukulturerbes des Alentejo und ein bevorzugter Aussichtspunkt über die Landschaft des Stausees von Alqueva. Sie gehört zu der umfangreichen Gruppe von Burgen, die die Lesart des mittelalterlichen portugiesischen Territoriums prägen und die als Nationaldenkmal rechtlichen Schutz sowie Programme zur Aufwertung des Kulturerbes genießen.

Häufige Fragen

Wer ließ die Burg von Portel errichten?
Der Bau wurde 1261 von König Alfons III. genehmigt und vom Adligen João de Aboim, Herr von Portel, gefördert, der den Siedlern am 1. Dezember 1262 einen Freiheitsbrief (foral) verlieh.
Wo liegt die Burg von Portel?
Sie steht im Städtchen Portel, dem Hauptort der gleichnamigen Gemeinde, im Distrikt Évora in der Region Alentejo und beherrscht die Landschaft südlich des Stausees von Alqueva.
Was ist die Besonderheit des Burggrundrisses?
Sie besitzt einen ungewöhnlichen siebeneckigen Grundriss, der durch runde Türme an den Ecken verstärkt wird – eine in Portugal seltene Lösung, die häufig mit der französischen Burg von Angers verglichen wird.

Quellen

  1. Castelo de Portel — Wikipédia
  2. Castelo e cerca urbana de Portel — SIPA/DGPC