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Portugiesische Filigranarbeit
Die portugiesische Filigranarbeit, Goldschmiedekunst aus Gold- und Silberdraht von Gondomar, Póvoa de Lanhoso und Viana do Castelo, mit dem emblematischen Herz…
Die portugiesische Filigranarbeit ist einer der zartesten Ausdrucksformen der traditionellen Goldschmiedekunst des Landes. Der Name leitet sich vom lateinischen filum (Faden) und granum (Korn) ab und beschreibt damit präzise ihren Rohstoff: hauchdünne Gold- oder Silberdrähte, mitunter begleitet von winzigen angelöteten Kügelchen. Diese Drähte, paarweise verdrillt und dann flachgedrückt, werden auf ein zuvor gezeichnetes Gerüst aufgebracht und bringen so spitzenartige Kompositionen von bemerkenswerter Leichtigkeit hervor. Es handelt sich um eine vollständig handgefertigte Arbeit, die Geduld, Vorstellungskraft und eine über Jahre des Handwerks verfeinerte Geschicklichkeit erfordert.
Technik und Handwerkskunst
Die Herstellung eines Filigranstücks ergibt sich aus einer Kette geteilten Wissens. In den Werkstätten bereiten die Goldschmiede den Draht vor und montieren das Gerüst, das den Umriss des Objekts bestimmt. Es folgen die enchedeiras, Kunsthandwerkerinnen, die, oft in häuslichem Umfeld, das Innere der Stücke mit den Drahtmotiven füllen. Schließlich verlöten die Goldschmiede das gesamte Ensemble und fixieren das Muster. Man unterscheidet zwei Verfahren: die aufgelegte Filigranarbeit, bei der die Motive einen festen Träger schmücken, und die durchbrochene Filigranarbeit, bei der das Stück selbst vollständig aus Draht ohne Metallgrund gebildet wird.
Die Filigranarbeit ist vor allem eine Kunst des Unsichtbaren: Was man bewundert, ist nicht das Metall, sondern die spitzenartige Leere, die die Drähte in die Luft zu zeichnen vermögen.
Produktionszentren des Nordens
Die Filigranarbeit erblühte vor allem im Norden Portugals, in einer historisch goldreicheren Region. Heute konzentriert sich die Produktion auf zwei Hauptpole: Gondomar im Distrikt Porto und Póvoa de Lanhoso im Distrikt Braga — Letzteres oft als nationale Hauptstadt der Filigranarbeit bezeichnet, mit einer fest verankerten Tradition in den Gemeinden Travassos und Sobradelo da Goma. Die Filigranarbeit von Gondomar zeichnet sich durch die Feinheit und Akkuratesse ihrer Stücke aus und bewahrt ein von Generation zu Generation überliefertes Handwerk. Viana do Castelo wiederum übernahm die Filigranarbeit als Wahrzeichen und gab einem ihrer berühmtesten Stücke seinen Namen.
Das Herz von Viana und das Repertoire
Das Herz von Viana — auch Minho-Herz genannt — ist das wiedererkennbarste Motiv der portugiesischen Filigranarbeit. Andächtigen Ursprungs, ruft es das Heiligste Herz Jesu hervor, und die erste Ausführung wird gewöhnlich mit der Regierungszeit von Maria I. am Ende des 18. Jahrhunderts verbunden. An seiner Seite bestehen die brincos à rainha (Ohrringe der Königin), populär geworden, nachdem Maria II. sie bei einem Besuch in Viana do Castelo 1852 getragen hatte, die von der Mondsichel inspirierten arrecadas und die Viana-Perlen, hohle, fein aufgereihte Kugeln. Diese Stücke sind ein untrennbarer Bestandteil der traditionellen Minho-Tracht, vor allem des Brautschmucks.
Ab dem 17. Jahrhundert prägte die portugiesische Filigranarbeit eine eigene, von jeder anderen verschiedene Bildwelt rund um drei große Themen: die Natur (Blumen, Fische, Muscheln), die Religion (Kreuze, Reliquiare, Heilige) und die Liebe (Herzen). Dieses einzigartige Repertoire reiht sie in das immaterielle Erbe des Landes ein: 2017 schlossen sich Gondomar und Póvoa de Lanhoso in der Zertifizierung „Filigrana de Portugal” zusammen, und die „Filigrana de Gondomar” wurde im Oktober 2023 in das Nationale Inventar des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Sie fügt sich damit vollständig in die Welt des portugiesischen Kunstgewerbes und des immateriellen Kulturerbes Portugals ein.
Häufige Fragen
- Was ist die portugiesische Filigranarbeit?
- Es ist eine Goldschmiedetechnik, bei der hauchdünne Gold- oder Silberdrähte, paarweise verdrillt und flachgedrückt, auf ein Gerüst aufgebracht werden, um spitzenartige Muster zu bilden. Sie ist vollständig handgefertigt und erfordert großes Geschick und Geduld.
- Wo wird die Filigranarbeit in Portugal hergestellt?
- Die wichtigsten Produktionszentren sind Gondomar und Póvoa de Lanhoso im Norden des Landes. Viana do Castelo ist mit der Verbreitung der Filigranarbeit verbunden und gibt dem berühmten Herz von Viana seinen Namen, obwohl dieses überwiegend in Gondomar gefertigt wird.
- Was stellt das Herz von Viana dar?
- Es ist das ikonischste Stück der portugiesischen Filigranarbeit. Religiösen Ursprungs, ruft es das Heiligste Herz Jesu hervor, und die erste Ausführung wird der Regierungszeit von Maria I. am Ende des 18. Jahrhunderts zugeschrieben. Es wurde zu einem Symbol der Liebe und der portugiesischen Identität.