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Die Calouste-Gulbenkian-Stiftung und das Kulturerbe

Die Calouste-Gulbenkian-Stiftung mit Sitz in Lissabon und ihre Rolle beim Mäzenatentum, bei der Konservierung und der Förderung des portugiesischen Kulturerbes.

Die Calouste-Gulbenkian-Stiftung und das Kulturerbe
Pedro Ribeiro Simões from Lisboa, Portugal, CC BY 2.0 — Wikimedia Commons

Die Calouste-Gulbenkian-Stiftung ist eine private Einrichtung von öffentlichem Nutzen mit Sitz in Lissabon, die laut Satzung den Künsten, der Wohltätigkeit, der Wissenschaft und der Bildung gewidmet ist. Gegründet in Folge des Testaments von Calouste Sarkis Gulbenkian (1869-1955), eines Magnaten armenischer Herkunft, der Portugal als Gastland wählte und dort verstarb, erhielt die Stiftung am 18. Juli 1956 die Genehmigung ihrer Satzung durch den portugiesischen Staat. Seither ist sie zu einem der einflussreichsten Akteure des kulturellen Mäzenatentums in Portugal geworden, mit einer maßgeblichen Rolle bei der Konservierung, der Erforschung und der Vermittlung des Kulturerbes.

Der Sitz und das Museum

Der Sitz der Stiftung nimmt einen weitläufigen Park neben der Praça de Espanha im Viertel Avenidas Novas ein. Der bebaute Komplex — Verwaltungssitz, Museum und Garten — wurde von den Architekten Alberto Pessoa, Pedro Cid und Ruy d’Athouguia entworfen und 1969 eingeweiht; er gilt als Meilenstein der portugiesischen modernistischen Architektur. Der umgebende Garten, gestaltet von António Viana Barreto und Gonçalo Ribeiro Telles, fügt das gebaute Werk in vorbildlicher Weise in die Landschaft ein. Der Komplex erhielt 1975 den Valmor-Preis und wurde 2010 als Nationaldenkmal eingestuft, womit er das erste zeitgenössische Werk wurde, das diesen Status in Portugal erlangte — eine Auszeichnung, die ihn auf eine Stufe mit den großen Denkmälern Portugals stellt und die Tragweite der Einstufung als Nationaldenkmal verdeutlicht.

Das Calouste-Gulbenkian-Museum vereint die Sammlung des Gründers, die ägyptische, griechisch-römische, islamische, armenische und fernöstliche Kunst sowie europäische Malerei und Kunsthandwerk umfasst. Das 1983 eröffnete Zentrum für Moderne Kunst widmet sich der modernen und zeitgenössischen portugiesischen Kunst und bildet eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art im Land.

Mäzenatentum und Kulturerbe

Über ihre eigenen Sammlungen hinaus spielte die Stiftung über Jahrzehnte hinweg eine Mäzenatenrolle im Bereich des Kulturerbes. Sie unterstützte Restaurierungskampagnen für Denkmäler, Kirchen und historische Ensembles, finanzierte Inventarisierungs- und Forschungsarbeiten und trug zur Ausbildung von Konservatoren, Restauratoren und Kunsthistorikern bei. Ihre Kunstbibliothek ist ein Referenzzentrum für das Studium der Kunstgeschichte und des portugiesischen Kulturerbes und ergänzt die Arbeit der öffentlichen Institutionen, die in der Geschichte der Institutionen des Kulturerbes beschrieben wird.

Die verlegerische und ausstellungsbezogene Tätigkeit der Stiftung — einschließlich der seit 1959 erscheinenden Zeitschrift Colóquio — vermittelte einem breiten Publikum das Wissen über das nationale Kulturerbe. Programme von Wanderbibliotheken brachten die Kultur in ländliche Gebiete, und zahlreiche Stipendien und Zuschüsse trugen Projekte zur Bewahrung im gesamten Staatsgebiet.

Internationale Anerkennung

Die Bedeutung des Stiftungskomplexes führte zu seiner Aufnahme in die portugiesische Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe, die auf der Seite zur Kandidatur der Calouste-Gulbenkian-Stiftung ausführlich dargestellt wird. Diese Kandidatur unterstreicht den universellen Wert eines Ensembles, das Architektur, Museologie und Landschaft zu einer einzigartigen Synthese der Moderne des 20. Jahrhunderts verbindet, und festigt den Status der Stiftung als unverzichtbaren Bezugspunkt für Kultur und Kulturerbe in Portugal.

Häufige Fragen

Wann wurde die Calouste-Gulbenkian-Stiftung gegründet?
Die Satzung der Stiftung wurde am 18. Juli 1956 vom portugiesischen Staat genehmigt, in Folge des Testaments von Calouste Sarkis Gulbenkian, der 1955 in Lissabon verstarb.
Warum gilt der Sitz der Stiftung als Nationaldenkmal?
Der modernistische Komplex aus Verwaltungssitz, Museum und Garten, entworfen von Alberto Pessoa, Pedro Cid und Ruy d'Athouguia und 1969 eingeweiht, wurde 2010 als Nationaldenkmal eingestuft und wurde damit das erste zeitgenössische Werk, das diesen Status in Portugal erlangte.
Welche Kunstsammlungen vereint die Stiftung?
Das Calouste-Gulbenkian-Museum bewahrt die Sammlung des Gründers mit ägyptischer, griechisch-römischer, islamischer und fernöstlicher Kunst, während sich das 1983 eröffnete Zentrum für Moderne Kunst der modernen und zeitgenössischen portugiesischen Kunst widmet.

Quellen

  1. Fundação Calouste Gulbenkian — Wikipédia
  2. Edifício-sede e parque da Fundação Calouste Gulbenkian — Wikipédia
  3. Cronologia — Fundação Calouste Gulbenkian