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Nationalmuseum für Ethnologie
Nationalmuseum für Ethnologie in Lissabon: Geschichte, Sammlungen portugiesischer und außereuropäischer materieller Kultur sowie das Vermächtnis von Jorge Dias…
Das Nationalmuseum für Ethnologie (MNE) in Lissabon ist die wichtigste portugiesische Institution, die sich der Erforschung, Sammlung und Ausstellung materieller Kultur und Volksbräuche sowohl des nationalen Territoriums als auch außereuropäischer Völker widmet. Es ist ein unverzichtbarer Bezugspunkt für Anthropologie und Ethnografie in Portugal, mit einer Sammlung von Zehntausenden von Objekten aus Afrika, Asien, Amerika und Europa.
Ursprung und das Vermächtnis von Jorge Dias
Die Wurzeln des Museums reichen bis zum Zentrum für ethnologische Studien zurück, das ab 1947 vom Ethnologen Jorge Dias geleitet wurde. Mit Mitarbeitern wie Margot Dias, Ernesto Veiga de Oliveira, Fernando Galhano und Benjamim Pereira führte Dias umfangreiche Forschungsarbeiten zur portugiesischen materiellen Kultur und später zu den Gemeinschaften der ehemaligen Überseegebiete durch. 1959 gab die Ausstellung “Leben und Kunst des Makonde-Volkes” Einblick in einen Teil dieser Feldforschung.
Die Institution wurde 1965 offiziell als Museum für Übersee-Ethnologie gegründet, was den politischen und kolonialen Kontext der Zeit widerspiegelt. Nach mehreren Veränderungen wurde es 1990 in die Struktur der staatlichen Museen integriert und trägt seitdem den heutigen Namen Nationalmuseum für Ethnologie, das heute unter der Aufsicht der Generaldirektion für Kulturerbe steht.
Das Gebäude und die Sammlungen
Nachdem das Museum zunächst in provisorischen Räumlichkeiten untergebracht war, zog es 1975 in ein eigens errichtetes Gebäude in der Avenida da Ilha da Madeira im Stadtteil Restelo um und öffnete 1976 seine Pforten für die Öffentlichkeit. Das modernistisch gestaltete Gebäude wurde vom Architekten António Saragga Seabra entworfen und den Anforderungen der Konservierung und Lagerung einer wachsenden ethnografischen Sammlung angepasst.
Die Sammlungen umfassen Tausende von Objekten portugiesischer materieller Kultur – landwirtschaftliche Geräte, Textilien, Keramik, Möbel und Alltagsgegenstände des ländlichen Lebens – sowie Sammlungen außereuropäischer Kulturen aus Dutzenden von Ländern. 2007 übernahm das Museum den bedeutenden Nachlass des ehemaligen Museums für Volkskunst, wodurch seine Rolle bei der Dokumentation nationaler Traditionen gestärkt wurde. Diese Sammlung steht in direktem Dialog mit dem immateriellen Erbe, indem sie materielle Zeugnisse von Wissen, Handwerk und Festlichkeiten bewahrt.
Rolle im museologischen Kontext
Als nationales Museum zeichnet sich das MNE durch die Verbindung von akademischer Forschung und Ausstellungspraxis aus und bietet besuchbare Depots an, die einen ungewöhnlich großen Teil seiner Bestände zugänglich machen. Es ist Teil des Netzwerks der nationalen Museen Portugals und hat ein eigenständiges Profil im Vergleich zu verwandten Institutionen wie dem benachbarten Nationalmuseum für Tracht, mit dem es den Fokus auf materielle Kultur und Traditionen des portugiesischen Volkes teilt. Seine kontinuierliche Inventarisierungs- und Forschungsarbeit macht es zu einem Grundpfeiler der ethnologischen Forschung im Land.
Häufige Fragen
- Wann wurde das Nationalmuseum für Ethnologie gegründet?
- Es wurde 1965 unter der Leitung des Ethnologen Jorge Dias zunächst als Museum für Übersee-Ethnologie gegründet. Das heutige Gebäude im Restelo wurde 1976 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- Wo befindet sich das Nationalmuseum für Ethnologie?
- Es liegt in der Avenida da Ilha da Madeira im Stadtteil Restelo in Lissabon, in einem vom Architekten António Saragga Seabra entworfenen Gebäude.
- Was kann man im Museum besichtigen?
- Die Sammlung umfasst Zehntausende von Objekten portugiesischer materieller Kultur sowie außereuropäischer Kulturen aus Afrika, Asien und Amerika, zusätzlich zum Nachlass des ehemaligen Museums für Volkskunst.