Denkmäler

Burg von Feira

Die Burg von Feira in Santa Maria da Feira (Aveiro): eine mittelalterliche Festung, gekrönt von vier kegelförmigen Türmen, seit 1910 Nationaldenkmal.

Burg von Feira
António Amen, CC BY-SA 3.0 — Wikimedia Commons

Die Burg von Feira, auch bekannt als Burg von Santa Maria da Feira, ist eine der markantesten Festungen Portugals. Auf der Spitze eines bewaldeten Hügels gelegen, der den historischen Kern von Santa Maria da Feira im Distrikt Aveiro beherrscht, zeichnet sie sich durch ihre unverwechselbare Silhouette aus: vier Türme, gekrönt von kegelförmigen Spitzen, die ihre steinerne Masse gegen den Himmel emporragen lassen. Dieses einzigartige Bild, das eher der romantischen Fantasie als der gewohnten militärischen Strenge nahekommt, hat sie zu einem der identitätsstiftenden Wahrzeichen der Nordregion und zu einem der meistfotografierten Denkmäler des einstigen Entre Douro e Vouga gemacht.

Von den mittelalterlichen Ursprüngen zur heutigen Festung

Der Hügel, auf dem die Burg steht, war seit ältesten Zeiten besiedelt, in einem Gebiet, dessen Verteidigungsgeschichte bis zu den castrejischen Bevölkerungen der Region zurückreicht, von denen das benachbarte Castro de Romariz Zeugnis ablegt. Der erste gesicherte urkundliche Hinweis auf die Befestigung erscheint in der Chronica Gothorum, die über den Feldzug Bermudos III. von León in den Ländereien von Santa Maria um 1045 berichtet. Aus dieser ältesten Zeit dürften der untere Kern des Bergfrieds und die ursprüngliche Umfassung stammen, welche die Zitadelle schützte, die damals Hauptort eines weiten Verwaltungsbezirks namens Terra de Santa Maria war.

Die heute bewunderte Festung ist jedoch vor allem das Ergebnis weit späterer Baukampagnen. Im Verlauf des 15. und 16. Jahrhunderts wurde die Burg unter der Schirmherrschaft der Herren der Terra da Feira — der Familie Pereira, der späteren Grafen von Feira — tiefgreifend umgestaltet. Diese Eingriffe gehören bereits zum Übergang von der gotischen Militärarchitektur zu Lösungen im manuelinischen und joaninischen Geschmack, und in ihnen nahmen der imposante Bergfried, die Zitadelle und die charakteristischen pyramidenförmigen Turmspitzen Gestalt an.

Die Originalität der Burg von Feira liegt weniger in ihrer defensiven Wirksamkeit als in ihrem plastischen Ausdruck: Die kegelförmigen Türme bringen einen Willen zur herrschaftlichen Selbstdarstellung zum Ausdruck, bei dem die Burg ebenso Waffe wie Sinnbild des Prestiges ist.

Architektur und bemerkenswerte Elemente

Die Anlage zeichnet einen annähernd ovalen Grundriss, der dem Relief des Hügels angepasst und in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet ist. Der südliche Teil vereint die monumentalsten Elemente: den Bergfried und die Zitadelle des 15. Jahrhunderts, in mehreren Geschossen angelegt, mit Zisterne, einem mit Kaminen ausgestatteten Prunksaal und Wohnräumen. Der Zugang erfolgt über eine Barbakane und über viereckige Türme, die den Eingang flankieren, in einer Anordnung, die bereits auf die Verteidigung mit Feuerwaffen ausgelegt ist.

Im Inneren des Bezirks erhebt sich zudem die Kapelle Nossa Senhora da Encarnação mit polygonalem Grundriss, die von der zugleich militärischen und religiösen Bestimmung des Ortes zeugt. Der Quaderstein, an den Gesimsen und Abschlüssen mit Sorgfalt bearbeitet, kontrastiert mit dem rustikaleren Mauerwerk der Wehrmauern und offenbart die verschiedenen Bauphasen, die sich über fast fünf Jahrhunderte überlagert haben.

Einstufung und Erinnerung

1910 als Nationaldenkmal eingestuft, profitierte die Burg von Feira im 20. Jahrhundert von einer umfangreichen Restaurierungskampagne der Generaldirektion für nationale Bauten und Denkmäler, welche die Strukturen festigte und das Bild prägte, das wir heute kennen. Neben anderen Festungen, die zum Ensemble der Burgen Portugals gehören, übernimmt sie heute eine umfassende kulturelle Funktion und beherbergt Besichtigungen, historische Nachstellungen und Veranstaltungen, die das Denkmal mit dem Leben der Gemeinschaft verbinden.

Mehr als eine zur Betrachtung einladende Ruine bleibt die Burg von Feira ein lebendiges Wahrzeichen des Stadtbildes, eine unverzichtbare Station auf jeder Route durch die Denkmäler Portugals und ein Höhepunkt der lokalen Identität von Santa Maria da Feira.

Häufige Fragen

Wo liegt die Burg von Feira?
Sie erhebt sich auf einem Hügel im Zentrum von Santa Maria da Feira, im Distrikt Aveiro, und beherrscht die Stadt sowie das umliegende Tal.
Warum hat die Burg von Feira kegelförmige Türme?
Die vier pyramidenförmigen Turmspitzen, die den Bergfried und die Zitadelle krönen, gehen auf die Bauarbeiten des 15. und 16. Jahrhunderts zurück und verleihen ihr die einzigartige Silhouette, die sie von den übrigen portugiesischen Burgen unterscheidet.
Wann wurde sie als Nationaldenkmal eingestuft?
Die Burg von Feira wurde 1910 als Nationaldenkmal eingestuft und gehört damit zur ersten großen Liste geschützter Denkmäler des Landes.

Quellen

  1. Castelo de Santa Maria da Feira — Wikipédia
  2. SIPA — Castelo da Feira / Castelo de Santa Maria
  3. Castelo da Feira — Câmara Municipal de Santa Maria da Feira