Archäologie
Castro de Romariz
Castro de Romariz, befestigte Siedlung bei Santa Maria da Feira, von der Eisenzeit bis in die römische Epoche bewohnt, berühmt für ihren Münzschatz.
Der Castro de Romariz ist eine befestigte Siedlung auf einem Sporn der Gemeinde Romariz, im Kreis Santa Maria da Feira (Distrikt Aveiro). Wegen seiner langen Besiedlung — die die Eisenzeit und die Phase der Romanisierung umfasst — gilt er heute als eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Region Entre Douro e Vouga, eines Grenzgebiets zwischen den großen Flüssen, die ihm den Namen geben.
Chronologie und Besiedlung
Die archäologischen Untersuchungen datieren die Gründung der Siedlung in das 5. Jahrhundert v. Chr., wobei sich die Besiedlung bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. fortsetzte, bereits mitten in der römischen Zeit. Es handelt sich somit um eine Stätte mit doppelter Lesart: Einerseits gehört sie zur Castro-Kultur des Nordwestens der Iberischen Halbinsel, geprägt von den durch Mauern verteidigten Höhensiedlungen; andererseits dokumentiert sie den Wandlungsprozess dieser Gemeinschaften während der Eisenzeit und ihre spätere Eingliederung in die römische Welt.
Die Wahl des Ortes war nicht zufällig. Die erhöhte Lage sicherte die visuelle Kontrolle über die Verkehrswege und das umliegende Ackerland und machte die Siedlung zugleich verteidigungsfähig — eine wiederkehrende Logik bei den Castros des Nordwestens.
Die Mauer und die Verteidigungsstruktur
Das Verteidigungssystem des Castro de Romariz gliedert sich in zwei konzentrische Mauerlinien, die auf der Südseite — der verwundbarsten — durch einen Graben verstärkt werden. Diese befestigte Anlage grenzte den Wohnraum ab, in dem die Ausgrabungen Plattformen und Strukturen freigelegt haben, die die Entwicklung der Bebauung über die Jahrhunderte der Besiedlung dokumentieren.
Die Lesart der Mauern und der Bebauung offenbart eine Siedlung, die nicht statisch blieb: Über mehr als ein halbes Jahrtausend passte sie sich neuen Bautechniken und den über die Handelskreisläufe eintreffenden Einflüssen an.
Funde und Handel
Die in Romariz geborgene materielle Kultur zeichnet sich durch ihre Vielfalt und ihre geografische Reichweite aus. Zu den einheimischen Materialien gesellen sich punische, griechische und römische Keramiken, dazu Glas, Metalle, Münzen und Inschriften. Dieses Ensemble belegt die Einbindung der Siedlung in regionale und überregionale Austauschnetze, in einer Zeit, in der sich die nordwestliche Küste dem Mittelmeer öffnete.
Der berühmteste Fund ist der Schatz von Romariz, ein Münzensemble, das Mitte des 19. Jahrhunderts identifiziert wurde und die Stätte in die archäologische Fachliteratur einführte, lange bevor sie wissenschaftlich untersucht wurde. Das Vorhandensein von Münzgeld und der Umlauf importierter Waren helfen, den Stellenwert von Romariz im Kontext der Archäologie des römischen Portugal zu verstehen.
Forschung und Klassifizierung
Nach der Entdeckung im 19. Jahrhundert erlebte der Castro eine lange Periode wissenschaftlicher Vernachlässigung. Erst 1980 begannen die systematischen archäologischen Arbeiten, die es ermöglichten, die Besiedlungsabfolge und den Verlauf der Befestigungen zu klären. Die Stätte ist seit 1945 als Immobilie von öffentlichem Interesse eingestuft (Gesetzesdekret Nr. 34 452 vom 20. März).
Nach Voranmeldung zu besichtigen, fügt sich der Castro de Romariz in eine Gruppe befestigter Siedlungen des Nordwestens ein, die man als Netzwerk lesen sollte — darunter der benachbarte Castro de São Lourenço — und stellt ein vorzügliches Zeugnis der ältesten Geschichte der Ländereien von Feira dar.
Häufige Fragen
- Wo liegt der Castro de Romariz?
- Er liegt in der Gemeinde Romariz, im Kreis Santa Maria da Feira, Distrikt Aveiro, auf einem Sporn über dem Tal, in der Region Entre Douro e Vouga.
- Welchen Schutzstatus hat der Castro de Romariz?
- Er ist seit 1945 als Immobilie von öffentlichem Interesse eingestuft, durch das Gesetzesdekret Nr. 34 452 vom 20. März.
- Was ist der Schatz von Romariz?
- Es handelt sich um eine Münzsammlung, die Mitte des 19. Jahrhunderts am Ort entdeckt wurde, ein Zeugnis des Handels, der die Siedlung mit regionalen und überregionalen Kreisläufen verband.