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Portugiesische Renaissancemalerei

Die portugiesische Renaissancemalerei des 16. Jahrhunderts, von Lissabon bis Viseu, mit Gregório Lopes, Cristóvão de Figueiredo und Vasco Fernandes, dem Grão Vasco.

Portugiesische Renaissancemalerei
Vitor Oliveira from Torres Vedras, PORTUGAL, CC BY-SA 2.0 — Wikimedia Commons

Die portugiesische Renaissancemalerei bezeichnet die Gesamtheit der im Lande entstandenen Malerei, vor allem in Öl auf Holz, während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sie folgt auf die sogenannten portugiesischen Primitiven und setzt, bereits im 16. Jahrhundert, eine tiefe Verbindung zur flämischen Malerei fort, während sie gleichzeitig zunehmend italienische Einflüsse und den manieristischen Geschmack Antwerpens aufnimmt. Im Renaissance in Portugal findet diese Kunst ihren kulturellen Rahmen, geprägt durch die königliche Förderung von Manuel I. und João III. sowie durch kirchliche Aufträge großer Altarbilder für Kathedralen, Klöster und Kirchen.

Werkstätten und Regionen

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern kannte die portugiesische Malerei des 16. Jahrhunderts kein einziges hegemoniales Zentrum, sondern verstreute Werkstätten, die auf Auftrag arbeiteten. In Lissabon bildete oder beherbergte die Werkstatt von Jorge Afonso — Hofmaler und zentrale Figur — entscheidende Namen wie Cristóvão de Figueiredo, Gregório Lopes und Garcia Fernandes. Gregório Lopes, Hofmaler von Manuel I. und João III., gilt als Einführer des ersten Antwerpener Manierismus in Portugal und als Schöpfer bemerkenswerter Altarbilder für Tomar und Setúbal.

Im Norden, rund um Viseu und Coimbra, entwickelte sich eine eigene, dichtere und dramatischere Sprache, die mit der Figur von Vasco Fernandes verbunden ist.

Das Werkstattsystem mit aufeinanderfolgenden Zusammenarbeiten zwischen Meistern erklärt, warum so viele Altarbilder des 16. Jahrhunderts das Werk vieler Hände sind — und warum die individuelle Zuschreibung noch heute Kunsthistoriker vor Herausforderungen stellt.

Vasco Fernandes, der Grão Vasco

Vasco Fernandes (ca. 1475 – ca. 1542), bekannt als Grão Vasco, ist die bedeutendste Figur dieser Periode. Wahrscheinlich in Viseu geboren, wo er etwa vier Jahrzehnte lebte, trat er jung dem Team bei, das den Hochaltar der Kathedrale von Viseu (1501–1506) schuf. Er arbeitete auch in der Kathedrale von Lamego und im Kloster Santa Cruz de Coimbra, bevor er nach Viseu zurückkehrte, wo er die Werke schuf, die ihn berühmt machten.

Seine Malerei zeichnet sich durch eine düstere Palette und die minutiöse Behandlung von Gesichtern, Stoffen und Licht aus, eine flämische Erbschaft, die mit Renaissance-Lösungen verbunden ist. Die beiden von ihm signierten Werke — ein äußerst seltener Fall in Portugal — dienen als Grundlage für die Rekonstruktion seines Œuvres: der Triptychon der Klage mit Franziskanerheiligen (ca. 1520), bekannt als Cook-Triptychon, und das Tafelbild Pfingsten (1535). Dazu kommen der monumentale Heilige Peter und die Tafelbilder der ehemaligen Kathedrale von Lamego.

Die Meister von Ferreirim und das Erbe

1533–1534 erhielt Cristóvão de Figueiredo den Auftrag für die Altarbilder des Franziskanerklosters von Ferreirim in Lamego, die er mit der Zusammenarbeit von Gregório Lopes und Garcia Fernandes ausführte. Der Historiker Luís Reis-Santos gab dieser Partnerschaft den Namen Meister von Ferreirim, ein beredtes Beispiel für die kollektive Arbeit portugiesischer Werkstätten.

Die portugiesische Renaissancemalerei wich später dem voll ausgebildeten Manierismus und schließlich der portugiesischen Barockmalerei. Ihr geschlossenster Kern ist heute im Museu Nacional Grão Vasco in Viseu, nahe der Kathedrale, zu finden, während das Museu Nacional de Arte Antiga in Lissabon Schlüsselwerke aus Lissabon und dem Norden bewahrt. Zusammen zeugen sie von einem einzigartigen Moment, in dem die portugiesische Kunst mit Flandern und Italien im Dialog stand, ohne ihre eigene Identität zu verlieren.

Häufige Fragen

Wer war Grão Vasco?
Vasco Fernandes (ca. 1475 – ca. 1542), bekannt als Grão Vasco, war der bedeutendste Renaissancemaler von Viseu und eine der herausragenden Figuren der portugiesischen Malerei des 16. Jahrhunderts, berühmt für seine Detailgenauigkeit und dichte Farbpalette.
Wer waren die Meister von Ferreirim?
Dies ist der Name, den Luís Reis-Santos dem Trio aus Cristóvão de Figueiredo, Gregório Lopes und Garcia Fernandes gab, das 1533–1534 gemeinsam die Altarbilder für das Kloster von Ferreirim in Lamego schuf.
Wo kann man Werke der portugiesischen Renaissancemalerei sehen?
Vor allem im Museu Nacional Grão Vasco in Viseu und im Museu Nacional de Arte Antiga in Lissabon, das die wichtigsten portugiesischen und flämischen Tafelbilder des 16. Jahrhunderts beherbergt.

Quellen

  1. Grão Vasco — Wikipédia
  2. Vasco Fernandes (artist) — Wikipedia
  3. Museu Nacional Grão Vasco — Pintura