Denkmäler

Kathedrale von Vila Real (Igreja de São Domingos)

Die Kathedrale von Vila Real, ehemalige gotische Klosterkirche São Domingos, seit 1924 Bischofssitz der Diözese Vila Real und Nationaldenkmal in Trás-os-Montes.

Kathedrale von Vila Real (Igreja de São Domingos)
Vitor Oliveira from Torres Vedras, PORTUGAL, CC BY-SA 2.0 — Wikimedia Commons

Die Kathedrale von Vila Real, auch bekannt als Igreja de São Domingos, ist die Kathedrale der Diözese Vila Real und eines der bemerkenswertesten Beispiele gotischer Architektur in Trás-os-Montes. Sie wurde 1926 als Nationaldenkmal eingestuft und erhebt sich im historischen Zentrum der Stadt, im ehemaligen außermauerischen Bereich des Campo do Tavolado, wo einst das Dominikanerkloster stand, von dem sie abstammt.

Klösterlicher Ursprung

Das Gotteshaus entstand als Kirche eines Klosters des Predigerordens, das im 15. Jahrhundert von Dominikanermönchen aus Guimarães gegründet wurde. D. João I. schenkte 1421 und 1422 Ländereien für die Ansiedlung der Gemeinschaft, und die Bauarbeiten begannen um 1424. Der Bau wurde von den Markgrafen von Vila Real gefördert, deren Residenz sich in der Nähe befand, was die Verbindung zwischen dem Adelshaus und dem Klosterbau verstärkte.

Die Bauarbeiten zogen sich hin, und das Ensemble wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, vor allem im 16. und 18. Jahrhundert. Nach der Auflösung der religiösen Orden im 19. Jahrhundert verlor das Gebäude seine klösterliche Funktion. 1922 gründete Papst Pius XI. die Diözese Vila Real, und 1924 wurde die ehemalige Kirche São Domingos zur Kathedrale geweiht, eine Funktion, die sie bis heute innehat.

Architektur und Kunst

Die Kirche bewahrt eine Struktur, die dem Bettelordensgotik zuzuordnen ist, mit einem lateinischen Kreuzgrundriss und drei Schiffen, die durch Arkaden getrennt sind, wobei das Mittelschiff höher ist als die Seitenschiffe. Die extreme Robustheit der Mauern und die spärliche Innenbeleuchtung verraten Lösungen mit noch romanischen Wurzeln, die im Norden des Königreichs während des Spätmittelalters bestehen blieben – eine Eigenschaft, die den Historiker António Nogueira Gonçalves von einem „spätgotischen Stil von Vila Real“ sprechen ließ. Über dem Triumphbogen öffnen sich eine Rosette und ein Oculus, Elemente, die die Schlichtheit des Ensembles unterstreichen. Diese Sprache bringt die Kathedrale anderen untersuchten gotischen Kirchen im Kontext der gotischen Architektur in Portugal näher.

Der heutige Chor und der Glockenturm mit barockem Erscheinungsbild stammen aus den Baukampagnen des 18. Jahrhunderts. Das Innere, das seit der Restaurierung in den 1930er Jahren schmucklos ist, bewahrt mehrere mittelalterliche Arkosolien. Der manieristische Altar des Chors stammt aus dem Kloster Odivelas und wurde 1938 nach Vila Real verlegt. 2003 wurden während einer vom IPPAR geförderten Intervention moderne Glasfenster des Künstlers João Rodrigues Vieira (1934–2009) eingesetzt.

Bedeutung und Kontext

Die Kathedrale ist das wichtigste Gotteshaus der Stadt Vila Real und das Zentrum des diözesanen religiösen Lebens in einer weiten Region des nördlichen Hinterlands. Ihre denkmalpflegerische Bedeutung ist zweifach: Zum einen stellt sie ein seltenes Zeugnis der Ansiedlung der Bettelorden in Trás-os-Montes dar; zum anderen gehört sie zum Ensemble der portugiesischen Kathedralen und ist eines der Beispiele, bei denen eine ehemalige Klosterkirche erst im 20. Jahrhundert zur Kathedrale erhoben wurde.

In der Nähe vereint das Gebiet von Vila Real weitere bedeutende Denkmäler wie das Felsheiligtum von Panóias, was die Stadt zu einem Ausgangspunkt für die Entdeckung des historischen und archäologischen Erbes der Region Norden macht.

Häufige Fragen

Ist die Kathedrale von Vila Real eine Konkathedrale?
Nein. Es ist die einzige Kathedrale (Sé) der Diözese Vila Real, die 1922 gegründet wurde und deren Bischofssitz 1924 in dieser ehemaligen Kirche São Domingos eingerichtet wurde. Der Begriff Konkathedrale gilt für Diözesen mit zwei Bischofssitzen, was in Vila Real nicht der Fall ist.
Warum wird sie Igreja de São Domingos genannt?
Das Gotteshaus war die Kirche eines Dominikanerklosters, das im 15. Jahrhundert von Mönchen aus Guimarães gegründet wurde. Nach der Auflösung der religiösen Orden und später der Gründung der Diözese diente die ehemalige Klosterkirche als Kathedrale.
Welchen architektonischen Stil hat die Kathedrale von Vila Real?
Die Kirche ist ein Beispiel für den schlichten und robusten Bettelordensgotik, der zu den besten in Trás-os-Montes zählt. Der Chor und der Glockenturm sind barocke Ergänzungen aus dem 18. Jahrhundert.

Quellen

  1. Igreja de São Domingos (Vila Real) — Wikipédia
  2. Convento de São Domingos / Sé de Vila Real — SIPA/DGPC
  3. A Sé — Diocese de Vila Real