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DGEMN — Generaldirektion für nationale Gebäude und Denkmäler
Die DGEMN (1929-2007), die staatliche Behörde, die für die großen Restaurierungen von Denkmälern in Portugal und für die Schaffung des SIPA-Archivs…
Die Generaldirektion für nationale Gebäude und Denkmäler (DGEMN) war fast acht Jahrzehnte lang die zentrale Behörde des portugiesischen Staates, die für den Bau, die Erhaltung und die Instandsetzung öffentlicher Gebäude sowie des denkmalgeschützten architektonischen Erbes zuständig war. Ihre Tätigkeit prägte tiefgreifend — und nicht immer einvernehmlich — das heutige Erscheinungsbild vieler der bedeutendsten Denkmäler des Landes.
Gründung und Kontext
Die DGEMN wurde 1929 durch das Dekret Nr. 16.791 gegründet und dem Bereich der öffentlichen Bauten zugeordnet. Sie entstand in den ersten Jahren der Militärdiktatur, die dem Estado Novo vorausging, zu einer Zeit, als das Regime eine nationalistische Erzählung durchzusetzen suchte, die auf der Verherrlichung der großen mittelalterlichen Denkmäler Portugals beruhte. Unter der anfänglichen Leitung des Ingenieurs Henrique Gomes da Silva legte die Generaldirektion eine Interventionspolitik fest, die zu einem ihrer umstrittensten Merkmale werden sollte.
Diese häufig als „reine“ oder stilistische Restaurierung bezeichnete Doktrin vertrat die Auffassung, dass das Denkmal in seine vermeintlich ursprüngliche Form zurückversetzt werden müsse, indem spätere, als künstlerisch wertlos erachtete Hinzufügungen entfernt würden. In der Praxis bedeutete dies den Abriss barocker Elemente, den Wiederaufbau von Zinnen und die Anlage gärtnerisch gestalteter Umgebungen rund um Burgen und Klöster, wodurch eher idealisierte als streng historische Bilder entstanden.
Eingriffe und Doktrin
Im Laufe des 20. Jahrhunderts griff die DGEMN in Hunderte von Bauwerken ein, vom Kloster Batalha bis zu unzähligen Burgen und Kirchen. Die Kriterien entwickelten sich weiter: Die Restaurierung der Kathedrale von Viseu etwa gilt als der Moment, in dem der rein stilistische Ansatz in Frage gestellt zu werden begann und einer größeren Behutsamkeit sowie einer stärkeren Beachtung der strukturellen Stabilität der Gebäude wich. Die Institution veröffentlichte zudem die berühmten Bulletins der DGEMN — 126 zwischen 1935 und 1966 herausgegebene Ausgaben —, die die durchgeführten Arbeiten minutiös dokumentieren und eine wesentliche Quelle für die Geschichte der Konservierung und Restaurierung in Portugal darstellen.
Eine kritische Lesart dieser Eingriffe ist heute untrennbar mit der Debatte über die Restaurierungsmethoden des Estado Novo verbunden, die häufig den internationalen Denkmalschutzchartas gegenübergestellt werden, die sich ab der Mitte des Jahrhunderts durchsetzten.
Auflösung und Vermächtnis
Die DGEMN wurde 2007 infolge des Gesetzesdekrets Nr. 223/2007 aufgelöst, wobei ihre Aufgaben aufgeteilt wurden: Der denkmalpflegerische Strang ging in den institutionellen Rahmen ein, der zum IPPAR und später zur heutigen Verwaltung des Kulturerbes führte, während der Bereich der öffentlichen Gebäude an das Institut für Wohnungswesen und Stadterneuerung überging.
Ihr greifbarstes Vermächtnis ist dokumentarischer Natur. Das von der Generaldirektion zusammengetragene umfangreiche Archiv — Zeichnungen, Fotografien, Bauakten und Studien — bildet den Kern des SIPA, das im Forte de Sacavém untergebracht ist und heute eines der bedeutendsten Architekturarchive des Landes darstellt. Die DGEMN zu verstehen ist daher unerlässlich, um sowohl den physischen Zustand vieler Denkmäler als auch die Geschichte der Institutionen des Kulturerbes in Portugal zu deuten.
Häufige Fragen
- Wann wurde die DGEMN gegründet und aufgelöst?
- Sie wurde 1929 durch das Dekret Nr. 16.791 gegründet und 2007 infolge des Gesetzesdekrets Nr. 223/2007 aufgelöst, das sie in das Institut für Wohnungswesen und Stadterneuerung (IHRU) eingliederte.
- Welche Rolle spielte die DGEMN bei der Restaurierung von Denkmälern?
- Während eines Großteils des 20. Jahrhunderts war sie die wichtigste öffentliche Behörde für Arbeiten an nationalen Denkmälern und führte Eingriffe durch, die von der Doktrin der ‚reinen Restaurierung‘ geprägt waren, die danach strebte, den Gebäuden eine idealisierte mittelalterliche Gestalt zurückzugeben.
- Wo befindet sich heute das Archiv der DGEMN?
- Die von der DGEMN erstellte Dokumentation ist Teil des SIPA, das im Forte de Sacavém untergebracht ist und einen der bedeutendsten Architekturbestände des Landes bildet.