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IPA — Portugiesisches Institut für Archäologie
Das Portugiesische Institut für Archäologie (IPA), eine 1997 infolge von Foz Côa geschaffene Einrichtung des Kulturministeriums zur Aufsicht über die nationale…
Das Portugiesische Institut für Archäologie (IPA) war eine Einrichtung der portugiesischen Zentralverwaltung, die dem Kulturministerium unterstand und zwischen 1997 und 2006 die Aufsicht und Regulierung der archäologischen Tätigkeit in Portugal innehatte. Mit Sitz in Lissabon stellte es eine tiefgreifende Reform der Organisation des Fachgebiets dar, indem es die Archäologie aus dem Zuständigkeitsbereich des Instituts, das das architektonische Erbe verwaltete, herauslöste und sie erstmals mit einer eigenständigen Struktur von nationaler Reichweite ausstattete.
Ursprung im Fall Foz Côa
Die Gründung des IPA ist von der sogenannten „Côa-Frage” untrennbar. Die Entdeckung eines umfangreichen Ensembles paläolithischer Felsgravuren im Côa-Tal in den Jahren 1994–1995, das durch den Bau eines Staudamms am Fluss bedroht war, löste eine nationale und internationale Kontroverse aus, die in der Aussetzung des Bauvorhabens gipfelte. Der Vorfall legte die Schwächen des institutionellen Rahmens der portugiesischen Archäologie offen und gab den Anstoß zu einer grundlegenden politischen Antwort.
In diesem Zusammenhang wurde das Gesetzesdekret Nr. 117/97 vom 14. Mai 1997 erlassen, mit dem das IPA eingerichtet wurde. Das Institut übernahm die Befugnisse zur Lizenzierung, Überwachung und Förderung archäologischer Arbeiten und gliederte zudem den Archäologischen Park des Côa-Tals als Dienststelle mit eigener Struktur ein. Sein erster Direktor war der Archäologe João Zilhão, der die Einrichtung zwischen 1997 und 2002 leitete und 1996 damit beauftragt worden war, den Park zu organisieren und die Bewerbung der Stätte um den Status als Weltkulturerbe vorzubereiten — eine Einstufung, die im Dezember 1998 erreicht wurde.
Auftrag und Wirken
Der Auftrag des IPA bestand darin, die Politik zur Verwaltung des archäologischen Erbes festzulegen sowie die gesamte Tätigkeit des Sektors zu regulieren und zu fördern. Ihm oblag es, Grabungsverfahren zu standardisieren, Instrumente zur Erfassung und Inventarisierung zu schaffen und die Beziehung zwischen der präventiven Archäologie und dem wachsenden Umfang öffentlicher und privater Bauvorhaben zu strukturieren. Dieser präventive Strang, verknüpft mit Folgenabschätzungen, veränderte die nationale archäologische Praxis und vervielfachte die Rettungsmaßnahmen im gesamten Staatsgebiet.
Das Institut bemühte sich außerdem, die wissenschaftliche Forschung näher an die Erbeverwaltung heranzuführen, in einer Zeit, in der sich das Verständnis der portugiesischen Archäologie als technisch anspruchsvolle und gesellschaftlich bedeutsame Tätigkeit festigte. Sein Wirken fügt sich in die lange Entwicklung der Aufsichtsinstitutionen ein, ein Thema, das in der Geschichte der Institutionen des Kulturerbes entwickelt wird.
Auflösung und Erbe
Das Bestehen des IPA war verhältnismäßig kurz. Während der XV. verfassungsmäßigen Regierung kündigte der Minister Pedro Roseta die Absicht an, es aufzulösen, was wiederholte Proteste der archäologischen Gemeinschaft auslöste. Die Fusion wurde durch das Gesetzesdekret Nr. 215/2006 vom 27. Oktober vollzogen, das das IPA und das Portugiesische Institut für architektonisches Erbe zu einer einzigen Einrichtung, dem IGESPAR, zusammenführte. Dieses wiederum wurde 2012 in die heutige Generaldirektion für kulturelles Erbe eingegliedert.
Trotz seiner kurzen Betriebszeit hinterließ das IPA bleibende Spuren: Es etablierte Routinen der Lizenzierung und der präventiven Archäologie, die in den Nachfolgestrukturen fortbestanden, und festigte die Aufwertung des Côa als Gründungsfall einer neuen Beziehung zwischen Entwicklung und Schutz des Kulturerbes.
Häufige Fragen
- Wann wurde das Portugiesische Institut für Archäologie gegründet?
- Das IPA wurde durch das Gesetzesdekret Nr. 117/97 vom 14. Mai 1997 als Einrichtung des Kulturministeriums geschaffen, die für die Verwaltung des nationalen archäologischen Erbes zuständig war.
- Welche Verbindung besteht zwischen dem IPA und dem Fall Foz Côa?
- Das Institut entstand infolge der Kontroverse um die Felsgravuren des Côa (1994–1995), die zur Aussetzung des Staudamms und zur Schaffung einer neuen Struktur für die Aufsicht über die portugiesische Archäologie führte.
- Was geschah mit dem IPA?
- 2006 fusionierte das IPA durch das Gesetzesdekret Nr. 215/2006 vom 27. Oktober mit dem Portugiesischen Institut für architektonisches Erbe und brachte so das IGESPAR hervor.