Welterbe
Aquädukt der Águas Livres (UNESCO-Vorschlagsliste)
Das Aquädukt der Águas Livres, ein hydraulisches System des 18. Jahrhunderts, das Lissabon versorgte, seit 2017 auf der portugiesischen Vorschlagsliste zum…
Das Aquädukt der Águas Livres ist eines der bemerkenswertesten Werke der hydraulischen Ingenieurkunst im Portugal des 18. Jahrhunderts und gehört zu den Elementen der nationalen Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe, in die es am 31. Januar 2017 aufgenommen wurde. Die Vorschlagsliste umfasst jene Güter, denen der portugiesische Staat einen außergewöhnlichen universellen Wert zuschreibt und die künftig Gegenstand einer förmlichen Bewerbung um die Welterbeliste werden könnten.
Auf Geheiß von Johann V. errichtet, sollte das Aquädukt das chronische Problem der Trinkwasserversorgung Lissabons lösen, indem es die Quellen des Beckens der Águas Livres in der Region Belas und Caneças, nordwestlich der Stadt, fasste. Die Arbeiten, finanziert durch die Real de Água-Steuer auf Grundgüter wie Wein, Olivenöl und Fleisch, erstreckten sich von 1731 bis 1799.
Ingenieurkunst und Architektur
Das vollständige System erstreckt sich über etwa 58 Kilometer zwischen der Fassung, der Zuleitung und der Verteilung und durchläuft unterirdische Galerien, oberirdische Abschnitte und imposante Arkaden. Sein berühmtestes Bild ist die Überquerung des Tals von Alcântara in Campolide mit 35 Bögen, unter denen der sogenannte Arco Grande hervorsticht, etwa 65 Meter hoch und mit einer Spannweite von nahezu 29 Metern — der höchste in Stein errichtete Spitzbogen der gesamten Welt.
Das Werk vereinte das Können erstrangiger Ingenieure und Architekten, darunter Manuel da Maia, Custódio Vieira, António Canevari und Carlos Mardel, wobei Letzterer für den Entwurf des Endreservoirs, der Mãe d’Água das Amoreiras, verantwortlich war. Die spätbarocke Formensprache des Ensembles verbindet sich mit Lösungen klassischer und klassizistischer Prägung, in einem gelehrten Dialog zwischen römischer Tradition und der Technik des 18. Jahrhunderts.
Das Aquädukt der Águas Livres überstand das Erdbeben von 1755, das einen großen Teil Lissabons verwüstete, nahezu unversehrt — ein beredtes Zeugnis für die Solidität seiner Konzeption.
Denkmalwert und Bewerbung
Der Eintragungsvorschlag stützt sich auf die Kriterien (i), (ii) und (iv) des Welterbeübereinkommens und betont, dass das System eine Synthese von Wissen aus der klassischen Antike, der europäischen Renaissance und der Technologie des 18. Jahrhunderts darstellt. Es war das letzte große klassische Aquädukt, das weltweit errichtet wurde, und blieb bis 1968 in Betrieb, als es für Versorgungszwecke stillgelegt wurde.
Als Nationaldenkmal eingestuft, lässt sich das Aquädukt heute auf einem seiner Abschnitte zu Fuß begehen und bietet eine einzigartige Aussicht über die Stadt. Das Bauwerk selbst wird auf der Seite über das Aquädukt der Águas Livres ausführlicher behandelt und fügt sich in die umfassendere Typologie der Aquädukte des portugiesischen Erbes ein.
Einordnung in die Vorschlagsliste
Die Präsenz des Aquädukts auf der Vorschlagsliste spiegelt die wachsende Anerkennung des Werts des hydraulischen Erbes und des Stadtbilds von Lissabon wider. Weitere Bewerbungen der Hauptstadt gehören ebenfalls zu dieser Gruppe, namentlich das pombalinische Lissabon, vorgeschlagen für den rationalistischen Wiederaufbau der Stadt nach 1755. Zusammen verdeutlichen diese Bewerbungen die Rolle Lissabons als Laboratorium für Ingenieurwesen, Städtebau und Architektur im Verlauf des 18. Jahrhunderts.
Häufige Fragen
- Ist das Aquädukt der Águas Livres UNESCO-Welterbe?
- Nein. Es steht seit dem 31. Januar 2017 auf der portugiesischen Vorschlagsliste, das heißt, es ist ein vom Staat vorgeschlagener Kandidat für eine künftige Eintragung in die Welterbeliste, jedoch noch ohne tatsächliche Einstufung.
- Wann wurde das Aquädukt erbaut?
- Die Arbeiten erfolgten zwischen 1731 und 1799 auf Anordnung von König Johann V. unter Mitwirkung von Ingenieuren und Architekten wie Manuel da Maia, Custódio Vieira und Carlos Mardel.
- Welches ist der größte Bogen des Aquädukts?
- Der Abschnitt über das Tal von Alcântara in Campolide mit 35 Bögen. Der größte, der Arco Grande, erreicht eine Höhe von etwa 65 Metern und ist damit der höchste gemauerte Spitzbogen der Welt.