Denkmäler
Kloster Grijó
Kloster São Salvador de Grijó in Vila Nova de Gaia: Augustiner-Chorherrenstift mit manieristischer Kirche und Kreuzgang.
Das Kloster Grijó, auch bekannt als Kloster São Salvador de Grijó, ist ein ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift in der Ortschaft Grijó, im Kreis Vila Nova de Gaia, Distrikt Porto. Seine Ursprünge reichen bis ins frühe 10. Jahrhundert zurück — die Tradition verweist auf eine Gründung im Jahr 922 durch zwei Geistliche, Guterre und Ausindo Soares —, aber das heute erhaltene Ensemble geht vor allem auf die große Umbaukampagne Ende des 16. Jahrhunderts zurück, die es zu einem der bemerkenswertesten Beispiele manieristischer Architektur in Nordportugal machte.
Geschichte und Gründung
Nach der hochmittelalterlichen Gründung übernahm die Gemeinschaft die Regel des Heiligen Augustinus und zog 1112 an den heutigen Standort, wo die Kirche des neuen Klosters 1235 geweiht wurde. Im Laufe des Mittelalters entwickelte sich Grijó zu einem wichtigen Chorherrenstift in der Region zwischen Douro und Vouga, begünstigt durch königliche und adlige Stiftungen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das Kloster verfallen, was 1535 den Versuch auslöste, die Gemeinschaft in die Serra de São Nicolau in Gaia zu verlegen; der Streit zwischen den beiden Häusern wurde erst 1566 beigelegt, als Papst Pius V. sie endgültig trennte.
Der Wiederaufbau erfolgte dann am ursprünglichen Standort. Die Arbeiten an der neuen Kirche begannen 1574 unter dem Priorat von D. Pedro do Salvador nach einem Projekt, das Francisco Velásquez zugeschrieben wird, damals Baumeister der Kathedrale von Miranda do Douro. Die Bauarbeiten zogen sich bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts hin, wobei das Chorgewölbe 1629 fertiggestellt wurde.
Manieristische Kirche und Kreuzgang
Die Fassade der Kirche zeigt ein Tabernakelmodell, das die Vertikalität und die Überlagerung architektonischer Ordnungen betont, in einer für den Manierismus typischen Ambivalenz. Das Innere besteht aus einem einzigen Schiff mit Kassettendecke, seitlichen Kommunikationskapellen mit Schnitzaltären; der Triumphbogen wird von korinthischen Pilastern flankiert und von einem verzierten Gebälk gekrönt. Diese Formensprache verankert die Kirche in der Sprache des Manierismus in Portugal, nahe der sogenannten “arquitetura chã”, die in der gesamten Region Porto verbreitet war.
An die Kirche schließt sich der quadratische Kreuzgang mit zwei Geschossen an — das untere in ionischer, das obere in korinthischer Ordnung —, der um die Wende zum 16. Jahrhundert fertiggestellt wurde. Er ist mit polychromen Azulejos verkleidet, die Apostel und Kirchenlehrer darstellen, und in der Mitte befindet sich ein Brunnen im flämischen Stil mit Masken und Rollwerk verziert. Neben der Kirche befindet sich auch das gotische Grab von D. Rodrigo Sanches, Sohn von D. Sancho I., mit einer Liegefigur aus Werkstätten in Coimbra, die als eines der ältesten Grabdenkmäler dieser Art in Portugal gilt.
Klassifizierung und Besuch
Das Grab von D. Rodrigo Sanches ist seit 1910 als Nationaldenkmal klassifiziert, während das Klosterensemble 1938 als “Imóvel de Interesse Público” eingestuft wurde. Grijó ist heute Teil der Routen des klösterlichen Erbes der Region, neben Häusern wie dem Kloster Paço de Sousa, und ist auch eine Station auf dem Portugiesischen Weg nach Santiago. Zusammen mit anderen Klöstern im Norden ist es ein Zeugnis der langen Präsenz der Augustiner-Chorherren und der künstlerischen Erneuerung des 16. und 17. Jahrhunderts.
Häufige Fragen
- Wo befindet sich das Kloster Grijó?
- Es liegt in der Ortschaft Grijó, Gemeinde Grijó e Sermonde, im Kreis Vila Nova de Gaia, Distrikt Porto, südlich der Stadt Porto.
- Zu welchem Orden gehörte das Kloster Grijó?
- Es gehörte zum Orden der Augustiner-Chorherren, einer Regel, die die Gemeinschaft bereits im 10. Jahrhundert angenommen haben soll.
- Wer ist im Kloster Grijó begraben?
- Es beherbergt das Grab von D. Rodrigo Sanches, Sohn von D. Sancho I., mit einer Liegefigur aus dem 13. Jahrhundert, die seit 1910 als Nationaldenkmal klassifiziert ist.