Immaterielles Erbe

Schwarze Töpferei von Bisalhães

Die schwarze Töpferei von Bisalhães in Mondrões, Vila Real: schwarzer Ton, gebrannt in der Soenga und 2016 von der UNESCO in die Liste des dringend…

Die schwarze Töpferei von Bisalhães ist eine der ältesten und eigenwilligsten Töpfertraditionen Nordportugals. Praktiziert im Ort Bisalhães, in der Gemeinde Mondrões, im Kreis Vila Real, zeichnet sie sich durch die tiefdunkle Farbe ihrer Stücke und durch einen Herstellungsprozess aus, der in allen Schritten archaischen Gesten treu geblieben ist. 2016 erkannte die UNESCO dieses Know-how an, indem sie es in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufnahm, das dringend geschützt werden muss.

Ein seit über drei Jahrhunderten dokumentiertes Wissen

Die Anwesenheit von Töpfern in Bisalhães ist mindestens seit 1709 dokumentiert, als ein Pfarrregister die Heirat einer Frau aus dem Dorf mit einem Töpfer aus Gondar erwähnt. Über Generationen hinweg wurde der Ort als „das Land der Töpfe und Pfannen“ bekannt, und seine Produkte wurden auf Märkten und Wallfahrten in Trás-os-Montes und im Douro verkauft. Die Formen bleiben im Wesentlichen utilitaristisch — Tassen, Töpfe, Backformen, Kohlebecken und in jüngerer Zeit dekorative Stücke — Erben einer Morphologie, die sich seit dem Mittelalter kaum verändert hat.

Die Arbeit war traditionell zwischen Männern und Frauen aufgeteilt: Den ersteren oblag die schwerere Vorbereitung des Tons und das Drehen; den letzteren vor allem die Dekoration der Stücke, die vor dem Brennen mit kleinen Stöckchen eingeritzt wurde. Diese Aufteilung und die fast ausschließlich familiäre Weitergabe machen die Kontinuität des Handwerks besonders fragil.

Der Ton und die Soenga

Was Bisalhães wirklich einzigartig macht, ist die Brennmethode. Nachdem die Stücke auf der Fußdrehscheibe geformt, mit Kieselsteinen geglättet und verziert wurden, werden sie in eine Soenga gebracht — eine im Boden ausgehobene Grube, in der Ginster, Heidekraut und anderes Gestrüpp verbrannt werden. Sobald der richtige Punkt erreicht ist, wird das Feuer mit dunkler, feuchter Erde bedeckt, wodurch die Verbrennung erstickt wird. Ohne Sauerstoff absorbieren die Stücke Rauch und Kohlenstoff und erhalten den mattschwarzen Ton, der ihnen ihren Namen gibt.

Es gibt keine Glasuren oder geschlossene Öfen: Die Farbe des Geschirrs aus Bisalhães entsteht aus Feuer und Erde, die es erstickt, in einer Geste, die eher der Archäologie als der Industrie angehört.

Der Ton, der früher aus örtlichen Tongruben gewonnen wurde, stammt heute oft aus Ziegeleien der Region — eine der vielen Anpassungen, die das Handwerk vornehmen musste, um zu überleben. Wer die Technik vertiefen möchte, kann die Seite zum Herstellungsprozess des schwarzen Tons von Bisalhães und zum schwarzen Geschirr von Bisalhães konsultieren, Ausdrücke, die eng mit dieser Tradition verbunden sind.

Dringender Schutz

Die Aufnahme in die Liste des dringend schützenswerten Erbes, beschlossen am 29. November 2016 in Addis Abeba, ist kein ehrenvoller Titel: Sie spiegelt die Anerkennung wider, dass das Handwerk in realer Gefahr des Verschwindens ist. Die Überalterung der Handwerker, das Desinteresse der jüngeren Generationen und die Konkurrenz durch industrielle Produktion haben die Zahl der aktiven Töpfer drastisch reduziert. Das UNESCO-Siegel brachte mehr Sichtbarkeit und förderte Maßnahmen zur Weitergabe, Workshops und lokale Ausstellungen, wobei Bisalhães in das gesamte immaterielle Kulturerbe Portugals integriert wurde, das international geschützt ist.

Im weiten Universum der traditionellen portugiesischen Töpferei nimmt Bisalhães einen besonderen Platz ein, neben Zentren wie Barcelos, Nisa oder Redondo. Ein Besuch in Vila Real ist somit eine Gelegenheit, eines der ausdrucksstärksten Zeugnisse der materiellen Kultur von Trás-os-Montes aus nächster Nähe kennenzulernen — einen Ton, der, in Rauch und Erde gebrannt, die Gegenwart weiterhin mit jahrhundertealten Gesten verbindet.

Häufige Fragen

Warum ist das Geschirr aus Bisalhães schwarz?
Die schwarze Farbe entsteht durch das Brennen in der Soenga, einem offenen Feuer aus Ginster, Heidekraut und anderen Pflanzen, das nach dem Abdecken mit feuchter Erde die Verbindung erstickt. Der Rauch und der Sauerstoffmangel imprägnieren den Ton mit Kohlenstoff, was dem Stück seinen charakteristischen dunklen Ton verleiht.
Wann wurde die Töpferei von Bisalhães von der UNESCO anerkannt?
Am 29. November 2016, während der Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses in Addis Abeba, wurde der Herstellungsprozess des schwarzen Geschirrs von Bisalhães in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, das dringend geschützt werden muss.
Wo liegt Bisalhães?
Bisalhães ist ein Ort in der Gemeinde Mondrões, im Kreis und Distrikt Vila Real, in der Region Nordportugal, nur wenige Kilometer westlich der Stadt Vila Real.

Quellen

  1. UNESCO ICH — Bisalhães black pottery manufacturing process
  2. DGPC — Processo de confeção da louça preta de Bisalhães
  3. Comissão Nacional da UNESCO — Olaria de Bisalhães