Immaterielles Erbe
Schwarzer Ton und schwarze Töpferei des Nordens
Schwarzer Ton und schwarze Töpferei aus Nordportugal: von Bisalhães in Vila Real bis Gondar und Vilar de Nantes, eine von der UNESCO anerkannte Töpfertradition.
Schwarzer Ton, oder schwarze Töpferei, ist eine der ältesten Töpfertraditionen Nordportugals. Sie zeichnet sich durch die dunkle Farbe ihrer Stücke aus, die nicht durch Glasur oder Pigment erzielt wird, sondern durch ein Brennverfahren in reduzierender Atmosphäre, das den Ton mit Rauch durchdringt. Diese Technik, die mehrere Zentren in Trás-os-Montes und im Douro teilen, findet in Bisalhães in der Gemeinde Vila Real ihr berühmtestes Beispiel und das einzige von der UNESCO anerkannte.
Bisalhães, das Herz der schwarzen Töpferei
Bisalhães ist ein kleines Dorf in der Gemeinde Mondrões, am Südhang des Kreises Vila Real. Die Herstellung schwarzer Ware ist hier mindestens seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde derart identitätsstiftend, dass sie im Wappen des Ortes erscheint. Zu den traditionellen Stücken zählen Krüge, Kohlebecken, Bratschalen und die berühmte Marktware, sowohl gebrauchs- als auch zierorientiert, die eng mit der Feira de São Pedro verbunden ist.
Das Verfahren ist anspruchsvoll. Der einheimische Ton wird auf niedrigen Töpferscheiben bearbeitet, und die Stücke werden in soenga-Öfen gebrannt, die in den Boden gegraben sind und in denen Ginster, Heidekraut und Kiefernnadeln verbrannt werden. Am Ende werden die Stücke mit dunkler Erde bedeckt, wodurch der Sauerstoff abgeschnitten wird: Es ist diese luftlose Verbrennung in geschlossener Umgebung, die das charakteristische Schwarz festigt. Mehr über diese spezielle Produktion ist in Schwarze Ware von Bisalhães und in der technischen Beschreibung der Schwarzen Töpferei von Bisalhães zu lesen.
Anerkennung und Erhaltung
Am 29. November 2016 wurde das Herstellungsverfahren der schwarzen Töpferei von Bisalhães in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, das dringend der Erhaltung bedarf, aufgenommen. Es war der erste portugiesische Eintrag auf dieser Liste, das Ergebnis einer von der Gemeinde Vila Real geförderten Kandidatur. Die Aufnahme in die Liste der dringenden Erhaltung spiegelt gerade die Fragilität der Tradition wider: Die Zahl der aktiven Töpfer ist auf eine Handvoll betagter Handwerker geschrumpft, vor dem Hintergrund geringerer Nachfrage und mangelnden Interesses der jüngeren Generationen.
Weitere Zentren des Nordens
Obwohl Bisalhães der bekannteste Fall ist, ist die schwarze Töpferei nicht auf dieses Dorf beschränkt. In Nordportugal haben sich weitere Zentren erhalten, die das reduzierende Brennen teilen, etwa Gondar im Kreis Amarante und Vilar de Nantes in Chaves. Jedes entwickelte eigene Formen und Repertoires, doch alle beruhen auf demselben technischen Prinzip des Brennens ohne Sauerstoff. Zusammen gehören diese Zentren zur weiten Familie der traditionellen portugiesischen Töpferei und sind Teil der Welt des von der UNESCO in Portugal anerkannten immateriellen Erbes, in der die Weitergabe des Könnens die wichtigste Garantie für Kontinuität ist.
Häufige Fragen
- Warum wird der Ton aus Bisalhães schwarz?
- Die schwarze Farbe entsteht beim Brennen in soenga-Öfen, die in den Boden gegraben sind und in denen die Stücke am Ende des Brandes mit Erde und pflanzlichem Material bedeckt werden. Die sauerstofffreie Verbrennung (reduzierende Atmosphäre) und der Rauch durchdringen den Ton und verleihen ihm seinen charakteristischen dunklen Ton.
- Ist die schwarze Töpferei von Bisalhães von der UNESCO ausgezeichnet?
- Ja. Das Herstellungsverfahren der schwarzen Töpferei von Bisalhães wurde 2016 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, das dringend der Erhaltung bedarf, aufgenommen und ist damit der erste portugiesische Eintrag auf dieser Liste.
- Wo wird in Nordportugal schwarzer Ton hergestellt?
- Das bekannteste Zentrum ist Bisalhães in Vila Real. Im Norden gibt es oder gab es weitere Zentren der schwarzen Töpferei, etwa Gondar in Amarante und Vilar de Nantes in Chaves, die Techniken des reduzierenden Brennens teilen.