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Portugiesische historische Orgeln

Die portugiesischen historischen Orgeln, von der iberischen Typologie mit ihren horizontalen Trompetenregistern bis zu den sechs Orgeln der Basilika von Mafra…

Im reichen portugiesischen Kunsterbe nehmen die Pfeifenorgeln einen besonderen Platz ein: Sie sind gleichzeitig Klangobjekte, kunstvoll geschnitzte und vergoldete Möbelstücke sowie architektonische Monumente, die in die Kirchenchöre integriert sind. Vom Dom von Braga bis zu den Klöstern des Nordens und den Basiliken der Küste bewahrt Portugal eine bemerkenswerte Sammlung alter Instrumente, die sich durch ihre Bauweise und ihr eigenes Repertoire der sogenannten iberischen Schule zuordnen lassen – einer der großen Traditionen des europäischen Orgelbaus, die seit dem 16. Jahrhundert mit Spanien geteilt wird und ein integraler Bestandteil der portugiesischen Dekorationskünste ist.

Die iberische Typologie

Die iberische Orgel unterscheidet sich von ihren nordeuropäischen Pendants durch einige charakteristische Bauweisen. Erstens dominiert eine einzige Klaviatur – selten zwei –, die in zwei Abschnitte unterteilt ist: tiefe und hohe Töne oder linke und rechte Hand. Diese Teilung ermöglicht die geteilten Register: Jede Hälfte der Klaviatur kann mit einer anderen Klangfamilie verbunden werden, wodurch sich Klangkombinationen mit nur einem Manual vervielfachen und die mechanische Komplexität der mitteleuropäischen Großorgeln entfällt.

Das zweite, spektakulärste Merkmal ist die Trompetaria de batalha: horizontale Zungenregister, die wie eine Trompetenbatterie aus der Fassade in den Kirchenraum ragen. Dieser strahlende und durchdringende Klang prägt wesentlich den festlichen Charakter der iberischen Orgelmusik. Das paradigmatische Beispiel dieser alten Schule in Portugal ist die Orgel der Igreja de Santa Cruz in Coimbra, deren Grundlage ein Hauptregister – das Flautado de 24 – mit Pfeifen ist, die 1559 von Heitor Lobo gebaut wurden.

Die iberische Orgel häuft keine Manuale an: Sie teilt das, was sie hat. An der Grenze zwischen tiefen und hohen Tönen und in der aus der Fassade ragenden Trompetaria liegt ihre klangliche Identität.

Mafra: Ein weltweit einzigartiges Ensemble

Der Höhepunkt dieser Tradition findet sich in der Königlichen Basilika von Mafra. Dort befindet sich das weltweit einzige Ensemble aus sechs Orgeln, die gleichzeitig konzipiert und gebaut wurden, um gemeinsam zu spielen. Sie sind in der Hauptkapelle und den Querschiffen verteilt und tragen eigene Namen: Evangelho und Epístola im Chor; Sacramento und São Pedro de Alcântara im nördlichen Querschiff; Conceição und Santa Bárbara im südlichen Querschiff.

Sie wurden zwischen 1806 und 1807 von den beiden bedeutendsten portugiesischen Orgelbauern der Zeit, António Xavier Machado e Cerveira und Joaquim António Peres Fontanes, auf Anordnung des Prinzregenten fertiggestellt; die letzten beiden wurden am 4. Oktober 1807 mit eigens für das Ensemble komponierten Werken eingeweiht. Obwohl unterschiedlich, teilen sie gemeinsame Merkmale der Schule von Cerveira und Fontanes. Nach Jahrzehnten des Schweigens und dem Verlust einer Orgel um 1820 erfolgte zwischen 1998 und 2010 eine umfassende Restaurierung, einschließlich der vollständigen Rekonstruktion der Orgel von São Pedro de Alcântara, die dem Ensemble die Möglichkeit zurückgab, im Einklang zu erklingen.

Arouca, Braga und die Kontinuität der Schule

Außerhalb von Mafra halten mehrere Instrumente die Erinnerung an den historischen Orgelbau lebendig. Die Orgel des Klosters von Arouca, mit der Jahreszahl 1743 auf der barocken Fassade und Manuel Bento Gomez Herrera zugeschrieben, gilt unter Experten als eines der raffiniertesten Beispiele der iberischen Schule, aufgrund ihrer Klangqualität und der Vielfalt der Register. Im Dom von Braga befinden sich iberische Orgeln aus dem 18. Jahrhundert, gebaut von Frei Simón Fontanes in den Jahren 1737 und 1739, integriert in einen der imposantesten Chöre des portugiesischen Barocks.

Diese Instrumente sind heute Gegenstand von Restaurierungs-, Inventarisierungs- und musikwissenschaftlichen Studienprogrammen und werden regelmäßig in Konzerten und Zyklen für historische Orgeln gespielt. Jedes von ihnen ist zugleich technisches Dokument – Zeugnis konkreter Werkstätten und Orgelbauer – und Gesamtkunstwerk, in dem sich Musik, Goldschmiedekunst, Malerei und Architektur der klösterlichen und kathedralen Chöre verbinden. Ihre Wiederherstellung bewahrt nicht nur ein Klangmöbel, sondern einen wesentlichen Teil der portugiesischen Musik- und Glaubenskultur.

Häufige Fragen

Was unterscheidet die iberische Orgel von anderen europäischen Orgeln?
Sie zeichnet sich vor allem durch geteilte Register aus, die die Klaviatur in zwei Hälften – tiefe und hohe Töne – mit unterschiedlichen Klangfamilien unterteilen, sowie durch die horizontal angeordneten Trompetenregister (Trompetaria de batalha) in der Fassade, die den Klang in den Kirchenraum projizieren. Vorherrschend ist eine einzige Klaviatur, selten zwei.
Warum ist das Orgelensemble der Basilika von Mafra einzigartig?
Es handelt sich um sechs Instrumente, die gleichzeitig konzipiert und gebaut wurden, um gemeinsam zu spielen – ein weltweit beispielloser Fall. Sie wurden zwischen 1806 und 1807 von António Xavier Machado e Cerveira und Joaquim António Peres Fontanes fertiggestellt.
Welche historische Orgel außerhalb von Mafra ist besonders bemerkenswert?
Die Orgel des Klosters von Arouca, mit der Jahreszahl 1743 auf der Fassade, zugeschrieben Manuel Bento Gomez Herrera, gilt als eines der raffiniertesten Beispiele iberischer Orgelbaukunst. Der Dom von Braga bewahrt ebenfalls Orgeln aus dem 18. Jahrhundert von Frei Simón Fontanes.

Quellen

  1. Órgãos históricos da Basílica de Mafra — Wikipédia (português)
  2. Órgão (instrumento musical) — Wikipédia (português)