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Nationale Akademie der Schönen Künste

Die Nationale Akademie der Schönen Künste, 1836 in Lissabon gegründet, ist die beratende Akademie des Staates für die Klassifizierung und den Schutz des…

Nationale Akademie der Schönen Künste
Pedro Ribeiro Simões from Lisboa, Portugal, CC BY 2.0 — Wikimedia Commons

Die Nationale Akademie der Schönen Künste (Academia Nacional de Belas-Artes) ist die älteste portugiesische akademische Einrichtung, die den Künsten gewidmet ist, und fungiert bis heute als beratendes Organ des Staates in Fragen der Inventarisierung, Klassifizierung und des Schutzes des künstlerischen und monumentalen Erbes. Mit Sitz in Lissabon, im Stadtviertel Chiado, nimmt sie einen Teil des ehemaligen Convento de São Francisco da Cidade ein, ein Gebäude, das sie mit der Fakultät der Schönen Künste der Universität Lissabon und mit dem Museu Nacional de Arte Contemporânea do Chiado teilt.

Gründung und institutioneller Werdegang

Die Einrichtung wurde durch ein Dekret vom 25. Oktober 1836 geschaffen, das im Namen der Königin Maria II. unterzeichnet wurde, im Rahmen der von Passos Manuel geförderten Kulturreformen. Von Anfang an war sie im Gebäude des aufgehobenen Convento de São Francisco da Cidade untergebracht, wo auch eine Bibliothek der Schönen Künste eingerichtet wurde, die schließlich Zehntausende von Bänden umfassen sollte. Während der Regierungszeit von König Luís erhielt sie den Namen Königliche Akademie der Schönen Künste.

1881 trennte eine Reform die pädagogische Aufgabe — die Schule, aus der die heutige Fakultät der Schönen Künste hervorgehen sollte — von den kulturellen und ehrenamtlichen Funktionen der Akademie, eine Teilung, die bis heute fortbesteht. Nach der Ausrufung der Republik wurde die Akademie 1911 aufgelöst. Sie wurde 1932 durch das Dekret Nr. 20 977 unter der Bezeichnung wiederhergestellt, die sie bis heute trägt: Academia Nacional de Belas-Artes.

Beratende Funktionen und Schutz des Kulturerbes

Die Satzung der Akademie weist ihr eine eindeutig erbebezogene Rolle zu. Neben der Förderung des Studiums und der Verbreitung der Künste obliegt es ihr, bei offizieller Konsultation Gutachten zu Angelegenheiten ihres satzungsmäßigen Aufgabenbereichs abzugeben und mit den zuständigen Stellen bei der Erstellung des beschreibenden und kritischen Inventars der Denkmäler und Kunstwerke, sowohl der nationalen als auch der ausländischen, zusammenzuarbeiten. Ferner obliegt es ihr, bei der Klassifizierung, Erhaltung und Wiederherstellung des archäologischen, monumentalen und künstlerischen Erbes des Landes mitzuwirken.

Diese beratende Rolle fügt sich in die lange Kette der Aufsichtsorgane für das Kulturerbe in Portugal ein, die heute von der Generaldirektion für das Kulturerbe angeführt wird — ein Werdegang, der auf der Seite über die Geschichte der Institutionen des Kulturerbes beschrieben wird. Im Laufe des 20. Jahrhunderts waren die Gutachten der Akademien und Räte der Schönen Künste zentrale Bausteine in den Prozessen der Patrimonialisierung, die zur Klassifizierung vieler nationaler Denkmäler führten.

Sitz und Bestände

Der franziskanische Klosterkomplex mit rechteckigem Grundriss, der um Kreuzgänge organisiert ist, beherbergt seit 1836 eine bemerkenswerte Gruppe kultureller Einrichtungen. Die Akademie bewahrt darin eine wertvolle Fachbibliothek mit Werken vom Ende des 15. Jahrhunderts bis in die Gegenwart sowie einen Bestand an Malerei, Skulptur und Zeichnung, der mit der Geschichte der portugiesischen Kunstausbildung verbunden ist. Die Präsenz des heiligen Franziskus im nationalen Kultur- und Erbeleben spiegelt sich auch in anderen Ensembles wider, wie der Kirche São Francisco in Évora, einem Zeugnis der Verbreitung des Franziskanerordens in Portugal.

Heute ist die Nationale Akademie der Schönen Künste eine wissenschaftliche Einrichtung von öffentlichem Nutzen, mit eigener Rechtspersönlichkeit und administrativer Autonomie ausgestattet, unter der Aufsicht des Regierungsbereichs Kultur. Sie pflegt eine regelmäßige Tätigkeit von Veröffentlichungen, akademischen Sitzungen und Gutachten und behauptet sich als eine der historischen Stimmen in der Verteidigung des portugiesischen Kunsterbes.

Häufige Fragen

Wann wurde die Nationale Akademie der Schönen Künste gegründet?
Die Akademie wurde am 25. Oktober 1836 in Lissabon durch ein Dekret der Königin Maria II. im Rahmen der Reformen von Passos Manuel geschaffen. 1911 mit der Republik aufgelöst, wurde sie 1932 durch das Dekret Nr. 20 977 unter ihrer heutigen Bezeichnung wiederhergestellt.
Welche Rolle spielt die Akademie beim Schutz des Kulturerbes?
Ihr obliegt es, bei offizieller Konsultation Gutachten zu erstellen und mit den zuständigen Stellen bei der Inventarisierung, Klassifizierung, Erhaltung und Wiederherstellung des archäologischen, monumentalen und künstlerischen Erbes des Landes zusammenzuarbeiten.
Wo hat die Akademie ihren Sitz?
Sie nimmt einen Teil des ehemaligen Convento de São Francisco da Cidade im Stadtviertel Chiado in Lissabon ein, ein Gebäude, das sie mit der Fakultät der Schönen Künste der Universität Lissabon und dem Museu Nacional de Arte Contemporânea do Chiado teilt.

Quellen

  1. Academia Nacional de Belas-Artes — Wikipédia
  2. Estatutos da ANBA — Portaria n.º 238/2020 (Diário da República)
  3. Convento de São Francisco da Cidade — SIPA / Monumentos