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Braga
Das Erbe von Braga, dem römischen Bracara Augusta und der Stadt der Erzbischöfe, mit seiner Kathedrale und dem Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte im Norden Portugals.
Wenige portugiesische Städte tragen eine so dichte Vergangenheit wie Braga. Als Distrikthauptstadt im Herzen des Minho wurde sie um 16 v. Chr. von den Römern unter dem Namen Bracara Augusta gegründet und blieb über zwei Jahrtausende hinweg stets ein Machtzentrum — zunächst ziviler, dann vor allem religiöser Art. Sie ist eine der ältesten christlichen Städte des Abendlandes und der Sitz des einflussreichsten Erzbistums der Halbinsel.
Vom römischen Bracara zur Stadt der Erzbischöfe
Bracara Augusta entstand als Hauptstadt eines weiten Gebiets im Nordwesten der Halbinsel und wurde zum Verwaltungssitz der Provinz Gallaecia. Mit dem Untergang Roms wählten die Sueben sie im 5. Jahrhundert zur Hauptstadt ihres Reiches — eines der ersten germanischen Königreiche, das zum Christentum übertrat. Aus dieser Kontinuität rührt das hohe Alter der Diözese von Braga, die bereits im 3. Jahrhundert belegt ist.
Es war jedoch das Mittelalter, das die Identität Bragas prägte. Im Jahr 1112 schenkte die Gräfin Teresa die Stadt ihrem Erzbischof Mauricio Burdino und übertrug die weltliche Herrschaft der Mitra. Die Erzbischöfe von Braga beanspruchten den Titel Primas der spanischen Reiche in einem langen Vorrangstreit mit Toledo und formten die Stadt nach ihrem Bilde — was die Dichte an Kirchen, Palästen und Seminaren erklärt, die sie noch heute kennzeichnet.
Eine Hauptstadt des portugiesischen Barock
Das monumentale Antlitz Bragas ist weitgehend barock. Im 18. Jahrhundert erneuerte sich die Stadt unter dem Antrieb aufgeklärter Erzbischöfe und dem Genie des Architekten André Soares mit geschwungenen Fassaden, Brunnen und Gärten, die ihr den Beinamen «portugiesisches Rom» einbrachten. In ihrem Zentrum erhebt sich die Kathedrale von Braga, die älteste Kathedrale des Landes, im 11. Jahrhundert über älteren Überresten begonnen und von aufeinanderfolgenden romanischen, manuelinischen und barocken Bauphasen geprägt — ein wahres Kompendium der Geschichte der portugiesischen Architektur in einem einzigen Bauwerk.
Braga zu sagen heißt, bearbeiteten Stein zu sagen: von der strengen Romanik der Kathedrale bis zur Virtuosität der Treppe des Bom Jesus erzählt die Stadt die Geschichte der portugiesischen Sakralkunst nahezu ohne Unterbrechung.
In der Umgebung, auf dem Berg Espinho, bildet der Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte das Wahrzeichen der Stadt und ihr einziges 2019 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommenes Gut. Seine monumentale Treppe aus getünchtem Granit, die zwischen den Kapellen des Kreuzwegs, Brunnen und allegorischen Skulpturen emporsteigt, ist eines der vollkommensten europäischen Beispiele eines Sacro Monte — eine andächtige Inszenierung, die zum bußfertigen Aufstieg bis zur Kirche auf dem Gipfel einlädt.
Frömmigkeit, Klöster und lebendige Tradition
Die Religiosität Bragas lebt nicht allein im Stein. Die Karwochenprozessionen von Braga zählen zu den feierlichsten des Landes und mobilisieren die ganze Stadt zu einem jahrhundertealten Ritual, das Liturgie, Theater und volkstümliche Inbrunst verbindet. Wenige Kilometer entfernt war das Kloster von Tibães das Mutterhaus der Benediktinerkongregation von Portugal und Brasilien, und sein Klosterensemble, seine Kreuzgänge und sein Wald gehören heute zu den schönsten Beispielen des ländlichen Barock des Minho.
Eingebettet in die Region Norte, ist Braga so weit mehr als eine Zwischenstation: Sie ist einer der Schlüssel zum Verständnis der römischen, christlichen und barocken Wurzeln Portugals — eine junge Universitätsstadt, die ihr außergewöhnliches Erbe ungezwungen weiterbewohnt.
Häufige Fragen
- Warum wird Braga «Stadt der Erzbischöfe» genannt?
- Weil seine seit dem 3. Jahrhundert bezeugte Diözese zum Erzbistum erhoben wurde und die Erzbischöfe von Braga den Titel Primas der spanischen Reiche tragen. Ab 1112 wurde die Stadt sogar der Mitra geschenkt, sodass ihre Regierung über Jahrhunderte in den Händen der Prälaten lag.
- Welches Monument in Braga ist UNESCO-Weltkulturerbe?
- Der Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte am Stadtrand wurde 2019 als herausragendes Beispiel eines barocken Sacro Monte in die Welterbeliste aufgenommen, mit seiner berühmten Treppe aus nacktem und getünchtem Granit.
- Wie lautete der römische Name von Braga?
- Bracara Augusta, um 16 v. Chr. zu Ehren des Kaisers Augustus gegründet. Sie wurde Hauptstadt der Provinz Gallaecia und später Hauptstadt des Suebenreiches.