Denkmäler

Burg von Alandroal

Gotische Burg mit ovalem Grundriss des Avis-Ordens in Alandroal, Distrikt Évora, zwischen 1294 und 1298 errichtet und als Nationaldenkmal klassifiziert.

Burg von Alandroal
Carlos Vieira Romão, CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons

Die Burg von Alandroal erhebt sich im historischen Zentrum der Stadt Alandroal im Distrikt Évora, mitten im grenznahen Alentejo. Es handelt sich um eine gotische Befestigung mit weitgehend ovalem Grundriss, die vom Avis-Orden an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert errichtet wurde, zu einer Zeit, als die portugiesische Krone ihre Verteidigungslinie entlang der Grenze zu Kastilien verstärkte. Der Komplex ist seit 1910 als Nationaldenkmal klassifiziert.

Errichtung und das Zeichen des «Mouro Galvo»

Das Bauwerk ist durch Inschriften, die in die Mauer selbst eingemeißelt sind, genau datiert. Der Grundstein wurde am 6. Februar 1294 gelegt und das Werk am 24. Februar 1298 vollendet, durchgehend unter der Meisterschaft von D. Lourenço Afonso, Meister des Avis-Ordens, in der Regierungszeit von D. Dinis. Eine der Inschriften ist besonders bemerkenswert, weil sich der Baumeister darin persönlich zu erkennen gibt: «Ich, Mouro Galvo». Diese Signatur, in der mittelalterlichen Militärarchitektur Portugals äußerst selten, zeigt, dass das von den christlichen Eliten in Auftrag gegebene Werk von einem Maurer islamischer Tradition geleitet wurde.

Dieser Ursprung spiegelt sich in der Konzeption der Festung selbst wider. Der Baumeister griff auf Lösungen zurück, die damals in Sevilla und Granada gebräuchlich waren und sich in der Gliederung der Türme sowie in der Verwendung von Elementen wie dem Hufeisenbogen zeigen. Die Burg von Alandroal ist daher ein einzigartiges Beispiel für den Dialog zwischen der christlichen Bautradition und dem mudéjarischen Können, ein Thema, das sich in die umfassendere Untersuchung der islamischen Kunst in Portugal einfügt.

Architektur und Verteidigungselemente

Der ovale Grundriss passt sich dem Gelände an und ordnet den Mauerring um einen Innenhof an. An den Ecken der Mauer verteilen sich viereckige Türme, und der ebenfalls viereckige, mehrgeschossige Bergfried ist an den Mauerring angelehnt. Der Haupteingang im Osten ist die sogenannte Porta Legal, gebildet aus einem gotischen Bogen in einem Gang und geschützt von Türmen, die den Zugang einfassen und überwachen. Die Zinnen werden von pyramidenförmigen Helmen bekrönt, in einer sorgfältigen Gestaltung, die den gotischen Charakter des Komplexes verstärkt.

Neben dem Bergfried wurde die Kirche Nossa Senhora da Graça errichtet, eine Geste, die die militärische Funktion mit der religiösen Verehrung verbindet, wie sie in den von den Ritterorden verwalteten Grenzfestungen üblich war. Als Beispiel der gotischen Architektur in Portugal zeichnet sich Alandroal durch die Stimmigkeit zwischen der militärischen Struktur und den sie begleitenden Verzierungen aus.

Bedeutung im grenznahen Alentejo

Der Avis-Orden hatte eine markante Präsenz im Kreis Alandroal, wo er ein Gestüt des Meisters unterhielt und Weinkeller, Weinberge, Landgüter und Jagdgehege verwaltete. Die Burg fungierte als Verwaltungssitz und Symbol der Macht dieses Ordens im Gebiet und fügte sich in das dichte Netz befestigter Plätze ein, das den Alentejo entlang der Grenze verteidigte. Wenige Kilometer entfernt bildeten Festungen wie die Burg von Vila Viçosa dasselbe Verteidigungssystem, das die Grenze zum Königreich Kastilien überwachte.

Heute beherrscht die Festung die Landschaft der Stadt und stellt eines der sinnbildlichsten Wahrzeichen des mittelalterlichen Militärerbes im Landesinneren des Alentejo dar und zeugt sowohl von der königlichen Strategie des D. Dinis als auch vom Beitrag der Baumeister islamischer Tradition.

Häufige Fragen

Wer ließ die Burg von Alandroal errichten?
Die Festung wurde vom Avis-Orden während der Meisterschaft von D. Lourenço Afonso, in der Regierungszeit von D. Dinis, errichtet. Der Grundstein wurde am 6. Februar 1294 gelegt und das Werk am 24. Februar 1298 vollendet.
Wer war der Architekt der Burg?
Einer Inschrift an der Mauer zufolge wurde das Werk von einem Baumeister islamischer Herkunft geleitet, der sich selbst als «Mouro Galvo» bezeichnete, was die in der Festung sichtbaren architektonischen Modelle mudéjarischer Prägung erklärt.
Kann die Burg von Alandroal besichtigt werden?
Ja. Die Burg liegt im historischen Zentrum der Stadt Alandroal im Distrikt Évora, und ihr Mauerring und Gelände sind frei zugänglich.

Quellen

  1. Castelo do Alandroal — Wikipédia
  2. Castelo e cerca urbana de Alandroal — SIPA
  3. Castelo de Alandroal — Cultura Portugal (DRC Alentejo)