Denkmäler

Burg von Guimarães

Die Burg von Guimarães in Braga: die mit Afonso Henriques verbundene Grafenfestung mit ihrem Bergfried, die als Wiege der portugiesischen Nation gilt.

Burg von Guimarães
Marco Aldeia, CC BY-SA 3.0 — Wikimedia Commons

Hoch auf der Colina Larga, über der Stadt thronend, die aus ihr hervorging, ist die Burg von Guimarães eines der symbolträchtigsten Bauwerke der portugiesischen Geschichte. Ihre strenge Granitsilhouette, beherrscht vom Bergfried, der von acht Türmen flankiert wird, verdichtet Jahrhunderte der Erinnerung und hat sich im nationalen Imaginären als die „Wiege” Portugals festgesetzt.

Von der Grafengründung zur gotischen Festung

Der Ursprung der Burg reicht ins 10. Jahrhundert zurück, als Gräfin Mumadona Dias, Witwe des Grafen Hermenegildo Mendes, eine primitive Befestigung errichten ließ — wohl aus Erde und Holz —, um das von ihr gegründete Kloster und die zu ihren Füßen wachsende Siedlung zu schützen. Es war noch ein bescheidenes Bauwerk, das der Verteidigung gegen normannische und muslimische Einfälle diente.

Die entscheidende Wandlung kam Ende des 11. Jahrhunderts mit den Grafen Heinrich von Burgund und Teresa von León, die Guimarães zu ihrer Residenz erkoren. Der ursprüngliche Bau wurde durch eine solidere Steinkonstruktion ersetzt. Es war jedoch im Laufe des 13. Jahrhunderts — vor allem unter den Herrschern Afonso III. und Dinis —, dass die Burg die gotische Gestalt erhielt, die wir noch heute kennen: den hohen zentralen Bergfried, die an die Mauer angelehnten Türme und den Mauerring, der sich dem Felsvorsprung anpasst.

Wenige Bauwerke fassen die Gründung eines Königreichs so gut zusammen: Die Burg ist zugleich militärische Festung und Reliquiar einer Identität.

Die Wiege der Nation

Der Ruhm der Burg ist untrennbar mit Afonso Henriques verbunden, dem ersten König von Portugal. Die Überlieferung will, dass er hier geboren und in der benachbarten romanischen Kirche São Miguel do Castelo getauft wurde, auch wenn die zeitgenössische Überlieferung dies nicht bestätigt. Was die Geschichte mit Gewissheit feststellt, ist die zentrale Rolle von Guimarães im Prozess der Verselbständigung der Grafschaft Portucale: In der Umgebung wurde 1128 die Schlacht von São Mamede geschlagen, in der Afonso Henriques die seiner Mutter Teresa treuen Kräfte besiegte und damit den entscheidenden Anstoß zur Bildung des unabhängigen Königreichs gab.

Diese symbolische Dichte erklärt, warum die Burg ein Ort bürgerlicher Wallfahrt bleibt. Neben ihr erhebt sich der Palast der Herzöge von Bragança aus dem 15. Jahrhundert, und das Ensemble gehört zur historischen Altstadt von Guimarães, die 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Erhaltung und Einstufung

Im Laufe der Jahrhunderte verlor die Burg ihre militärische Bedeutung und verfiel, sie diente sogar als Steinbruch und Gefängnis. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mitten in der Debatte über das nationale Gedächtnis, war sie Gegenstand tiefgreifender Restaurierungskampagnen, die ihr ihre mittelalterliche Lesart zurückgaben. 1910 zum Nationaldenkmal erklärt, wurde sie zu einer der meistbesuchten Denkmalstätten des Landes und 2007 zu einem der Sieben Wunder Portugals gewählt.

Als herausragendes Beispiel unserer mittelalterlichen Befestigungen tritt die Burg von Guimarães in Dialog mit anderen Festungen des Nordens, wie der Burg von Bragança, und nimmt einen herausragenden Platz unter den Denkmälern Portugals ein, die das Gründungsnarrativ des Landes tragen.

Häufige Fragen

Wurde Afonso Henriques in dieser Burg geboren?
Die Überlieferung verbindet die Geburt des ersten Königs von Portugal mit Guimarães und seiner Burg, doch kein zeitgenössisches Dokument bestätigt dies. Historisch gesichert ist seine Verbindung zur Region und die Schlacht von São Mamede, die 1128 in der Umgebung geschlagen wurde.
Wer ließ die Burg von Guimarães errichten?
Der ursprüngliche Kern geht auf Gräfin Mumadona Dias im 10. Jahrhundert zurück, die ihr Kloster schützen wollte. Die heutige imposante Festung ist vor allem das Ergebnis der Umbauten der Grafen Heinrich und Teresa sowie der gotischen Bauarbeiten des 13. Jahrhunderts.
Ist die Burg von Guimarães Weltkulturerbe?
Die Burg gehört zur historischen Altstadt von Guimarães, die 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Das Bauwerk selbst ist seit 1910 Nationaldenkmal.

Quellen

  1. Castelo de Guimarães — Wikipédia
  2. Centro Histórico de Guimarães — Comissão Nacional da UNESCO
  3. Castelo de Guimarães — Museus e Monumentos de Portugal