Archäologie
Castro do Zambujal
Castro do Zambujal bei Torres Vedras: große befestigte kupferzeitliche Siedlung der Estremadura, Zentrum der Kupfermetallurgie und Bezugspunkt der europäischen…
Der Castro do Zambujal ist eine der bemerkenswertesten befestigten Siedlungen der Kupferzeit in Westeuropa. Auf einem Hügel etwa drei Kilometer von Torres Vedras im Distrikt Lissabon gelegen, überblickte er im dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung einen weiten Meeresarm — heute verschwunden —, der durch das Tal des Flusses Sizandro ins Landesinnere reichte. Diese strategische Lage, die das Land mit der Küstenschifffahrt verband, trägt dazu bei, den Reichtum und die Langlebigkeit der Besiedlung zu erklären, die sich etwa zwischen 3000 und 1700 v. Chr. erstreckte.
Ein Verteidigungssystem in vier Phasen
Die Monumentalität des Zambujal liegt vor allem in seinen Befestigungen, die im Laufe von vier großen Bauphasen errichtet und umgestaltet wurden. Der zentrale Kern von etwa fünfzig Metern war durch Mauern von beachtlicher Stärke geschützt, verstärkt durch runde und halbrunde Bastionen sowie durch hohle Türme. In aufeinanderfolgenden Phasen kamen neue Mauerzüge, Barbakanen und schmale Zugangsöffnungen hinzu, die eine der komplexesten vorgeschichtlichen Verteidigungsanlagen der Iberischen Halbinsel bildeten. Im Inneren erhoben sich ovale Hütten von etwa sechs Metern Durchmesser, aus Lehmziegeln errichtet.
Die Sorgfalt, die auf die Verteidigung des Zambujal verwandt wurde, offenbart eine hierarchisch gegliederte Gesellschaft, die kollektive Arbeit mobilisieren und Vorräte sowie Prestigegüter in einem auf der westlichen Halbinsel zuvor unbekannten Ausmaß schützen konnte.
Kupfer, Elfenbein und die Glockenbecherkeramik
Die Gemeinschaft des Zambujal lebte vom Getreideanbau und von der Viehzucht, zeichnete sich jedoch vor allem als bedeutendes Zentrum der Verhüttung und des Handels mit dem Kupfer der Estremadura aus. Auf die Fundstätte liefen Rohstoffe und exotische Güter zusammen — Gold, Elfenbein, Amphibolit —, ein Zeichen für Austauschnetze, die die portugiesische Küste mit dem Mittelmeer und mit Nordafrika verbanden. Auch hier wurden einige der ältesten Spuren der Glockenbecherkeramik festgestellt, jenes dekorativen Stils, der sich später über weite Teile Europas verbreiten sollte. Der Zambujal fügt sich somit in denselben kulturellen Horizont wie andere große kupferzeitliche Siedlungen ein, etwa Vila Nova de São Pedro und die Siedlung von Leceia, die die für diese Periode der Kupferzeit charakteristischen Mauern mit Bastionen teilen.
Entdeckung, Ausgrabung und Klassifizierung
Die Fundstätte wurde 1932 von dem Archäologen und Lehrer Leonel Trindade, einem gebürtigen Bewohner von Torres Vedras, erkannt, der dort die ersten Arbeiten durchführte. Die Forschung gewann ab 1964 eine andere Dimension, als das Deutsche Archäologische Institut begann, systematische Kampagnen zu finanzieren, die von Persönlichkeiten wie Hermanfrid Schubart und Michael Kunst geleitet wurden; die deutsch-portugiesische Zusammenarbeit dauert bis heute an. Der Castro do Zambujal wurde 1946 als Nationaldenkmal eingestuft, in Anerkennung seines Wertes für die Erforschung der iberischen Vorgeschichte. Der größte Teil der geborgenen Funde befindet sich im Museu Municipal Leonel Trindade in Torres Vedras, einer Einrichtung, die den öffentlichen Zugang zu diesem grundlegenden Kapitel der portugiesischen Archäologie gewährleistet.
Häufige Fragen
- Wo liegt der Castro do Zambujal?
- Er liegt etwa drei Kilometer südwestlich der Stadt Torres Vedras im Distrikt Lissabon, auf einer Anhöhe, die einst die alte Mündung des Flusses Sizandro überblickte.
- Aus welcher Zeit stammt der Castro do Zambujal?
- Es handelt sich um eine kupferzeitliche Siedlung, die ungefähr zwischen 3000 und 1700 v. Chr. bewohnt war und der Kupferzeit der portugiesischen Estremadura entspricht.
- Warum ist diese archäologische Fundstätte bedeutend?
- Sie war eine der größten befestigten Siedlungen der Kupferzeit in Westeuropa und ein Zentrum der Kupfermetallurgie und des Kupferhandels, das einige der ältesten bekannten Glockenbecherkeramiken hervorbrachte.