Denkmäler

Kirche von São Martinho de Mouros

Die Kirche von São Martinho de Mouros in Resende ist eine der eigenwilligsten romanischen Kirchen des Dourotals, mit einer Turmfassade und drei Schiffen von…

Kirche von São Martinho de Mouros
Vitor Oliveira from Torres Vedras, PORTUGAL, CC BY-SA 2.0 — Wikimedia Commons

An einem Hang des Südufers des Douro, in der Gemeinde, die ihr den Namen gibt, erhebt sich eine der rätselhaftesten Kirchen der portugiesischen Romanik. Die Kirche von São Martinho de Mouros in Resende hebt sich von allen anderen Gotteshäusern des Tals durch eine wuchtige, in die Höhe strebende Silhouette ab, die von einer robusten Turmfassade beherrscht wird und ihr aus der Ferne das Aussehen einer Festung aus dunklem Granit verleiht. Es ist gerade dieser scheinbare Widerspruch — der einer Kirche, die wie eine Burg aussieht, ohne je eine gewesen zu sein —, der sie zu einem Denkmal ohne Beispiel im Land macht.

Ein Grundriss ohne Beispiel

Der bemerkenswerteste Zug von São Martinho de Mouros liegt in ihrem Innenraum. Anstelle des üblichen basilikalen Schemas, bei dem sich das Mittelschiff weit über die Seitenschiffe erhebt, weist das Gotteshaus drei Schiffe von nahezu gleicher Höhe auf, die durch Spitzbögen voneinander getrennt sind, welche in aufsteigender Folge aufeinanderfolgen. Das Ergebnis ist ein Raum von ungewöhnlicher vertikaler Entwicklung, der der Logik einer „Hallenkirche” näher steht als der gewöhnlichen Romanik und der dem Bauwerk eine im Maßstab einer ländlichen Pfarrei seltene Monumentalität verleiht.

Eine Inschrift mit der Jahreszahl 1217, die auf einem Stein des Chores entdeckt wurde, markiert den Beginn — oder den Abschluss einer ersten Phase — des Unterfangens und ordnet das Werk mitten ins 13. Jahrhundert ein. Der spitzbogige Triumphbogen, von einem Okulus durchbrochen, rahmt das Chorhaupt und verstärkt die Vertikalität des Ganzen. Der Ehrgeiz des ursprünglichen Programms, das drei gewölbte Schiffe vorsah, blieb wohl unvollendet, doch was uns überliefert ist, genügt, um sie zu den originellsten Beispielen der nationalen romanischen Architektur zu zählen.

Die Turmfassade und ihr Rätsel

Die Westfassade, ausgesprochen wehrhaft, wird von einem Turm mit breitem und massivem Korpus begrenzt, der vom axialen Portal durchbrochen wird. Ihr befestigtes Aussehen führte lange dazu, sie mit militärischen Funktionen in Verbindung zu bringen, doch heute wird angenommen, dass die Verteidigung des Ortes durch die steile Topographie des Tals selbst gewährleistet war, die sogar die Einnahme der einstigen Burg von São Martinho begünstigt haben soll. Der Turm erfüllte vielmehr liturgische und symbolische Zwecke und bekräftigte die Präsenz der Kirche über dem Land.

In São Martinho de Mouros verbirgt das kriegerische Erscheinungsbild keine Burg, sondern vielmehr den Willen, dem Hause Gottes die Würde und Beständigkeit einer Festung zu verleihen.

Wie andere Wahrzeichen der Romanik des Nordens — darunter die Erlöserkirche von Bravães — gehört das Gotteshaus heute zur Romanischen Route, einem Weg, der die Täler des Sousa, des Tâmega und des Douro durchzieht.

Veränderungen und Anerkennung

Der mittelalterliche Bau blieb nicht unberührt. Während der Frühen Neuzeit und vor allem im Barock wurde der Innenraum mit Schnitzretabeln im Nationalstil sowie mit Gemälden bereichert, die der Werkstatt der Meister von Ferreirim zugeschrieben werden, die um 1530 tätig war. Diese aufeinanderfolgenden Schichten verfälschen das Denkmal keineswegs, sondern dokumentieren die Kontinuität seiner Nutzung über acht Jahrhunderte hinweg.

1922 zum Nationaldenkmal erklärt, bleibt die Kirche von São Martinho de Mouros ein bevorzugtes Ziel für alle, die die Romanik des Nordens bereisen und die Vielfalt der Lösungen verstehen möchten, welche die Steinmetzmeister im Dourotal erprobten. Ihre architektonische Eigenart, verbunden mit der sie umgebenden Landschaft, macht sie zu einem der überraschendsten Zeugnisse des mittelalterlichen Erbes der Region.

Häufige Fragen

Wo befindet sich die Kirche von São Martinho de Mouros?
Sie liegt in der Gemeinde São Martinho de Mouros, Kreis Resende, Distrikt Viseu, am Südufer des Dourotals, im Norden Portugals.
Was macht diese Kirche innerhalb der portugiesischen Romanik so eigenwillig?
Ihr Grundriss mit drei Schiffen von nahezu gleicher Höhe, der dem Innenraum eine ungewöhnliche vertikale Entwicklung verleiht, sowie die imposante Turmfassade machen sie zu einem fast einzigartigen Fall in der nationalen romanischen Architektur.
Hatte die Turmfassade eine militärische Funktion?
Trotz ihres befestigten Aussehens entsprach die Turmfassade keinen militärischen Erfordernissen; die Verteidigung des Ortes war durch die steile Topographie des Tals gewährleistet. Der Turm erfüllte vor allem liturgische und symbolische Funktionen.
Wann wurde sie zum Nationaldenkmal erklärt?
Sie wurde 1922 zum Nationaldenkmal erklärt.

Quellen

  1. Igreja de São Martinho de Mouros — Wikipédia
  2. Igreja de São Martinho de Mouros — Rota do Românico
  3. Igreja Paroquial de São Martinho de Mouros — SIPA / DGPC