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Laboratório José de Figueiredo

Das Laboratório José de Figueiredo in Lissabon: das nationale Referenzlabor für die Konservierung und Restaurierung von Kulturgütern, hervorgegangen aus dem MNAA.

Laboratório José de Figueiredo
GualdimG, CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons

Das Laboratório José de Figueiredo ist das nationale Referenzlabor für die Konservierung und Restaurierung beweglicher Kulturgüter in Portugal. Mit Sitz in Lissabon, an der Rua das Janelas Verdes, in einem eigenen, an das Museu Nacional de Arte Antiga angrenzenden Gebäude, vereint es Restaurierungsateliers und wissenschaftliche Labore, in denen seit mehr als einem Jahrhundert Gemälde, Skulpturen, Textilien, Mobiliar und andere Zeugnisse des nationalen künstlerischen Erbes untersucht und behandelt werden.

Von den Werkstätten des Museums zum eigenständigen Institut

Die Geschichte dieser Institution ist untrennbar mit der des materiellen Studiums der Kunst in Portugal selbst verbunden. Im Jahr 1911 richtete José de Figueiredo (1872–1937), Kunsthistoriker und erster Direktor des Museu Nacional de Arte Antiga, eine Restaurierungswerkstatt im Museum ein und lud den Maler Luciano Freire ein, sich der Instandsetzung der Werke der Sammlung anzunehmen. Es war eine bahnbrechende Geste: Zum ersten Mal hörte die Restaurierung auf, eine gelegentliche Aufgabe zu sein, und wurde zu einer dauerhaften, mit der Museumsinstitution selbst verbundenen Tätigkeit.

In den folgenden Jahrzehnten stattete sich die Werkstatt unter der Leitung des Physikers Manuel Valadares mit Laborausstattung aus — einschließlich einer Röntgenröhre — und wurde fortan als „Labor für die Untersuchung von Kunstwerken” bekannt. Die Einführung wissenschaftlicher Analysemethoden bedeutete einen qualitativen Sprung: Radiographie, Fotografie und physikalisch-chemische Untersuchungen ermöglichten es, mit bloßem Auge unsichtbare Schichten zu lesen, frühere Eingriffe zu unterscheiden und Behandlungsentscheidungen zu begründen.

Die Restaurierung hörte auf, ein Handwerk der Hände zu sein, und wurde auch zu einer Disziplin des Labors, in der die Diagnose dem Eingriff vorausgeht und ihn rechtfertigt.

Ein Gebäude für die Restaurierung

Es war dem Direktor João Couto vorbehalten zu erkennen, dass das Wachstum der Tätigkeit eigene Räume erforderte. Die Arbeiten am Gebäude, das der Architekt Guilherme Rebelo de Andrade auf Grundlage von Konzepten Figueiredos, Valadares’, Coutos und Fernando Mardels entwarf, fanden zwischen 1938 und 1940 statt. Es handelte sich laut Couto um ein „Restaurierungsinstitut im eigenen Haus, in einem eigens zu diesem Zweck errichteten Gebäude, ein einzigartiger Fall weltweit” — eine Aussage, die den Anspruch widerspiegelt, die Konservierung zu einem eigenständigen Bereich mit Werkstätten, Laboren und Ausbildungskapazität zu machen.

Die institutionelle Eigenständigkeit wurde 1965 verwirklicht, als sich auf Betreiben des Konservators und Malers Abel de Moura die Werkstätten sowie die Foto-, Physik- und Chemielabore von der Aufsicht des Museums lösten und das Institut José de Figueiredo entstehen ließen (Gesetzesdekret Nr. 46 758 vom 18. Dezember 1965). Über Jahrzehnte war das Institut eine internationale Referenz bei der Behandlung empfindlicher Werke, von der Tafelmalerei bis zu jahrhundertealten Wandteppichen.

Kontinuität und Kulturerbe

Im Jahr 2000 wurde das Institut José de Figueiredo aufgelöst und seine Aufgaben gingen auf das neu geschaffene Portugiesische Institut für Konservierung und Restaurierung über. Aufeinanderfolgende Umstrukturierungen der Kulturerbeverwaltung gliederten diesen Zuständigkeitsbereich anschließend in die zentralen Strukturen des Staates ein und mündeten in die heutige Aufsicht durch die Generaldirektion für das Kulturerbe und das Património Cultural, I.P. Das Labor behielt die Bezeichnung bei, die José de Figueiredo ehrt, und führt so die Verbindung zwischen kunsthistorischer Forschung und technischer Praxis fort.

Mehr als eine Verwaltungsstruktur ist das Laboratório José de Figueiredo ein Meilenstein der Konservierung und Restaurierung in Portugal: In ihm wurden Generationen von Fachleuten ausgebildet und der Beruf des Konservators-Restaurators gefestigt, gegründet auf dem Grundsatz, dass jeder Eingriff reversibel, dokumentiert und durch wissenschaftliche Untersuchung gestützt sein muss. Seine Werkstätten beherbergen weiterhin Kampagnen zur Untersuchung und Behandlung bedeutender Werke des nationalen Kulturerbes und stellen sicher, dass zentrale Werke der portugiesischen Kunst in einem Zustand an künftige Generationen gelangen, in dem sie verstanden und bewundert werden können.

Häufige Fragen

Was ist das Laboratório José de Figueiredo?
Es ist das nationale Referenzlabor für die Konservierung und Restaurierung beweglicher Kulturgüter mit Sitz in Lissabon, neben dem Museu Nacional de Arte Antiga. Es geht auf die 1911 im Museum eingerichteten Restaurierungswerkstätten zurück und ist heute Teil der Struktur des Património Cultural, I.P.
Warum trägt es diesen Namen?
Es ehrt José de Figueiredo (1872–1937), Kunsthistoriker und erster Direktor des Museu Nacional de Arte Antiga, der 1911 die Restaurierungswerkstatt einrichtete, von der die Institution abstammt.
Wo befindet sich das Labor?
An der Rua das Janelas Verdes in Lissabon, in einem eigenen, zwischen 1938 und 1940 errichteten Gebäude, das an das Museu Nacional de Arte Antiga angrenzt.

Quellen

  1. Instituto José de Figueiredo — Wikipédia
  2. DGPC — Apontamentos para a História da Conservação e Restauro em Portugal
  3. Laboratório José de Figueiredo — Museus e Monumentos de Portugal