Archäologie

Castro de Monte Mozinho

Castro de Monte Mozinho in Penafiel: eine der größten kastrierten und römischen Siedlungen im nordwestlichen Teil der Iberischen Halbinsel, eingestuft als…

Castro de Monte Mozinho
Moedagalega, CC0 — Wikimedia Commons

Der Castro de Monte Mozinho, im Volksmund auch als Tote Stadt von Penafiel bekannt, ist eine der größten und markantesten befestigten Siedlungen im Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges in etwa 408 Metern Höhe errichtet, dominiert er das Tal des Sousa im Kreis Penafiel, Distrikt Porto, und erstreckt sich über die Gemeinden Galegos und Oldrões. Seine ausgedehnte Siedlungsfläche – auf über zwanzig Hektar geschätzt – und die Monumentalität seiner Strukturen machen ihn zu einem unverzichtbaren Referenzort für die Erforschung des Übergangs von der indigenen Kultur zur Romanisierung.

Eine Siedlung zwischen zwei Kulturen

Monte Mozinho dokumentiert auf einzigartige Weise die Begegnung der Kastrenkultur mit der römischen Präsenz. Der älteste Kern stammt vermutlich aus dem späten Eisenzeit, doch die städtebauliche Blüte des Ortes fällt vor allem in die römische Periode zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert. Diese lange Zeitspanne zeigt sich in der Koexistenz indigener Bauten – runde Häuser mit Vorhalle, um Innenhöfe gruppiert – und römisch geprägter Wohnhäuser mit rechteckigen und quadratischen Räumen.

Das Nebeneinander kastilischer Rundhäuser und orthogonaler römischer Wohnbauten macht Monte Mozinho zu einem einzigartigen Freilichtlabor, um den Akkulturationsprozess im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nachzuvollziehen.

Die Siedlung ist durch mehrere, dem Bergrelief angepasste Mauerringe geschützt. Im oberen Bereich liegt das älteste Geviert, dessen Zugang von Strukturen flankiert war, in denen Statuen galaischer Krieger gefunden wurden – heute im städtischen Museum verwahrt. Die Raumordnung umfasst zudem einen großen elliptischen Platz, der als öffentlicher Versammlungsort diente, sowie ein repräsentatives flavisches Monument, das vom Prestige der Gemeinschaft zeugt.

Forschung und Denkmalschutz

Die archäologische Bedeutung des Ortes wurde früh erkannt: Monte Mozinho steht seit 1948 als Immóvel de Interesse Público unter Schutz. Die ersten großen Grabungskampagnen fanden zwischen 1943 und 1954 statt, wurden 1974–1979 intensiviert und in jüngerer Zeit fortgesetzt. Trotz jahrzehntelanger Arbeit ist nur ein Teil der Siedlung freigelegt, was ihre außergewöhnliche Ausdehnung unterstreicht.

Die Funde – Keramik, Glas, Münzen, Schmuck und Skulpturen – verteilen sich auf Eisenzeit und römische Epoche und ermöglichen die Rekonstruktion von Alltag, Wirtschaft und Glaubenswelt der Bewohner. Zur Besucherorientierung richtete die Gemeinde Penafiel 2004 ein Interpretationszentrum ein, das die Ruinen kontextualisiert und die Sammlung präsentiert.

Stellung im archäologischen Netzwerk des Nordwestens

Monte Mozinho gehört zu einem dichten Netz kastrierter Siedlungen nördlich des Douro. Durch Monumentalität und lange Besiedlungsdauer steht er im Dialog mit Großsiedlungen wie der Citânia de Sanfins in Paços de Ferreira, der Citânia de Briteiros in Guimarães und der Cividade de Terroso an der Küste. Gemeinsam bilden diese Stätten ein Schlüsselpanorama zur römischen Archäologie und zur Entwicklung der indigenen Gemeinschaften im äußersten Westen der Iberischen Halbinsel.

Ein Besuch in Monte Mozinho bedeutet somit eine Wanderung durch eine weite Steinlandschaft über dem Tal, wo sich das Erbe der Castros und das bleibende Zeichen Roms Seite an Seite lesen lassen.

Häufige Fragen

Wo befindet sich der Castro de Monte Mozinho?
Er liegt auf dem Gipfel des Monte Mozinho im Kreis Penafiel (Distrikt Porto), zwischen den Gemeinden Galegos und Oldrões, auf etwa 408 Metern Höhe.
Warum wird er als 'Tote Stadt' bezeichnet?
Die Weite des besiedelten Gebiets und der ruinöse Zustand der Steinbauten haben ihm im Volksmund den Namen 'Tote Stadt von Penafiel' eingebracht.
Wann wurde er unter Denkmalschutz gestellt?
Er wurde 1948 als Immóvel de Interesse Público eingestuft und ist einer der am besten erforschten archäologischen Stätten im Nordwesten der Iberischen Halbinsel.

Quellen

  1. Castro de Monte Mozinho — Wikipédia
  2. Câmara Municipal de Penafiel — Castro de Monte Mozinho
  3. SIPA — Castro de Monte Mozinho / Cidade Morta de Penafiel