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Das römische und vorrömische Portugal

Von den eisenzeitlichen Wallburgen zu den Städten Lusitaniens: die erste städtische Schicht des portugiesischen Gebiets und was von ihr überdauert.

Casa de Cantaber, ruínas romanas de Conímbriga · Vitor Oliveira, CC BY-SA 2.0 — Wikimedia Commons

Vor den Kathedralen und den Burgen gab es Städte. Die erste Urbanisierung des Gebiets, das später Portugal werden sollte, ist römisch — und ruht ihrerseits auf einem einheimischen Substrat befestigter Siedlungen, das ihr um viele Jahrhunderte vorausging.

Die Welt der Wallburgen

Im Nordwesten hinterließ die Eisenzeit die Castro-Kultur: Siedlungen aus runden Steinhäusern auf der Höhe verteidigungsfähiger Hügel, von Mauern umgeben. Die Citânia de Briteiros bei Guimarães ist das beredteste Beispiel — eine einheimische Stadt, die bereits innerhalb der römischen Welt fortbestand und zeigt, wie die beiden Kulturen nebeneinanderlebten, ehe die eine die andere aufnahm.

Lusitanien

Die römische Eroberung, im 1. Jahrhundert v. Chr. gefestigt, gliedert das Gebiet in die Provinz Lusitanien und in das nördliche Gallaecien ein. Mit Rom kommt der geregelte Städtebau: das Forum, die Thermen, das Theater, das Straßennetz, das Aquädukt. Städte wie Bracara Augusta (Braga), Ebora (Évora) und Olisipo (Lissabon) entstehen oder werden nach römischem Vorbild neu gegründet, und einige wurden seither nie mehr verlassen.

Conímbriga, die eingefrorene Stadt

Die Stätte, an der sich die römische Stadt in Portugal am besten lesen lässt, ist Conímbriga bei Condeixa. Aufgegeben und von der Überbauung verschont, bewahrt sie Mosaikböden, die Leitungen der Thermen und die spät errichtete Mauer, in aller Eile gegen die Invasionen aufgeworfen — teils aus Steinen erbaut, die man den eigenen Bauwerken der Stadt entrissen hatte.

Die Mauer von Conímbriga ist ein dramatisches Dokument: In ihr liest sich der genaue Augenblick, in dem die Sicherheit mehr zu gelten begann als die Ausschmückung und die antike Stadt sich auf sich selbst zurückzuziehen begann.

Das unsichtbare Erbe

Ein großer Teil des römischen Erbes liegt nicht in den Ruinen, sondern unter unseren Füßen: der Verlauf vieler Straßen, die Grenzen ländlicher Grundstücke, die Namen der Orte. Die römische Archäologie lehrt, das portugiesische Gebiet als Palimpsest zu betrachten, in dem die älteste Schicht die Form der darüberliegenden weiterhin bestimmt.