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Die Epochen der portugiesischen Architektur

Ein Gang durch die großen Bausprachen Portugals, von der Romanik zum Eisen, und durch ihre Momente eigener Erfindung.

Sé Velha de Coimbra, fachada românica · Concierge.2C, CC BY-SA 3.0 — Wikimedia Commons

Die portugiesische Architektur ist keine Abfolge importierter Stile, sondern eine Reihe lokaler Antworten auf gemeinsame Probleme des christlichen Europa. In einigen Augenblicken empfängt Portugal; in anderen erfindet es. Dies ist eine knappe Karte seiner großen Epochen.

Romanik (11.–13. Jh.)

Über die Jakobswege und die monastischen Orden gekommen, ist die portugiesische Romanik nüchtern, massiv und ländlich. Die Kathedralen von Coimbra, Braga und Lissabon wirken wie Festungen: Der Stein ist dick, die Öffnungen sind spärlich, die Dekoration ist auf die Portale konzentriert. Es ist die Architektur eines Landes in seiner Entstehung, noch im Grenzkrieg.

Gotik (13.–15. Jh.)

Die Gotik tritt mit den Bettelorden ein und erreicht ihren Höhepunkt im Kloster von Batalha, von König João I. nach Aljubarrota in Auftrag gegeben. In Portugal ist die Gotik jedoch stets gemäßigter in der Höhe und empfänglicher für das horizontale Licht als die Kathedralen Nordeuropas.

Manuelinik (um 1490–1540)

Es ist der erste Stil, den man wahrhaft portugiesisch nennen kann. Auf eine spätgotische Struktur pfropft die Manuelinik eine nautische und naturalistische Ornamentik ohne Vergleich, finanziert vom Reichtum der Expansion. Jerónimos und das Christuskloster in Tomar sind ihre Meisterwerke.

Vom Manierismus zum Barock (16.–18. Jh.)

Die Gegenreformation bringt den verhaltenen Klassizismus des «schlichten Stils» (estilo chão) und danach die barocke Üppigkeit — das vergoldete Schnitzwerk, den erzählenden Azulejo, die dynamischen Fassaden des Nordens, für die die Klerikerkirche (Igreja dos Clérigos) in Porto ein Sinnbild ist.

Pombalinik und das 19. Jahrhundert

Das Erdbeben von 1755 erzwingt einen Bruch: Die Pombalinik ist rational, erdbebenfest und seriell. Im 19. Jahrhundert kommen der Klassizismus, die Historismen und schließlich das Eisen und das Glas der Bahnhöfe und Markthallen — der Eintritt Portugals in die industrielle Architektur.

Jede Epoche überlebt in den folgenden. Die Stärke der portugiesischen Architektur liegt weniger in irgendeinem isolierten Stil als in der Art, wie sie diese auf ein und demselben Gebiet überlagerte.