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Machico
Machico, die erste Siedlung Madeiras und Sitz der ersten Kapitanie, mit der Kapelle der Wunder, Küstenforts und einer Mutterkirche aus dem 15. Jahrhundert.
Machico ist eine Stadt und Gemeinde an der Ostküste der Insel Madeira und gilt als die erste im Archipel gegründete Siedlung. Hier sollen um 1419–1420 die Kapitäne João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira gelandet sein, als sie die Besiedlung der Insel begannen, was Machico zur Wiege der portugiesischen Präsenz auf Madeira macht. Der Ort, 1996 zur Stadt erhoben, erhebt sich um eine geschützte Bucht, in die der Bach von Machico mündet, in einem fruchtbaren, dem Atlantik zugewandten Tal.
Ursprünge und die erste Kapitanie
Als Madeira verwaltungsmäßig aufgeteilt wurde, fiel Machico der Sitz der ersten der drei Kapitanien des Archipels zu, die Tristão Vaz Teixeira als Kapitän des Lehnsherrn anvertraut wurde. Ihr Gebiet erstreckte sich über die gesamte östliche Inselhälfte, während die Kapitanie von Funchal, die an Zarco übergeben wurde, die westliche Hälfte erhielt und jene von Porto Santo die benachbarte Insel. Diese Aufteilung prägte die Organisation des madeirischen Raums während der gesamten Kolonisationszeit des 15. Jahrhunderts.
Der Ortsname gab Anlass zu einer der beständigsten Legenden der Inselgeschichte: jener des englischen Seefahrers Robert Machim, der im 14. Jahrhundert angeblich mit seiner Geliebten Anna von Arfet in der Bucht Schiffbruch erlitt. Die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert weit verbreitete Erzählung entbehrt jeder dokumentarischen Grundlage und wird heute als literarische Konstruktion verstanden, bleibt aber mit der Identität der Stadt verbunden.
Religiöses Erbe und die Kapelle der Wunder
Das am meisten verehrte Bauwerk Machicos ist die Kapelle der Wunder, errichtet an der Stelle, an der die Überlieferung die Feier der ersten Messe auf der Insel ansiedelt, am Tag nach der Landung. Die Sturzflut von 1803 zerstörte den Bau nahezu vollständig und riss das Kruzifix ins Meer — der frommen Volksüberlieferung zufolge vor der Küste geborgen. Von diesem Ereignis an rief die Kapelle den Herrn der Wunder an, dessen Fest am 8. und 9. Oktober eine der größten Wallfahrten Madeiras ist. Das heutige Gebäude geht auf den 1883 abgeschlossenen und eingeweihten Wiederaufbau zurück.
Wenige Schritte entfernt erhebt sich die Mutterkirche Nossa Senhora da Conceição, eine Gründung des 15. Jahrhunderts, die Portale und Steinelemente gotischer und manuelinischer Tradition bewahrt — ein Zeugnis des Alters des Stadtkerns.
Küstenforts und Verteidigung der Bucht
Die Anfälligkeit der Bucht für Korsarenangriffe führte zum Bau eines sich kreuzenden Verteidigungssystems, das in das Netz der Küstenforts eingebunden war, das die Küstensiedlungen Madeiras schützte. Das Fort São João Baptista, wegen der Erinnerung an die erste Landung auch Fort der Landungsstelle genannt, erhebt sich am Kai, am nordöstlichen Eingang der Bucht, und birgt im Inneren eine kleine Kapelle. Ihm gegenüber liegt das Fort Nossa Senhora do Amparo mit dreieckigem Grundriss, der so angelegt ist, dass er zwei Winkel der Bucht bestreicht; es steht auf der entgegengesetzten Seite und beherbergt heute das Fremdenverkehrsamt der Stadt.
Umgeben von den Hängen, die zum Lorbeerwald von Madeira ansteigen, verbindet Machico seine Rolle als gründendes Wahrzeichen der Besiedlung mit einem Erbe-Ensemble — religiös, militärisch und städtisch —, das sechs Jahrhunderte madeirischer Geschichte dokumentiert.
Häufige Fragen
- Warum gilt Machico als die erste Siedlung Madeiras?
- In Machico sollen die Entdecker João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira um 1419–1420 erstmals auf der Insel gelandet sein, und hier entstand der erste bewohnte Kern. Der Ort wurde Sitz der ersten der drei Kapitanien, in die die Insel aufgeteilt wurde.
- Was ist die Kapelle der Wunder?
- Es ist eine Kapelle, die an der Stelle errichtet wurde, an der der Überlieferung nach die erste Messe auf Madeira gefeiert wurde. Durch die Sturzflut von 1803 zerstört, die das Kruzifix ins Meer riss, wurde sie wiederaufgebaut und 1883 neu eingeweiht; seither wird der Herr der Wunder angerufen, der jedes Jahr am 8. und 9. Oktober gefeiert wird.
- Welche Forts verteidigen die Bucht von Machico?
- Die Bucht wurde von zwei Forts bewacht, die ihr Feuer kreuzten: das Fort São João Baptista, auch Fort der Landungsstelle, am Kai, und das Fort Nossa Senhora do Amparo mit dreieckigem Grundriss, heute Sitz des Fremdenverkehrsamts.