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Mafra

Mafra, Kleinstadt im Distrikt Lissabon, berühmt für seinen monumentalen barocken Palast-Konvent, der von der UNESCO ausgezeichnet wurde, und für die Tapada Nacional.

Mafra
Pedro Ribeiro Simões from Lisboa, Portugal, CC BY 2.0 — Wikimedia Commons

Mafra ist eine Kleinstadt und Sitz eines Kreises im Distrikt Lissabon, eingebettet in die Region Lissabon und Tejo-Tal, etwa 28 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt. Auf einem Plateau der alten Estremadura gelegen, zwischen Bergland und atlantischer Küste, verdankt sie einen Großteil ihrer Bekanntheit einem einzigen, kolossalen Bauwerk, das eine bescheidene ländliche Kleinstadt in einen der berühmtesten Orte des europäischen Barocks verwandelte.

Von den mittelalterlichen Anfängen zum königlichen Gelübde

Die Besiedlung der Region ist uralt, wie die kupferzeitliche Siedlung von Penedo do Lexim bezeugt. Die Stadt selbst gewann im Mittelalter an Bedeutung: Sie soll im Zuge der Eroberung Lissabons durch Afonso Henriques (1147) den Mauren entrissen worden sein und erhielt einen Freibrief, wobei ihr Manuel I. 1513 einen neuen Freibrief verlieh. Jahrhundertelang blieb Mafra ein kleiner, landwirtschaftlich geprägter Ort ohne große Ausstrahlung.

Alles änderte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Überlieferung zufolge soll Johann V. gelobt haben, einen Konvent zu errichten, falls ihm Nachkommen geschenkt würden. Nach Erfüllung des Versprechens veranlasste der durch das brasilianische Gold reich gewordene Monarch 1717 den Bau eines gewaltigen religiösen und höfischen Komplexes, der über mehr als ein Jahrzehnt Tausende von Arbeitern beschäftigte.

Das Real Edifício und die Tapada

Das Ergebnis war das Real Edifício de Mafra, eine monumentale Anlage, die Palast, Basilika und Konvent in einem einzigen, fast vier Hektar großen Bauwerk mit etwa 1200 Räumen vereint. Der Nationalpalast von Mafra beherbergt eine der bemerkenswertesten Bibliotheken des 18. Jahrhunderts in Europa sowie zwei berühmte Glockenspielensembles in der Basilika, während der klösterliche Teil im ehemaligen Konvent von Mafra dokumentiert ist. Das Werk ist der höchste Ausdruck des joaninischen Barocks, mit starkem Einfluss der italienischen und deutschen Architektur, vermittelt durch den Architekten João Frederico Ludovice.

Mehr als eine fromme Laune war die Anlage von Mafra ein politisches Manifest: die Inszenierung des Absolutismus und der wirtschaftlichen Macht eines Königs in Kalkstein, der sich den großen katholischen Monarchen seiner Zeit gleichstellen wollte.

1744 wurde durch königliches Dekret das für die Tapada bestimmte Gelände erworben – ein ausgedehntes, von Mauern umgebenes Gut, heute die Tapada Nacional de Mafra, das der königlichen Familie als Jagdrevier und Lustgarten diente und dem Palast zugleich eine gewisse Selbstversorgung sicherte. Zusammen mit dem Cerco-Garten wurden Palast, Basilika, Konvent und Tapada 2019 unter der Bezeichnung „Real Edifício de Mafra“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Ein Kreis zwischen Bergland und Meer

Der Kreis Mafra erstreckt sich über etwa 292 km² und zählte 2021 mehr als 86 000 Einwohner, verteilt auf mehrere Gemeinden. Im Westen bildet die Küste ihren natürlichen Gegenpol zur barocken Monumentalität: das Fischerstädtchen Ericeira, heute als Weltsurfreservat anerkannt, und eine Reihe stark frequentierter Atlantikstrände. Die Nähe zu Lissabon und zu anderen monumentalen Zentren der Region macht Mafra zu einem häufigen Ziel für alle, die das Erbe des ehemaligen Lissabonner Umlands erkunden.

Trotz des Bevölkerungswachstums und des städtebaulichen Drucks der letzten Jahrzehnte bewahrt Mafra eine eigene Identität – zugleich ländlich, atlantisch und tief geprägt vom grandiosen Schatten seines Palast-Konvents.

Häufige Fragen

Wo liegt Mafra?
Mafra ist eine Kleinstadt und Sitz eines Kreises im Distrikt Lissabon, in der Region Lissabon und Tejo-Tal, etwa 28 km nordwestlich der Hauptstadt, nahe der atlantischen Küste von Ericeira.
Warum ist Mafra berühmt?
Mafra ist vor allem für seinen barocken Palast-Konvent bekannt, das größte Bauwerk der Regierungszeit König Johanns V., 2019 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, sowie für die ausgedehnte angrenzende königliche Tapada.
Was kann man in Mafra außer dem Palast besichtigen?
Neben dem Nationalpalast sind besonders die Basilika und ihre Glockenspiele, die joaninische Bibliothek, die Tapada Nacional de Mafra und, an der Küste des Kreises, das Fischerstädtchen Ericeira hervorzuheben.

Quellen

  1. Mafra (Portugal) — Wikipédia
  2. Royal Building of Mafra — UNESCO World Heritage Centre
  3. Câmara Municipal de Mafra