Denkmäler

Palácio do Buçaco

Der Palácio do Buçaco, ein neomanuelinischer Palast-Hotel von Luigi Manini im Wald von Buçaco, Luso (Mealhada), im Auftrag des portugiesischen Königshauses erbaut.

Palácio do Buçaco
Joseolgon, CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons

Hoch im Nationalwald von Buçaco, zwischen jahrhundertealten Zedern und Kapellen eines ehemaligen karmelitischen Wüstenklosters, erhebt sich eines der außergewöhnlichsten Gebäude der portugiesischen Romantik: der Palácio do Buçaco. Als Jagdpavillon und Sommerresidenz des Königshauses konzipiert, verwandelte er sich noch vor Erfüllung dieser Bestimmung in eines der berühmtesten Hotels des Landes – eine szenografische Synthese einer Nation, die ihre Vergangenheit der Entdeckungen mit sehnsüchtigen Augen betrachtete.

Ein unvollendeter königlicher Auftrag

Der Bau begann 1888 auf Initiative der Monarchie und zog sich bis 1907 hin, bereits unter der Regierung von D. Carlos I., der dort ein Jagdretreat wünschte. Doch die Geschichte gab der Krone keine Zeit, es wie geplant zu bewohnen: Die Ausrufung der Republik 1910 und das Attentat von 1908 vereitelten das königliche Projekt. An der Schwelle zum Untergang der Monarchie fertiggestellt, wurde der Palast 1917 vermietet und in ein Hotel umgewandelt, eine Bestimmung, die er bis heute beibehält.

Der Standort war nicht willkürlich. Der Palast liegt neben dem ehemaligen Kloster Santa Cruz do Buçaco, gegründet 1628 von den Unbeschuhten Karmeliten, deren ummauertes Gelände und verstreute Kapellen den Wald zu einem tief spirituellen und symbolträchtigen Territorium machen. Einen neomanuelinischen Palast dort zu errichten hieß, die dynastische Erinnerung in eines der Landschaftsheiligtümer Portugals einzuschreiben.

Das szenografische Genie Luigi Maninis

Der ursprüngliche Entwurf stammt vom Italiener Luigi Manini, Bühnenbildner des Teatro de São Carlos, bevor er sich als Architekt etablierte. Manini entwarf kein historisches Gebäude, sondern eine theatralische Evokation des Manuelinischen: Türme, Tauwerkfenster, Armillarsphären und durchbrochene Portale, die offen die Torre de Belém und das Hieronymitenkloster zitieren. Es ist ein Manuelinismus zweiter Generation, frei und opernhaft, im Dienst einer nationalen Erzählung.

Buçaco imitiert nicht das 16. Jahrhundert: es inszeniert es. Es ist Bühnenarchitektur in Stein, wo jede gedrehte Säule weniger ein strukturelles Element als eine szenische Andeutung ist.

Nach Manini wirkten Nicola Bigaglia, José Alexandre Soares und Manuel Joaquim Norte Júnior, letzterer verantwortlich für das angrenzende Casa dos Brasões. Das Innere vereint Stuck, der Rippengewölbe imitiert, Schnitzereien, Malerei und Skulpturen des frühen 20. Jahrhunderts sowie vor allem die bemerkenswerten Azulejo-Paneele von Jorge Colaço, die Episoden der Seefahrten und der Schlacht von Buçaco 1810 erzählen.

Zwischen Palast und dem Ort Luso

Der Palácio do Buçaco liegt in der Gemeinde Luso, Kreis Mealhada, Distrikt Aveiro, innerhalb des von der Fundação Mata do Buçaco verwalteten Nationalwalds. Die Nähe zu den Thermalquellen von Luso und zum mystischen Wald, der als Teil des Ensembles Deserto dos Carmelitas e Buçaco zum Weltkulturerbe nominiert ist, machte den Ort bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem Eliteziel.

Aufgrund seiner Rolle im Gefüge der portugiesischen Königssitze steht der Palast im Dialog mit anderen Werken monarchischer Romantik wie dem Palácio Nacional da Pena in Sintra, mit dem er die szenografische Bestimmung und die Vorliebe für historische Zitate teilt. So fügt er sich in das weitere Universum der königlichen Paläste und Residenzen, die das portugiesische Territorium prägten.

1996 als Immobilie von öffentlichem Interesse eingestuft und seit 2018 als Nationaldenkmal geschützt, bleibt der Palácio do Buçaco ein seltener Fall: ein Königspalast, der nie wirklich königlich war, und ein Hotel, das vor allem ein Denkmal ist.

Häufige Fragen

Wer entwarf den Palácio do Buçaco?
Der ursprüngliche Entwurf stammt vom italienischen Bühnenbildner und Architekten Luigi Manini (1848–1936), fortgeführt von Nicola Bigaglia, José Alexandre Soares und Manuel Joaquim Norte Júnior.
Ist der Palácio do Buçaco ein Nationaldenkmal?
Ja. 1996 als Immobilie von öffentlichem Interesse eingestuft, wurde er 2018 zum Nationaldenkmal erhoben.
Kann man den Palácio do Buçaco besichtigen?
Das Gebäude fungiert heute als Fünf-Sterne-Hotel im Herzen des Nationalwalds von Buçaco und bleibt Gästen und Besuchern zugänglich.

Quellen

  1. Palácio Hotel do Buçaco — Wikipédia
  2. Fundação Mata do Buçaco — O Palace Hotel do Bussaco