Mitten im Atlantik, rund 1500 Kilometer vom Festland entfernt, vereinen die Azoren ein Erbe, das im Rhythmus der Ozeanrouten und des vulkanischen Lebens ihrer neun Inseln entstanden ist. Als historische Hauptstadt der atlantischen Expansion und als Laboratorium einer an den schwarzen Stein und das Meer angepassten Architektur bietet der Archipel zwei Welterbe-Stätten und ein einzigartiges Ensemble aus Kirchen, Festungen und Kulturlandschaften.

Eine atlantische Kreuzung

Ab dem 15. Jahrhundert besiedelt, wurden die Azoren zu einer unumgänglichen Zwischenstation der Flotten, die Europa mit Indien und der Neuen Welt verbanden. Diese zentrale Lage machte Angra do Heroísmo auf der Insel Terceira im 16. und 17. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Häfen des Atlantiks. Sein städtebauliches Gefüge der Renaissance, geschützt durch Festungen wie jene von São João Baptista, brachte ihm 1983 die Auszeichnung als erste portugiesische Stätte auf der Welterbeliste ein — das historische Zentrum von Angra do Heroísmo.

Die Einschreibung von Angra im Jahr 1983 ebnete Portugal den Weg zum Welterbe und würdigte nicht ein einzelnes Denkmal, sondern eine ganze, von der Ozeanschifffahrt geprägte Hafenstadt.

Der Weinberg auf der Lava

Auf der Insel Pico zeigt die zweite azorische UNESCO-Stätte ein ganz anderes Gesicht des Erbes: die Weinbaulandschaft der Insel Pico, eingeschrieben 2004. Hier errichteten Generationen von Winzern Tausende kleiner currais — Gevierte aus trockenem Basaltstein, die die Reben vor Wind und Gischt schützen und den Weinstock direkt auf der Lava wachsen lassen. Das Ergebnis ist ein geometrisches Geflecht von Mauern, das sich entlang der Küste erstreckt, ein außergewöhnliches Zeugnis einer an ein extremes Umfeld angepassten landwirtschaftlichen Tradition.

Ein Archipel der Erbestätten

Über die beiden UNESCO-Stätten hinaus verteilt sich das azorische Erbe auf barocke Kirchen und Klöster, impérios des Heiligen Geistes, Küstenbefestigungen und vulkanologische Informationszentren. Wie der benachbarte Archipel Madeira verbinden die Azoren bauliches Erbe und Naturlandschaft zu einer eigenen atlantischen Identität, die sich von der des Festlands unterscheidet.

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Häufige Fragen

Welches Erbe der Azoren ist von der UNESCO ausgezeichnet?
Der Archipel besitzt zwei Stätten auf der Welterbeliste: die zentrale Zone der Stadt Angra do Heroísmo auf der Insel Terceira, eingeschrieben 1983, und die Weinbaulandschaft der Insel Pico, eingeschrieben 2004.
Wie viele Inseln haben die Azoren?
Die Azoren bestehen aus neun bewohnten Inseln, verteilt auf die östliche Gruppe (Santa Maria und São Miguel), die zentrale Gruppe (Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial) und die westliche Gruppe (Flores und Corvo).

Quellen

  1. Central Zone of the Town of Angra do Heroismo in the Azores — UNESCO World Heritage Centre
  2. Landscape of the Pico Island Vineyard Culture — UNESCO World Heritage Centre
  3. Açores — Wikipédia