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Santa Cruz da Graciosa
Santa Cruz da Graciosa, Stadt und Gemeindesitz der Insel Graciosa auf den Azoren, mit ihrer Hauptkirche, Kapellen, flämischen Windmühlen und der Furna do Enxofre.
Santa Cruz da Graciosa ist die einzige Stadt und Gemeindesitz der Insel Graciosa, gelegen an ihrer Nordküste in der zentralen Gruppe des Azoren-Archipels. Sie entwickelte sich um einen zentralen Platz herum, an dem sich zwei Teiche, die Hauptkirche und weiße Häuser gruppieren, die das Erscheinungsbild der azoreanischen Siedlungen des 16. bis 18. Jahrhunderts bewahren. Ihr städtisches Gefüge bewahrt den historischen Grundriss und ist als Ensemble von Interesse klassifiziert, das heute Teil des UNESCO-anerkannten Biosphärenreservats der Insel Graciosa ist.
Geschichte und Besiedlung
Die Besiedlung von Graciosa begann in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und zog vor allem Siedler aus dem Norden Portugals und Flandern an. Die administrative Organisation festigte sich mit der Ankunft von Pedro Correia da Cunha, dem Schwager von Christoph Kolumbus, der die Funktion des Donatärkapitäns übernahm. 1486 wurde die Siedlung Santa Cruz zur Stadt und Gemeindesitz erhoben, wodurch die Insel mit eigener kommunaler Autorität, Richtern und Rechten ausgestattet und die örtliche Kirche zur Hauptkirche erhoben wurde.
In den folgenden Jahrhunderten gedieh die Stadt durch Landwirtschaft, Weinbau und den Export von Getreide, Wein und Orseille. Ihre militärische Geschichte spiegelt sich in Küstenforts wider, die zur Abwehr von Piraten errichtet wurden, wie das Forte do Corpo Santo. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts reduzierte eine intensive Auswanderung nach Brasilien und in die USA die Bevölkerung der Gemeinde erheblich.
Bauliches und natürliches Erbe
Das bemerkenswerteste Denkmal der Stadt ist die Hauptkirche Igreja Matriz de Santa Cruz, deren heutiger Bau auf einen 1701 abgeschlossenen Wiederaufbau zurückgeht. Im barocken Stil bewahrt sie im Inneren manuelinische Elemente, insbesondere im Gewölbe des Taufraums, und beherbergt ein wertvolles Polyptychon aus dem 16. Jahrhundert, das dem Meister von Arruda dos Vinhos zugeschrieben wird. Verstreut in der Stadt und ihrer Umgebung finden sich verschiedene Kapellen, die die Volksfrömmigkeit der Insel dokumentieren und in die Tradition der azoreanischen Kapellen und Einsiedeleien eingebettet sind. Die Impérios do Espírito Santo, die über die Gemeinden der Insel verteilt sind, sind Schauplatz der Festas do Espírito Santo dos Açores, einer der lebendigsten Ausdrucksformen der lokalen Identität.
Das Stadtbild prägen zudem Windmühlen flämischer Tradition mit rotierenden roten Kuppeln und Häuser, die die traditionelle azoreanische Architektur anschaulich illustrieren, basierend auf dem Kontrast zwischen weiß getünchten Wänden und dunklen vulkanischen Steinquadern.
Die Furna do Enxofre
Nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt, im Inneren der Caldeira da Graciosa, öffnet sich die Furna do Enxofre, das Wahrzeichen der Insel und eine der einzigartigsten vulkanischen Höhlen des Archipels. Ihr Inneres erreicht man über einen Turm-Tunnel, der Dutzende von Metern in eine gewaltige gewölbte Grotte hinabführt, an deren Grund sich ein unterirdischer See mit kalten schwefelhaltigen Gewässern befindet. Als Regionales Naturdenkmal klassifiziert, zieht die Höhle Besucher und Forscher an und unterstreicht den geologischen Wert, der Graciosa unter den azoreanischen Inseln auszeichnet.
Häufige Fragen
- Wo liegt Santa Cruz da Graciosa?
- Sie befindet sich an der Nordküste der Insel Graciosa in der zentralen Gruppe des Azorenarchipels und ist die einzige Stadt und Gemeindesitz der Insel.
- Was ist die Furna do Enxofre?
- Es handelt sich um eine vulkanische Höhle im Inneren der Caldeira da Graciosa mit einer gewölbten Grotte und einem unterirdischen See aus kalten schwefelhaltigen Gewässern, die als Regionales Naturdenkmal eingestuft ist.
- Wann wurde die Stadt gegründet?
- Die Siedlung wurde 1486 zur Stadt und Gemeindesitz erhoben, im Rahmen der Besiedlung unter der Leitung des Donatärkapitäns Pedro Correia da Cunha.