Immaterielles Erbe

Pauliteiros de Miranda

Die Pauliteiros de Miranda, ein ritueller Stocktanz aus der Terra de Miranda in Miranda do Douro, getanzt von Männern zum Klang von Dudelsack, Trommel und…

Pauliteiros de Miranda
Mário Pires - Retorta.Net from Portugal, CC BY-SA 2.0 — Wikimedia Commons

Die Pauliteiros de Miranda sind die Ausführenden eines rituellen Stocktanzes, der aus der Terra de Miranda im äußersten Nordosten Transmontanos stammt. Traditionell von acht Männern getanzt – in den letzten Jahrzehnten jedoch auch von Frauen – besteht der Tanz aus einer Abfolge choreografierter Figuren, bei denen jedes Tänzerpaar zwei kurze Stöcke, die palos oder paulitos, im Rhythmus der Perkussion und Melodie gegeneinanderschlägt. Er ist heute eines der bekanntesten Embleme der mirandesischen Kultuidentität und ein Symbol des portugiesischen choreografischen Erbes.

Ursprung und rituelle Bedeutung

Der Ursprung des Tanzes verliert sich im Mangel an dokumentarischen Quellen, was verschiedene Hypothesen genährt hat. Die verbreitetste Deutung ordnet die Pauliteiros in das weite Genre der europäischen Schwerttänze ein, bei denen Blankwaffen durch Stöcke ersetzt worden sein sollen, was dem Tanz einen kriegerischen und rituellen Charakter verleiht. Andere Vorschläge evozieren Kampftänze der vorrömischen Völker des Douro oder die spätere Christianisierung von Festlichkeiten, die mit Sonnenwenden und agrarischen Zyklen verbunden waren. Unabhängig von seiner Genese hat der Tanz bis heute tiefe Wurzeln im Festkalender der Dörfer der Terra de Miranda geschlagen, wo er vor allem bei den Festen der Schutzheiligen aufgeführt wird.

Die geografische Isolation des mirandesischen Plateaus, fern der großen Verkehrsachsen des Landes, war entscheidend für die Bewahrung archaischer Kulturformen – von den Pauliteiros bis zur mirandesischen Sprache, die als zweite offizielle Sprache Portugals anerkannt ist.

Der Tanz und die Lhaços

Das Repertoire des Stocktanzes wird als Lhaços bezeichnet. Jeder Lhaço ist eine Einheit, die eigene Melodie, gesungenen Text und Choreografie vereint, wobei es Dutzende verschiedener Lhaços mit unterschiedlichen Namen, Figuren und Tempi gibt. Die Ausführung erfordert Präzision und Gedächtnis: Die Tänzer bewegen sich in Formation, wechseln sich im Schlagen der Stöcke zwischen Paaren und in der Mitte ab, in einem Spiel der Symmetrien, das sich über lange Sequenzen erstrecken kann. Die Figur des Meisters leitet das Ensemble und sorgt für die treue Weitergabe der Figuren, um das Wissen von Generation zu Generation zu erhalten.

Der Tanz ist untrennbar mit seiner musikalischen Begleitung verbunden. Der Klang kommt vom mirandesischen Dudelsack, einem Rohrblattinstrument, das die Melodie führt, unterstützt von Trommel und großer Trommel, die den kraftvollen Takt vorgeben, auf den die Stöcke antworten. Dudelsackspieler und Tänzer bilden eine untrennbare Einheit, in der die Musik die Choreografie ruft und die Choreografie auf den Rhythmus antwortet.

Tracht und Identität

Die Tracht der Pauliteiros ist eines ihrer sichtbarsten Merkmale. Die Tänzer tragen einen bestickten Rock über einem Leinenhemd, eine braune Weste, Wollstrümpfe, Lederstiefel und einen Hut, manchmal mit Blumen und Bändern verziert. Bunte Tücher vervollständigen das Ensemble, sorgfältig am Körper arrangiert. Diese Kleidung, die eng mit der traditionellen Tracht der Region verbunden ist, steht im Dialog mit anderen bemerkenswerten Stücken des mirandesischen Textilerbes, wie der Ehrenmantel von Miranda, und trägt zur starken visuellen Wirkung des Tanzes bei.

Im Laufe des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben sich die Pauliteiros von einer lokalen Dorfpraxis zu einem regionalen und nationalen Symbol entwickelt, das bei Festivals, Wallfahrten und offiziellen Auftritten im In- und Ausland präsent ist. Dieser Weg wirft Fragen über die Spannung zwischen Treue zur Tradition und Anpassung an die Bühne auf. Als lebendiger Ausdruck gehören die Pauliteiros de Miranda zum Universum des immateriellen Kulturerbes Portugals, dessen Bewahrung vor allem von der kontinuierlichen Weitergabe zwischen Tänzern, Dudelsackspielern und Gemeinschaften abhängt.

Häufige Fragen

Was sind die Pauliteiros de Miranda?
Sie sind die Ausführenden eines rituellen Stocktanzes, der für die Terra de Miranda typisch ist und traditionell von acht Männern getanzt wird, die zwei Stöcke zum Klang des Dudelsacks, der Trommel und der großen Trommel gegeneinanderschlagen.
Welche Instrumente begleiten den Tanz der Pauliteiros?
Der Tanz wird vom mirandesischen Dudelsack, der Trommel und der großen Trommel begleitet, einem Ensemble, das den Rhythmus der von den Tänzern ausgeführten Lhaços vorgibt.
Was sind Lhaços?
Lhaços ist der Name für das Repertoire des mirandesischen Stocktanzes. Jeder Lhaço vereint eigene Musik, gesungenen Text und Choreografie, wobei es Dutzende verschiedener Lhaços gibt.

Quellen

  1. Pauliteiros de Miranda — Wikipédia
  2. Museu da Terra de Miranda — Música