Denkmäler

Kathedrale von Faro

Die Kathedrale von Faro, eine mittelalterliche Bischofskirche im algarvischen Vila-Adentro auf den Fundamenten einer ehemaligen Moschee errichtet, mit…

Kathedrale von Faro
Abrget47j, CC BY-SA 3.0 — Wikimedia Commons

Im Herzen der Vila-Adentro, der ältesten ummauerten Keimzelle von Faro, erhebt sich die Kathedrale, die fast acht Jahrhunderte algarvischer Geschichte in sich vereint. Auf dem Largo da Sé, einem der höchsten Punkte der Altstadt gelegen, markiert sie Faros Aufstieg zum Bischofssitz und bildet das symbolische Zentrum einer nach der Reconquista christianisierten Algarve.

Von den Ursprüngen zur christlichen Gründung

Der Bau des christlichen Gotteshauses begann 1251, wenige Jahre nachdem Alfons III. Faro von den Mauren zurückerobert hatte und damit die Reconquista des portugiesischen Festlandes abschloss. Der Überlieferung nach wurde die Kirche auf einer Moschee und zuvor auf einer frühchristlichen Basilika errichtet – eine plausible, aber archäologisch nicht gesicherte Abfolge. Der erste Bau war bescheiden und erwies sich bald als unzureichend: Ab 1321, unter König Dionysius, wurde er erweitert und im 15. Jahrhundert grundlegend umgestaltet.

Aus dieser mittelalterlichen Phase stammen die markantesten Elemente der Fassade: der massive Glockenturm, das Hauptportal mit Rundbogen und die Querschiffkapellen – gotische Relikte, die spätere Widrigkeiten überdauerten.

Kathedrale der Algarve

Der entscheidende Wendepunkt kam 1577, als der Bischofssitz der Algarve von Silves nach Faro verlegt wurde. Die ehemalige Kirche Santa Maria wurde damit zur Kathedrale, was die Verlagerung des politischen und wirtschaftlichen Schwerpunkts der Region zur Küstenstadt an der Ria Formosa widerspiegelte.

Die neue Würde bewahrte sie jedoch nicht vor schweren Prüfungen. 1596, während des Überfalls auf Faro durch die Truppen des Earl of Essex, wurde das Gotteshaus in Brand gesteckt und verwüstet. Es folgten Schäden durch die Erdbeben von 1722 und vor allem das Große Erdbeben von 1755, die zu mehreren Wiederaufbaukampagnen zwangen.

Die Kathedrale von Faro ist kein einheitliches Stilmonument, sondern ein Palimpsest: Jede Katastrophe hinterließ die Spuren ihrer Epoche, und gerade diese Schichtung macht sie heute so beredt.

Ein Innenraum vieler Zeiten

Aus diesen Wiederaufbauten resultiert der eklektische Charakter des Bauwerks, in dem mittelalterliche Gotik, manieristische Schlichtheit („estilo chão“) und barocke Üppigkeit zusammenwirken. Der Grundriss ist längsgerichtet, mit drei Schiffen, die durch Rundbögen auf dorischen Säulen getrennt sind, und mündet in einen Chor mit Seitenkapellen.

Den Innenraum schmücken umfangreiche Azulejo-Fliesen aus dem 17. und 18. Jahrhundert in Blau-Weiß, die Wände und Kapellen mit Heiligendarstellungen und Ornamenten überziehen. Das berühmteste Stück ist jedoch die Barockorgel aus dem frühen 18. Jahrhundert, deren chinoise Bemalung um 1751 entstand – eine Rarität im portugiesischen Orgelbau, wo europäische Chinoiserie in die liturgische Ausstattung einfloss.

Vom für Besucher zugänglichen Turm bietet sich ein Blick auf die Ria Formosa und die Altstadthäuser, der die Kathedrale in die Lagunenlandschaft des Algarve-Küstenabschnitts einbindet. Als Teil des Ensembles der portugiesischen Kathedralen wurde die Kathedrale von Faro 1955 als „Imóvel de Interesse Público“ eingestuft – eine Anerkennung ihres Erbes als bedeutendstes religiöses Monument der Stadt.

Häufige Fragen

Wurde die Kathedrale von Faro auf einer Moschee erbaut?
Der Überlieferung nach wurde die Kathedrale auf den Fundamenten einer islamischen Moschee errichtet, die wiederum einem frühchristlichen Tempel folgte. Der christliche Bau begann 1251, kurz nach der Eroberung Faros durch König Alfons III., doch die direkte Überbauung der Moschee ist archäologisch nicht belegt.
Wann wurde Faro Bischofssitz der Algarve?
Die Verlegung des Bischofssitzes von Silves nach Faro erfolgte 1577, wodurch die Kirche Santa Maria zur Kathedrale der Algarve erhoben wurde.
Was macht die Orgel der Kathedrale von Faro besonders?
Es handelt sich um eine Barockorgel aus dem frühen 18. Jahrhundert, die durch ihre chinoise (Chinoiserie) Bemalung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts herausragt – eines der eigenwilligsten Exemplare der portugiesischen Orgelbaukunst.

Quellen

  1. Sé de Faro — Wikipédia
  2. SIPA/DGPC — Sé Catedral de Faro / Igreja de Santa Maria