Denkmäler
Kirche und Kloster São Gonçalo (Amarante)
Die Kirche und das Kloster São Gonçalo in Amarante: ein Renaissance- und Barockensemble über dem Tâmega, mit dem Balkon der Könige und dem Grab des heiligen Gonçalo.
Am Ufer des Flusses Tâmega, in der Stadt Amarante, ist das Ensemble aus Kirche und Kloster São Gonçalo eines der bekanntesten Wahrzeichen Nordportugals. Seine Silhouette — eine kompakte Granitfassade, eine mit Azulejos verkleidete Kuppel und der berühmte skulptierte Balkon, der zur Brücke gewandt ist — hat sich in das kollektive Gedächtnis der Region eingeprägt, wo der Titelheilige als Beschützer der Ehen und örtlicher Schutzpatron verehrt wird.
Eine königliche Gründung und ein mittelalterlicher Heiliger
Die Entscheidung, das Kloster zu errichten, fiel 1540 König Johann III. und Königin Katharina von Österreich zu, an einem Ort, an dem der Überlieferung zufolge bereits eine im 13. Jahrhundert vom heiligen Gonçalo von Amarante gegründete Einsiedelei gestanden hatte. Als dominikanischer Seliger soll Gonçalo als Einsiedler am Tâmega gelebt haben, und die Erinnerung an seine volkstümliche Verehrung bewog die Krone, das neue Kloster dem Predigerorden anzuvertrauen. Die Arbeiten begannen 1543, und der wesentliche Teil des Gebäudes war vor 1600 vollendet, da bereits unter der Herrschaft der Philipps.
Die lange Dauer der Bauhütte — fast sechs Jahrzehnte — machte São Gonçalo zu einer seltenen Schau, in einem einzigen Gebäude, des Übergangs von der Renaissance zum Manierismus und sodann zum Barock.
Eine Fassade, die die Geschichte der portugiesischen Kunst erzählt
Die seitliche Front, dem Fluss und der Stadt Amarante zugewandt, ist das berühmteste Stück des Ensembles. Sie ist als großes Portal-Retabel mit drei übereinanderliegenden Registern gegliedert: das untere in Renaissance-Grammatik; das mittlere bereits manieristisch; und das obere barock. Darüber öffnet sich der sogenannte Balkon der Könige, eine Galerie mit den Statuen von Johann III., Sebastian, Heinrich und Philipp II. von Spanien — den Monarchen, die während der Errichtung des Gotteshauses regierten. Diese in Stein gehauene dynastische Abfolge, 1683 begonnen, ist zugleich Schmuck und politisches Dokument und bekräftigt die königliche Kontinuität über das Klosterpatronat.
Das Innere, mit einem einzigen Schiff und einem Tonnengewölbe, birgt im rechten Querschiff das Grab des Heiligen, Ziel einer jahrhundertealten Wallfahrt. Hervorzuheben ist auch die 1766 vom galicischen Orgelbauer aus Braga, Francisco António Solha, errichtete Pfeifenorgel, die um 2010 einer umfassenden Restaurierung unterzogen wurde.
Der Kreuzgang, das Kloster und das moderne Schicksal
An die Kirche anschließend erstreckt sich der zwischen 1586 und 1606 errichtete Kreuzgang mit einem Mateus Lopes zugeschriebenen zentralen Brunnen — ein heiterer Raum, der mit der Üppigkeit der Flussfassade kontrastiert. Mit der Aufhebung der Ordensgemeinschaften 1834 wurde das Dominikanerkloster aufgehoben, und seine Gebäude wechselten im Laufe der Zeit ihre Funktion. Heute ist die Kirche die Pfarrkirche der Stadt, und ein Teil des ehemaligen Klosters beherbergt das Stadtmuseum Amadeo de Souza-Cardoso, das dem aus der Region gebürtigen modernistischen Maler gewidmet ist.
Die Kirche und der Kreuzgang von São Gonçalo sind seit 1910 als Nationaldenkmal klassifiziert. Das Ensemble fügt sich in ein Netz nordportugiesischer Sakralarchitektur ein, das von der romanischen Strenge der Kirche São Martinho de Mouros bis zur benediktinischen Monumentalität des Klosters Pombeiro reicht und dabei die Formensprachen der portugiesischen Renaissancemalerei und, später, des johanneischen Barocks durchläuft, der so viele Innenräume des Landes erneuerte. In São Gonçalo scheinen all diese Strömungen nebeneinander zu bestehen, übereinandergeschichtet von der geduldigen Hand von Generationen von Steinmetzen an den Ufern des Tâmega.
Häufige Fragen
- Wann wurde die Kirche São Gonçalo in Amarante erbaut?
- Der Bau begann 1543, nach einem 1540 von König Johann III. und Königin Katharina von Österreich gefassten Beschluss, und der wesentliche Teil des Ensembles war vor 1600 vollendet. Spätere Bauphasen, etwa am Portal und am Balkon der Könige, zogen sich bis ins 17. Jahrhundert hin.
- Wo befindet sich das Grab des heiligen Gonçalo?
- Das Grab des heiligen Gonçalo von Amarante befindet sich in einer Kapelle rechts vom Hochaltar. Die volkstümliche Überlieferung schreibt ihm Heiratsstifter-Kräfte zu, und die Gläubigen pflegen den Grabkasten zu berühren oder zu küssen.
- Gehört die Kirche noch den Dominikanermönchen?
- Nein. Das Dominikanerkloster wurde infolge der Aufhebung der Ordensgemeinschaften 1834 aufgelöst. Heute dient die Kirche als Pfarrkirche von Amarante, und ein Teil der Klostergebäude beherbergt das Stadtmuseum Amadeo de Souza-Cardoso.