Archäologie

Castro de Santa Luzia

Castro de Santa Luzia, eine befestigte Siedlung der Eisenzeit oberhalb von Viana do Castelo, die das Mündungsgebiet des Lima und die Atlantikküste beherrscht.

Castro de Santa Luzia
Vitor Oliveira from Torres Vedras, PORTUGAL, CC BY-SA 2.0 — Wikimedia Commons

Auf dem Gipfel des Monte de Santa Luzia, in rund 230 Metern Höhe über der Mündung des Flusses Lima, hat sich eine der bemerkenswertesten befestigten Siedlungen des iberischen Nordwestens erhalten. In der örtlichen Überlieferung als „Alte Stadt von Santa Luzia” und in der archäologischen Fachliteratur als Citânia de Santa Luzia bekannt, beherrscht der Ort visuell das gesamte Mündungsgebiet des Lima und den Verlauf der Atlantikküste – eine strategische Lage, die seine Bedeutung und seine lange Lebensdauer erklärt.

Eine romanisierte Siedlung der Eisenzeit

Die Wallburg fügt sich vollständig in die Castro-Kultur des Nordwestens ein und teilt mit Orten wie der Citânia de Briteiros die Gliederung in ummauerte Bezirke sowie die Häuser mit kreisförmigem, elliptischem oder rechteckigem Grundriss, die zu Häuserblöcken zusammengefasst und durch Straßen getrennt sind. Die Besiedlung reicht bis in die Eisenzeit zurück – mit Hinweisen, die auf eine frühere Gründung deuten – und setzt sich während der Romanisierung in bedeutendem Maße fort, jener Phase, in der die Siedlung ihre größte Entwicklung erlebt haben dürfte. Die heute sichtbaren Strukturen spiegeln genau diese Neuordnung galläko-römischer Prägung wider, in der sich das einheimische Substrat mit importierten städtischen Techniken und Modellen verbindet.

Die Verteidigung der Anlage beruhte auf drei Mauerlinien, die aus parallelen Steinschalen mit einer inneren Füllung aus Erde und Schotter bestanden und durch Türme verstärkt waren. Dieser dreifache Gürtel, abgestimmt auf den natürlichen Hang des Berges, machte die Wallburg zu einer schwer zugänglichen Stellung mit beachtlicher Kontrolle über das Umland.

Nur etwa ein Drittel der ursprünglichen Fläche der Siedlung ist heute zu sehen – ein erheblicher Teil der Ruinen wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Bau des Hotels von Santa Luzia und der zugehörigen Zufahrten zerstört.

Geschichte der Forschung

Die gelehrte Kenntnis der Ruinen ist alt: Es gibt urkundliche Hinweise, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Die ersten Ausgrabungen wurden 1876 von Joaquim Possidónio Narciso da Silva durchgeführt, doch ist es vor allem den Arbeiten der ersten Jahre des 20. Jahrhunderts zu verdanken, dass die städtebauliche und architektonische Gestalt heute im Gelände lesbar ist. Die Funde dieser und anderer Siedlungen des Alto Minho machten den Ort zu einem unverzichtbaren Bezugspunkt für die Erforschung der Vorgeschichte und der Romanisierung der Region.

Einstufung und Besuch

Die Ruinen sind seit 1926 als Nationaldenkmal eingestuft, durch das Dekret Nr. 11454 vom 19. Februar jenes Jahres. Der Ort ist heute Teil eines Besucherrundgangs auf dem Monte de Santa Luzia in Viana do Castelo und teilt sich denselben Gipfel mit der Wallfahrtskirche des Heiligsten Herzens Jesu und ihrem berühmten Panorama über die Küste des Minho.

Aufgrund seiner Größe, der Gliederung des Raums und seines Wehrcharakters bleibt der Castro de Santa Luzia ein herausragendes Zeugnis der befestigten Siedlungen, die den iberischen Nordwesten prägten, neben anderen Wallburgen der nördlichen Küste wie dem Castro de Romariz. Ihre gemeinsame Betrachtung erlaubt es zu verstehen, wie diese Gemeinschaften das Gebiet am Vorabend und im Verlauf ihrer Begegnung mit Rom organisierten.

Häufige Fragen

Wo liegt der Castro de Santa Luzia?
Er befindet sich auf dem Gipfel des Monte de Santa Luzia, in der Gemeinde Areosa bei Viana do Castelo, und beherrscht das Mündungsgebiet des Flusses Lima sowie die Atlantikküste.
Aus welcher Zeit stammt die Siedlung?
Es handelt sich um eine befestigte Siedlung der Eisenzeit, deren Besiedlung sich grob vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis in die römische Zeit erstreckt und in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung fortbesteht.
Ist sie als Nationaldenkmal eingestuft?
Ja. Die Ruinen sind seit 1926 als Nationaldenkmal eingestuft, durch das Dekret Nr. 11454 vom 19. Februar 1926.

Quellen

  1. Ruínas da cidade velha de Santa Luzia — Wikipédia
  2. Povoado fortificado de Santa Luzia — SIPA / DGPC
  3. Citânia de Santa Luzia — Bilheteira, Património Cultural, I.P.