Patrimónios Studien zum portugiesischen Kulturerbe

Denkmäler

Synagoge von Tomar

Entdecken Sie die Synagoge von Tomar: mittelalterlicher Saal, jüdisches Erbe, Abraão-Zacuto-Museum und städtische Hinweise zur Vorbereitung Ihres Besuchs.

Häufige Fragen Quellen
Vier Steinsäulen, geschnitzte Kapitelle und weiße Gewölbe im Inneren der Synagoge von Tomar
Jules Verne Times Two / julesvernex2.com, CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons
Lage
Tomar, Santarém
Errichtet
ca. 1430–1460

Die Synagoge von Tomar bewahrt einen jüdischen Gebetssaal aus dem 15. Jahrhundert in einer Straße der Altstadt. Hinter der schlichten Fassade liegt ein gewölbter Innenraum. Ein Besuch ergänzt die Entdeckung von Tomar um die Geschichte seiner jüdischen Gemeinde, neben dem bekannten Erbe der Templer.

Den Gebetssaal verstehen

Die Bauzeit wird ungefähr auf 1430–1460 datiert. Damals stand die örtliche jüdische Gemeinde unter dem Schutz des Infanten Heinrich des Seefahrers. Das Gebäude diente außerdem als Schule, Versammlungsort und Gericht der Gemeinde.

Achten Sie auf den viereckigen Grundriss, vier Steinsäulen und die Kreuzgratgewölbe. Die Kapitelle tragen geometrische und pflanzliche Verzierungen. Die Stadt deutet die Säulen als Symbole der vier Erzmütter Israels und die zwölf Wandkonsolen als die zwölf Stämme. Diese symbolische Lesart verbindet den Bau mit der religiösen Tradition.

Turismo de Portugal beschreibt auch Tongefäße im Mauerwerk, die der Akustik der Gesänge dienten. In einem angrenzenden Raum fanden Ausgrabungen von 1985 Strukturen, die als Mikwe, ein rituelles Reinigungsbad, gedeutet werden. Gebetssaal und Nebenraum erfüllten somit unterschiedliche Aufgaben.

Schließung, Umnutzung und Rettung

Das Vertreibungsedikt von 1496 beendete die jüdische Nutzung des Gebäudes. Danach diente es als städtisches Gefängnis, christlicher Kultraum und Lager. Der erhaltene Saal belegt daher keine ununterbrochene religiöse Nutzung.

Samuel Schwarz kaufte das Gebäude 1923 und schenkte es 1939 dem Staat unter der Bedingung, darin ein Luso-Hebräisches Museum einzurichten. Die Stadt unterscheidet die Schenkung von den Umbauarbeiten von 1942–1943. Namensgeber des Museums ist Abraão Zacuto, dessen astronomische Arbeiten mit der portugiesischen Navigation verbunden sind.

Nach einer erneuten Restaurierung eröffnete das Interpretationszentrum am 15. Oktober 2019. Es vermittelt das Judentum und die jüdische Präsenz in Tomar. Zur Museumssammlung gehören Bücher, religiöse und traditionelle Gegenstände sowie Inschriftensteine aus verschiedenen Teilen Portugals. Die Beschreibung einer Sammlung bedeutet nicht, dass jedes Stück dauerhaft ausgestellt ist.

Ein eigener Denkmalstatus

Das nationale Register führt die Antiga Sinagoga de Tomar als Nationaldenkmal, gemäß Dekret Nr. 7 621 vom 29. Juli 1921. Die historische Bezeichnung im Dekret betrifft die Innenräume, die als Synagoge dienten; das heutige Register verwendet den Namen Antiga Sinagoga de Tomar. Dieser Schutz ist vom UNESCO-Eintrag des Christusklosters zu unterscheiden. Weiterführende Zusammenhänge bieten die Seiten zu jüdischen Vierteln und Synagogen und zum Netzwerk jüdischer Viertel Portugals.

Den Besuch vorbereiten

Die Stadt nennt den Eingang in der Rua Dr. Joaquim Jacinto, 73. Bei der Prüfung am 2. Oktober 2026 galten die veröffentlichten Winteröffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, 10–12 und 14–17 Uhr, mit Schließung montags sowie am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember. Bestätigen Sie saisonale Zeiten, Eintrittsbedingungen und benötigte Barrierefreiheit auf der städtischen Seite, unter +351 249 329 823 oder über [email protected].

Die Stadt beschreibt den Ort heute als Museumsraum. Religiöse Zeremonien und andere organisierte Nutzungen erfordern eine vorherige Anfrage beim Tourismusdienst; Museumsbesuch und Raumreservierung sind unterschiedliche Anliegen.

Foto von Jules Verne Times Two / julesvernex2.com, aufgenommen am 26. August 2020. Original auf Wikimedia Commons, unter CC BY-SA 4.0; für das Web verkleinert und komprimiert, ohne die Bildkomposition zu verändern.

Häufige Fragen

Was kann man in der Synagoge von Tomar besichtigen?
Den ehemaligen jüdischen Gebetssaal und das Interpretationszentrum der Synagoge und des Luso-Hebräischen Museums Abraão Zacuto. Das heutige Museum vermittelt das Judentum und die Geschichte der jüdischen Gemeinde Tomars.
Ist die Synagoge heute ein Gotteshaus?
Die Stadt beschreibt sie als Museumsraum. Anträge für religiöse Zeremonien sollten im Voraus bei den städtischen Tourismusdiensten gestellt werden.
Wann wurde sie gebaut und unter Schutz gestellt?
Der Bau wird ungefähr auf 1430–1460 datiert. Mit dem Dekret Nr. 7 621 vom 29. Juli 1921 wurde sie als portugiesisches Nationaldenkmal eingestuft.
Gehört die Synagoge zum UNESCO-Welterbe?
Sie hat eine eigene Einstufung als Nationaldenkmal. Der Welterbeeintrag in Tomar betrifft das Christuskloster; die Lage in derselben Stadt macht die Synagoge nicht zum Bestandteil dieses Eintrags.

Quellen

  1. Património Cultural, I.P. — Antiga Sinagoga de Tomar (70238)
  2. Município de Tomar — Sinagoga de Tomar
  3. Município de Tomar — Esclarecimento sobre o acesso à Sinagoga (28-10-2024)
  4. Município de Tomar — Roteiro Museológico
  5. Turismo de Portugal — Museu Luso-Hebraico de Abraham Zacuto
  6. UNESCO — Convent of Christ in Tomar (265)

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