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Denkmäler
Pfarrkirche São Lourenço in Almancil
Igreja de São Lourenço de Almancil: Azulejos von 1730 von Policarpo de Oliveira Bernardes, das Leben des Heiligen, vergoldete Schnitzkunst, Infos zum Besuch.
- Lage
- Almancil, Faro
- Errichtet
- final do séc. XVII ou início do séc. XVIII; azulejos de 1730
Die Igreja de São Lourenço de Almancil liegt in der Gemeinde (Freguesia) Almancil im Kreis Loulé. Von außen ist sie eine schlichte Kirche mit einer Fassade, die von einem dreieckigen Giebel abgeschlossen wird. Im Inneren sind Wände, Pfeiler, Gewölbe und Kuppel vollständig mit blau-weißen Azulejos bedeckt, so sehr, dass der Historiker Santos Simões von der “Porzellankirche” (igreja de louça) sprach. Es handelt sich um einen seltenen Fall einer vollständigen, datierten und signierten Verkleidung und einen guten Ausgangspunkt, um die blau-weiße Azulejo-Kunst der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu verstehen.
Eine kleine Kirche mit vollem Programm
Das nationale Kulturerbe-Register (Património Cultural, I.P.) verzeichnet die älteste Erwähnung der Kirche für 1672 im Buch der Gemeinde São João da Venda, zu der sie damals gehörte. Der heutige Grundriss – ein einziges Langhaus mit Seitenaltären und einer Chorkapelle unter einer Kuppel – dürfte aus dem Ende des 17. oder dem Beginn des 18. Jahrhunderts stammen.
Die Bedeutung des Gebäudes liegt in seiner keramischen Ausstattung. Die Tafeln sind signiert und auf 1730 datiert und stammen von Policarpo de Oliveira Bernardes, Sohn von António de Oliveira Bernardes und einem der Namen des sogenannten “Zeitalters der Großmeister” der portugiesischen Azulejo-Kunst. Der Auftrag ging vom Generalvikar, Doktor Manuel de Sousa Teixeira, aus. In einem Artikel aus dem Jahr 2023 nennt der Chronist Paulo Larcher als Datum des notariellen Vertrags den 16. November 1729, die Verlegung war für das folgende Frühjahr vorgesehen, und die Signatur des Malers erscheint am Sockel einer der dekorativen Säulen.
Die Autorschaft ist dennoch nicht ganz unumstritten. Dasselbe nationale Register weist darauf hin, dass der Forscher José Meco die Tafeln der Schiffswände einem anderen, noch nicht identifizierten Maler aus Bernardes’ Umfeld zuschreibt. Datum und Signatur sind gesichert; die genaue Aufteilung der Arbeit innerhalb der Werkstatt wird weiterhin diskutiert.
Das Leben des heiligen Laurentius in Blau
Das ikonografische Programm liest man vom Eingang bis zum Altar. Die acht Tafeln des Langhauses erzählen Episoden aus dem Leben des heiligen Laurentius, eines römischen Diakons, der 258 den Märtyrertod erlitt: Nach der im nationalen Register zusammengefassten Überlieferung verteilte er die Schätze der Kirche unter den Armen, statt sie dem Kaiser auszuliefern, und wurde gefoltert, indem man ihn auf glühende Kohlen legte. An den Pfeilern stellen allegorische Figuren Tugenden wie Armut, Keuschheit, Geduld, Demut, Gerechtigkeit und Wahrheit dar.
In der Chorkapelle kehren die Szenen des Heiligen wieder. In der Kuppel, auf Trompen ruhend, auf denen Engel die Marterwerkzeuge halten, wird Laurentius in den Himmel geleitet. Das nationale Register hebt die szenografische Wirkung dieser gekrümmten Flächen hervor, die auf den Einsatz von Perspektivtraktaten schließen lässt. Das Ganze verbindet die Erzählung des Langhauses mit der abschließenden Verherrlichung: Leben, Tugenden und Lohn.
Gold auf Blau
Das Azulejo wird nur durch die Steinmetzarbeit des Triumphbogens, das vergoldete Gesims, das den Raum umläuft, und den Hochaltar aus vergoldetem Schnitzwerk unterbrochen, den das nationale Register dem Estilo Nacional zuordnet. Azulejo und Schnitzwerk gehören in die Jahre, in denen sich der Geschmack des Barocco joanino durchsetzte. Paulo Larcher berichtet, man nehme an, dass das Schnitzwerk um 1735 vom Bildhauer Manuel Martins aus Faro entworfen wurde und die Vergoldung einige Jahre später in Auftrag gegeben wurde; es handelt sich um eine Zuschreibung, nicht um ein im nationalen Register zitiertes Dokument.
Die 1905 von Francisco Xavier d’Ataíde Oliveira veröffentlichte Monografie des Kreises beschreibt außerdem den steinernen Hochaltar mit Alabasterfüllungen in verschiedenen Farben, die bis zur halben Höhe mit Azulejos verkleidete Sakristei und geschnitzte Holztruhen. Derselbe Autor kritisiert die Anlage zweier Nischen, die Teile der Tafeln mit dem Leben des Heiligen durchschnitten.
Erdbeben, Gemeinde und Restaurierung
Laut Paulo Larcher wurde die Kirche durch das Erdbeben von 1755 nicht ernsthaft beschädigt: Es sollen nur fünf Azulejos aus dem Gewölbe gefallen sein. Deshalb ist die Verkleidung von 1730 nahezu unversehrt erhalten, anders als viele algarvische Kirchen, die nach dem Beben neu errichtet wurden. Derselbe Autor erwähnt eine große Instandsetzungskampagne in den 1960er Jahren.
Die 1905 veröffentlichte Monografie, deren Abschrift von der Pfarrei herausgegeben wurde, erläutert, dass die Gemeinde Almancil im 19. Jahrhundert mit der historischen Bezeichnung São Lourenço dos Matos de Almancil geschaffen wurde und der Pfarrsitz 1849 in diese Kirche verlegt wurde. Heute konzentriert sich das Gemeindeleben in einer anderen Kirche; São Lourenço ist vor allem ein besuchbares Denkmal.
Einstufung
Das nationale Register stuft die Kirche als Imóvel de Interesse Público ein, und zwar durch das Dekret Nr. 35 443 vom 2. Januar 1946. Sie ist weder Nationaldenkmal noch Teil einer UNESCO-Welterbestätte. Zum Vergleich mit einem anderen großen Sakralbau der mittleren Algarve siehe die Sé de Faro; für den regionalen Kontext die Seite zur Algarve.
Vorbereitung des Besuchs
Die Kirche liegt an der Rua da Igreja, 8135-027 Almancil. Bei der Abfrage am 5. November 2026 gab die Pfarrei Almancil an, dass die Igreja de São Lourenço nur für Besuche, ohne Messen geöffnet ist, mit kostenpflichtigem Eintritt (der Betrag war nicht veröffentlicht). Die ausgehängten Öffnungszeiten lauteten:
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- April bis 15. Oktober: Montag, 15:00–17:00 Uhr; Dienstag bis Samstag, 10:00–13:00 Uhr und 15:00–17:00 Uhr;
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- Oktober bis 14. April: Dienstag bis Samstag, 10:00–13:00 Uhr und 15:00–17:00 Uhr;
- sonntags geschlossen.
Bitte überprüfen Sie Öffnungszeiten und Preis auf der Seite der Pfarrei oder telefonisch unter 289 395 451, bevor Sie anreisen, besonders an Feiertagen oder bei Zeremonien.
Fotografie von Marc Ryckaert (MJJR), vom 20. April 2007. Original auf Wikimedia Commons, unter CC BY 3.0; für das Web verkleinert und komprimiert, ohne Veränderung der Bildkomposition.
Häufige Fragen
- Wer hat die Azulejos der Kirche São Lourenço in Almancil geschaffen?
- Die Tafeln sind signiert und auf 1730 datiert, und zwar von Policarpo de Oliveira Bernardes. Das nationale Kulturerbe-Register (Património Cultural, I.P.) weist jedoch darauf hin, dass der Forscher José Meco die Tafeln der Schiffswände einem anderen, noch nicht identifizierten Maler aus Bernardes' Umfeld zuschreibt.
- Was zeigen die Azulejos?
- Die acht Tafeln des Langhauses und jene der Chorkapelle erzählen das Leben und das Martyrium des heiligen Laurentius, eines Diakons, der 258 in Rom starb. An den Pfeilern erscheinen allegorische Tugenden und in der Kuppel wird der Heilige in den Himmel emporgetragen.
- Ist die Kirche ein Nationaldenkmal?
- Nein. Sie ist durch das Dekret Nr. 35 443 vom 2. Januar 1946 als Imóvel de Interesse Público (Bauwerk von öffentlichem Interesse) eingestuft. Sie gehört keiner UNESCO-Welterbestätte an.
- Finden in der Kirche Messen statt?
- Bei der Abfrage am 5. November 2026 nannte die Pfarrei Almancil die Kirche São Lourenço ausschließlich als Besuchsort ohne Messen. Die Messen der Pfarrei finden in der Kirche Nossa Senhora de Fátima in Almancil statt.
Quellen
- Património Cultural, I.P. — Igreja de São Lourenço de Almancil (72985)
- Património Cultural, I.P. — Atlas do Património Classificado e em Vias de Classificação (NINV 2848)
- Diário do Governo — Decreto n.º 35 443, de 2 de janeiro de 1946
- Paróquia de Almancil — Locais de culto e horário de visitas da Igreja de S. Lourenço
- Paróquia de Almancil — História de Almancil (transcrição de F. X. d'Ataíde Oliveira, Monografia do Concelho de Loulé, 1905)
- Postal do Algarve — Paulo Larcher, Ouro sobre Azul na Igreja de São Lourenço de Almancil (2-02-2023)
- Wikidata — Igreja de São Lourenço de Almancil (Q1907600)
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