Patrimónios Studien zum portugiesischen Kulturerbe

Immaterielles Erbe

Romanzero traditionell portugiesisch

Der traditionelle portugiesische Romanzero, eine Sammlung gesungener Romanzen mündlicher Überlieferung mit mittelalterlichen Ursprüngen, hat sich vor allem in Trás-os-Montes erhalten.

Häufige Fragen Quellen
Errichtet
séculos XIV–XV (origem); recolha desde 1843

Der Traditionelle portugiesische Romanzero bezeichnet die umfangreiche Sammlung von Romanzen – gesungenen erzählenden Gedichten –, die im Gedächtnis der portugiesischen Gemeinschaften weiterleben und seit dem späten Mittelalter mündlich von Generation zu Generation überliefert werden. Dieses mit den übrigen Völkern der Iberischen Halbinsel geteilte Erbe gehört zu den mündlichen Überlieferungen und der Volksliteratur und stellt eines der ältesten und kontinuierlichsten Zeugnisse der immateriellen Kultur des Landes dar, das sich in Trás-os-Montes mit besonderer Lebendigkeit erhalten hat.

Was ist eine Romanze

Die traditionelle Romanze ist ein Gedicht aus kurzen Versen in der redondilha maior (Vers aus sieben Silben) mit assonierendem Reim in den geraden Versen und ohne feste Strophengliederung. Die Themen reichen zurück in die mittelalterliche Welt: ritterliche Taten, tragische Liebesgeschichten, Gefangenschaft, hagiographische Wunder und biblische Episoden. Viele stammen aus der Zersetzung der alten kastilischen cantares de gesta, epischer Bruchstücke, die sich vom langen Gedicht lösten und als kurze, einprägsame Lieder eigenes Leben gewannen.

Ihr Wesen ist grundlegend musikalisch und mündlich. Ohne bekannten Verfasser gesungen, existiert jede Romanze in zahlreichen Fassungen, denn wer sie singt, gestaltet sie bei jeder Aufführung neu, verändert Verse, verschmilzt Handlungsstränge oder passt den Schluss an. Diese Wandlungsfähigkeit erklärt ihr Überleben über mehr als sechs Jahrhunderte und den Reichtum an Varianten, die im Feld gesammelt wurden.

Von der romantischen Sammlung zum modernen Archiv

Das gelehrte Interesse am Romanzero entstand mit der Romantik. Almeida Garrett, angeregt von englischen und deutschen Sammlern, die er im Exil kennengelernt hatte, veröffentlichte ab 1843 seinen Romanceiro und sammelte Dichtungen aus dem Munde von Wäscherinnen, Ammen und Landleuten, die er als die eigentlichen Hüter dieser „nationalen Archäologie“ betrachtete. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts unternahm José Leite de Vasconcelos eine systematische Sammlung, die Tausende Fassungen von Norden bis Süden des Landes zusammenführte.

Trás-os-Montes, insbesondere der Distrikt Bragança, erwies sich als die fruchtbarste Region: Dort begleiteten die Romanzen die landwirtschaftliche Arbeit, etwa die Getreideernte, und das Gemeinschaftsleben der Dörfer, in einem kulturellen Umfeld, das auch die mirandesische Sprache bewahrt hat. Bedeutende Fassungen blieben ebenso auf den Azoren und in Madeira erhalten, getragen von Auswanderung und insularer Abgeschiedenheit.

Bedeutung und Fortbestand

Der Romanzero verbindet die geschriebene Literatur mit den Wurzeln der mündlichen Dichtung und teilt mit Praktiken wie dem Cante ao desafio Improvisation und kollektives Gedächtnis als Mittel der Weitergabe. Als Teil des portugiesischen immateriellen Kulturerbes anerkannt, ist er bis heute Gegenstand von Sammlung, Archivierung und Forschung; das Arquivo do Romanceiro em Português gehört zu den bedeutendsten Bemühungen um seine Bewahrung. Auch wenn die alltägliche Praxis des Singens mit der Entvölkerung des ländlichen Raums zurückgegangen ist, sichert das über fast zwei Jahrhunderte zusammengetragene Korpus, dass diese alten Stimmen nicht verloren gehen.

Häufige Fragen

Was ist der traditionelle Romanzero?
Es handelt sich um die Gesamtheit der Romanzen – gesungene erzählende Gedichte in vierhebigen Versen (redondilha maior) mit assonierendem Reim –, die seit dem Mittelalter von Generation zu Generation mündlich weitergegeben wurden und in der Regel keinen bekannten Verfasser haben.
Wo hat sich der Romanzero in Portugal am besten erhalten?
Vor allem in Trás-os-Montes, insbesondere im Distrikt Bragança, wo die Romanzen Tätigkeiten wie die Getreideernte (segada) begleiteten und wo die reichsten Fassungen aufgezeichnet wurden. Auch auf den Azoren, in Madeira und in anderen ländlichen Gebieten blieb er erhalten.
Wer hat den portugiesischen Romanzero als Erster gesammelt?
Almeida Garrett, der ab 1843 seinen Romanzero veröffentlichte und Romanzen aus dem Mund von Wäscherinnen, Ammen und Landleuten sammelte. Ende des 19. Jahrhunderts setzte José Leite de Vasconcelos eine systematische Sammlung fort.

Quellen

  1. Wikipédia — Romance (poesia)
  2. Arquivo do Romanceiro em Português
  3. Dicionário de Termos Literários (FCSH-UNL) — Romanceiro