- Start
- Typologien des gebauten Erbes
- Manors and Noble Houses
- Palast der Marqueses de Pombal, Oeiras
Denkmäler
Palast der Marqueses de Pombal, Oeiras
Oeiras: Palácio dos Marqueses de Pombal, Landsitz und Lustgut des Ministers von D. José, mit Gärten, Kaskaden und Weinkeller. Seit 1953 Nationaldenkmal.
- Lage
- Oeiras, Lisboa
- Errichtet
- Século XVIII (cronologia discutida)
- Stil
- Pombalino
Der Palácio dos Marqueses de Pombal in Oeiras war das Landhaus von Sebastião José de Carvalho e Melo, Graf von Oeiras und später 1. Marquês de Pombal, dem Minister König José I. Mehr als ein Palast war er das Zentrum eines Lustguts mit Ertragsfunktion: ein Palast, drei Quintas, Gärten, Wasserfälle, ein Weinkeller und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Heute gehört er der Gemeinde Oeiras. Bei der Abfrage am 5. November 2026 war der Palast vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen, die Gärten waren dagegen geöffnet.
Landhaus und Gutshof mit Ertragswirtschaft
Die Gemeinde Oeiras führt den Entwurf auf den Architekten Carlos Mardel zurück und beschreibt einen weiten, szenografisch angelegten Vorplatz als Zugang. Die im Portal e-cultura wiedergegebene Bestandsbeschreibung des Património Cultural ist vorsichtiger: Das Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird von einigen als späte Arbeit Mardels betrachtet (dieser war 1733 nach Portugal gekommen und starb 1763). Andere datieren es jedoch in das zweite Viertel des Jahrhunderts, möglicherweise nach 1737, als der künftige Graf von Oeiras und seine Brüder in der Gegend Besitz erbten. Nach Mardels Tod leitete laut derselben Beschreibung der Ingenieur José Monteiro de Carvalho die Arbeiten am Palast, an den Innenräumen, den Gärten und den Wasserfällen. Die genaue Bauchronologie ist daher nicht eindeutig geklärt.
Die Quellen bestätigen dagegen die doppelte Funktion des Besitzes. Die Gärten dienten Spaziergängen, Picknicks, Spielen, Musik und Tanz, am Flussufer gab es zudem einen kleinen Anlegesteg. Gleichzeitig lieferten die über 200 Hektar der Quinta Olivenöl, Wein, Obst und Getreide, bewirtschaftet unter der engen Aufsicht Sebastião Josés. Laut der Bestandsbeschreibung gehören zum Besitz der Palast und drei Quintas (de Cima, de Baixo und do Barril). Im Jahr 1775 fand dort die erste landwirtschaftliche und kommerzielle Ausstellung Portugals statt. In den Jahren 1775 und 1776 residierte die königliche Familie im Palast, damit König José I. die Bäder in den Thermen von Estoril nutzen konnte.
Sehenswertes
Der Palast besteht aus zwei Teilen: einem Hauptbau mit rechteckigem Grundriss, dem ein Innenhof vorgelagert ist, und einem seitlichen Bau mit trapezförmigem Grundriss; dazwischen liegt die Kapelle, die 1762 fertiggestellt und der Nossa Senhora das Mercês geweiht wurde. Die Beschreibung nennt Stuckarbeiten, die dem Mailänder Stuckateur João Grossi zugeschrieben werden, Malereien des 18. Jahrhunderts, die André Gonçalves zugeschrieben werden, sowie die mumifizierten Körper dreier Heiliger, die dem Marquês vom Papst geschenkt wurden. In den Salons finden sich Decken mit Masseira-Malerei oder Stuck; der Dossel-Saal und der Saal der Eintracht (Sala da Concórdia) haben allegorische Malereien, und im ehemaligen Speisesaal stehen zwei Statuen von Machado de Castro aus dem Jahr 1774, die Alfeus und Arethusa darstellen. Außen ist das polychrome Azulejo-Paneel im Rokokostil an der Südfassade unter dem Namen „A Varanda“ bekannt. Zum Kontext der zeitgenössischen Azulejo-Produktion siehe den pombalinischen Azulejo. Die Gemeinde verweist außerdem auf den Salonofen der Maison Fourdinois am Palasteingang.
In den Gärten, die sich in Terrassen und mit Azulejos verkleidete Treppenanlagen gliedern, erwähnen die Beschreibung und die Gemeinde Statuarik, Marmorbüsten und mehrere Wasserfälle. Der Dichterwasserfall (Cascata dos Poetas) zeigt Büsten von Camões, Homer, Vergil und Tasso; die Große Kaskade (Cascata Grande), auch da Taveira genannt, bildet zusammen mit dem Fischteich und dem Pavillon ein Ensemble. In der Quinta de Baixo steht der Weinkeller-Speicher mit zwölf Büsten römischer Kaiser aus Carrara-Marmor sowie der Brunnen der vier Jahreszeiten. Um die Anlage als Typus des Landguts zu lesen, siehe Quintas de Recreio und historische Gärten; die Bestandsbeschreibung ordnet den Stil des Palasts dem Pombalinischen zu, ein Thema, das unter pombalinischer Stil behandelt wird.
Vom Verfall zum kommunalen Besitz
Die Quinta wurde 1939 verkauft und unter mehreren Eigentümern aufgeteilt. Die im Jahr 2013 aktualisierte Bestandsbeschreibung des Património Cultural nennt als Erwerber des Palasts und der Gärten die Fundação Calouste Gulbenkian, während die Quinta de Cima vom Staat für die Estação Agronómica Nacional erworben wurde. Die Gemeinde gibt lediglich an, den Palast und die Gärten im Jahr 2003 erworben zu haben. Angaben zu den Besitzverhältnissen vor diesem Erwerb sollten daher vor einer Zitierung überprüft werden.
Denkmalschutz
Der Atlas do Património Classificado führt den Palácio dos marqueses de Pombal, abrangendo o jardim, casa de pesca e cascata junta (Palast der Marqueses de Pombal einschließlich Garten, Fischerhaus und Wasserfall) als Nationaldenkmal auf, geschützt durch das Dekret Nr. 39 175, veröffentlicht im Diário do Governo, I. Série, Nr. 77, vom 17. April 1953. Die Eintragung im e-cultura nennt zusätzlich zwei Dekrete von 1940 (Nr. 30 762 und Nr. 30 838). Gesondert davon ist die Quinta de Recreio dos Marqueses de Pombal, einschließlich der außerhalb des Grundstücks liegenden Wassersysteme, im Atlas als in Unterschutzstellung befindlich verzeichnet, mit Eröffnungsbeschluss, in den Gemeinden Oeiras und Cascais. In den eingesehenen Unterlagen fand ich keinen Hinweis auf ein Gewächshaus, weshalb ich es nicht aufgeführt habe.
Besuch
Der Palast und die Gärten liegen am Largo Marquês de Pombal, 2780-501 Oeiras, laut der Gemeinde etwa zehn Gehminuten vom Bahnhof Oeiras der Linie Cascais entfernt. Bei der Abfrage am 5. November 2026 gab die Gemeinde an, dass die Gärten ganzjährig geöffnet sind (9–21 Uhr vom 1. Mai bis 30. September; 9–20 Uhr vom 1. Oktober bis 30. April), der Palast jedoch „vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen“ ist. Das Informationsbüro (Posto de Turismo) des Palasts war laut Gemeinde im Winterhalbjahr von 10 bis 18 Uhr geöffnet, täglich außer am 1. Januar, am 25. Dezember und am Ostersonntag; Kontakt +351 214 430 799 oder [email protected]. Bitte prüfen Sie alle Angaben auf der Seite der Gemeinde, wo sich auch die Nutzungsordnung für Zugang und Überlassung der Räume findet. Zur Einordnung der Region siehe Lissabon und Tejotal.
Foto von Kent Wang, vom 27. Januar 2026. Original auf Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY 4.0; für das Web verkleinert und komprimiert, ohne Veränderung der Bildkomposition.
Häufige Fragen
- Wer ließ den Palast der Marqueses de Pombal errichten?
- Es war das Landhaus von Sebastião José de Carvalho e Melo, Graf von Oeiras und später Marquês de Pombal. Die Gemeinde schreibt den Entwurf Carlos Mardel zu; die Bestandsbeschreibung des Património Cultural merkt jedoch an, dass die Chronologie nicht eindeutig geklärt ist.
- Kann der Palast besichtigt werden?
- Laut der Auskunft der Gemeinde Oeiras vom 5. November 2026 war der Palast vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen, die Gärten waren ganzjährig geöffnet: im Winterhalbjahr von 9 bis 20 Uhr, im Sommerhalbjahr von 9 bis 21 Uhr.
- Welchen Denkmalschutzstatus hat er?
- Er ist seit dem Dekret Nr. 39 175 vom 17. April 1953 als Nationaldenkmal geschützt; dieser Schutz umfasst den Palast, den Garten, das Fischerhaus und die Wasserfallanlage. Die Quinta de Recreio mit den außerhalb des Grundstücks gelegenen Wassersystemen gilt als in Unterschutzstellung befindlich.
- Wer ist heute Eigentümer?
- Die Gemeinde Oeiras gibt an, den Palast und die Gärten im Jahr 2003 erworben zu haben. Die Bestandsbeschreibung des Património Cultural aus dem Jahr 2013 nennt frühere Eigentümer, darunter die Fundação Calouste Gulbenkian und den Staat.
Quellen
- Município de Oeiras — Palácio do Marquês
- e-cultura (Património Cultural) — Palácio dos Marqueses de Pombal
- Património Cultural, I.P. — Atlas do Património Classificado e em Vias de Classificação (NINV 3406 e 73733)
- Diário do Governo — Decreto n.º 39 175, de 17 de abril de 1953 (I Série, n.º 77)
- Wikidata — Palace of the Marquis of Pombal (Q10344054)
Weiter entdecken
Kulturerbe in der Nähe
Weitere Orte in der Umgebung entdecken. Ungefähre Entfernungen als Luftlinie, im Umkreis von 50 km.
Verwandtes
periodosEstilo PombalinoDer Pombalinische Stil: die rationale und erdbebensichere Architektur des Wiederaufbaus von Lissabon nach 1755, vom Pombalinischen Käfig bis zum orthogonalen Grundriss der Pombalinischen Unterstadt (Baixa Pombalina).
tipologiasHistorische GärtenHistorische Gärten Portugals: klösterliche Einfriedungen, königliche Jagdgehege, Barockgärten und romantische Parks als lebendiges Erbe, von ihren Ursprüngen…
tipologiasLustschlösserDie Lustschlösser: Eine Form des Landaufenthalts vom 17. bis 19. Jahrhundert mit herrschaftlichem Haus, Kapelle, formalen Gärten und Azulejos in der Umgebung…
artesPombalinischer AzulejoDer pombalinische Azulejo in Lissabon: die serielle Produktion von Musterfliesen und die Entwicklung vom Rokoko zum Klassizismus, verbunden mit dem…
lugaresLissabon und das TejotalKulturerbe von Lissabon und dem Tejotal: von der Hauptstadt am Fluss bis Sintra, Mafra, Tomar und Santarém, mit UNESCO-Denkmälern, Königspalästen und Festungen.
castelosFort von São Julião da BarraFort von São Julião da Barra in Oeiras: die größte Bastionärfestung Portugals, seit dem 16. Jahrhundert Wächterin der Tejo-Mündung.